Mladost darf weiter träumen

Stars wie Dejan Savićević, Predrag Mijatović und Stevan Jovetić stammen aus der Jugend des FK Mladost Podgorica, dennoch feierte der Klub aus der Hauptstadt Montenegros erst in dieser Woche sein Europapokaldebüt.

Mladost Podgorica beim Training
Mladost Podgorica beim Training ©Vijesti

Für FK Mladost Podgorica aus Montenegro war der Tripp nach Ungarn zu Videoton FC eine Reise ins Unbekannte, doch am Ende stand nach dem ersten Europapokalspiel der Klubgeschichte eine respektable 1:2-Niederlage und die Hoffnung, die zweite Runde der Qualifikation zur UEFA Europa League zu erreichen.

Stürmer Božo Marković erzielte in Szekesfehervar nach nur 120 Sekunden per Elfmeter das viel umjubelte erste Europapokaltor des Klubs. Und auch wenn Paulo Vinícius und Ádám Gyurcsó das Spiel noch zu Gunsten der Gastgeber drehten, war Marković mit dem Auftritt seines Teams durchaus zufrieden. "Wir hatten keine Ahnung, was uns hier erwarten würde, denn wir wussten nicht, ob wir gegen ein wirklich starkes und ambitioniertes Team würden mithalten können", sagte er. "Jetzt wissen wir, dass im Rückspiel alles möglich ist."

Trainer Nikola Rakojević, dessen Team in den letzten Minuten noch einige haarsträubende Situationen vor dem eigenen Tor überstehen musste, fügte an: "In solchen Spielen ist Erfahrung unglaublich wichtig und als Europapokaldebütanten hatten wir in dieser Hinsicht nicht wirklich viel zu bieten. Aber wir haben sehr solide gespielt, auch wenn jederzeit zu sehen war, dass Videoton die bessere Mannschaft war. Wir haben lange gut mitgehalten und einen großen Kampf gezeigt."

Der Klub aus einem Vorort der Hauptstadt bildete unter seinem alten Namen OFK Titograd zahlreiche Talente aus, unter anderem den einstigen AC Milan-Star Dejan Savićević, Predrag Mijatović (einst Real Madrid CF) und Stevan Jovetić (ACF Fiorentina). Auf das internationale Debüt musste Podgorica jedoch bis zum Donnerstag warten, als Sechster der Liga profitierte man davon, dass einige besser platzierte Teams die Europapokal-Kriterien nicht erfüllen konnten.

Die Spiele in der UEFA Europa League nimmt man gerne mit als Belohnung für eine gute letzte Saison. "Diese Spiele sind für uns ein Abenteuer und ein Geschenk zugleich", erklärte Abwehrspieler Aleksandar Šofranac. "Wir wollen unseren Klub und den Fußball aus Montenegro so gut wie möglich vertreten und möglichst lange im Wettbewerb dabei bleiben. All die Legenden, die hier groß wurden, wären sicher sehr stolz auf uns, wenn wir in die zweite Runde einziehen würden."

Ob das klappt, entscheidet sich am kommenden Donnerstag, Gegner in der zweiten Runde wäre FK Senica aus der Slowakei, doch so weit möchte Rakojević noch nicht denken. "Videoton ist weiterhin der haushohe Favorit, schließlich liegen sie noch mit einem Tor vorne und kennen solche Situationen zur Genüge. Wir werden dennoch versuchen, sie zu überraschen."