David will Goliath schocken

Der FK Turnovo ist in einem 500-Seelen-Dörfchen beheimatet, doch das hindert den Klub aus Mazedonien nicht daran, nach einem 3. Platz in der Liga nun auch international für Furore sorgen zu wollen.

Turnovo beendete die letzte Saison als Dritter
Turnovo beendete die letzte Saison als Dritter ©FK Turnovo

Der FK Turnovo stammt nicht nur aus der kleinsten “Stadt” Mazedoniens, die einen Erstligisten beheimatet, sondern möchte nun bei seinem Debüt im Europapokal auch international für Furore sorgen.

Gerade mal 500 Einwohner zählt das kleine Dörfchen im Südosten der Balkanrepublik. Den Großteil seiner 63-jährigen Geschichte kickte Turnovo in den unterklassigen Ligen des Landes, ehe 2008 völlig überraschend der Aufstieg in die Prva Liga gelang. 2011/12 schaffte man nur über die Play-offs den Klassenerhalt, doch statt des von allen Seiten erwarteten Kampfes gegen den Abstieg sorgte der Klub in der abgelaufenen Saison für eine Riesenüberraschung.

Turnovo, das fast ausschließlich aus einheimischen Talenten besteht, beendete die Spielzeit auf einem noch nie erreichten dritten Platz, kassierte dabei die wenigsten Niederlagen aller Teams und hätten sich mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen den späteren Meister FK Vardar sogar den Titel gesichert. Zur Belohnung für diese außergewöhnlichen Auftritte darf das Team nun erstmals in der ersten Qualifikationsrunde der UEFA Europa League antreten, Gegner ist FK Sūduva aus Litauen.

"Das ist das größte Spiel der Vereinsgeschichte und für die meisten von uns der erste Auftritt im Europapokal überhaupt, es fühlt sich an wie ein Endspiel", erklärte Turnovos Kapitän und Torhüter Stojan Dimovski gegenüber UEFA.com.

Bei einem Altersdurchschnitt von 24 Jahren ist Erfahrung nicht die große Stärke des Teams, dafür setzt man auf das blinde Verständnis auf dem Platz. "Wir spielen jetzt schon seit ein paar Jahren in dieser Besetzung und verstehen uns auf dem Spielfeld auch ohne viele Worte", fügte Dimovski an. "Vor uns liegt eine ganz schwierige Aufgabe, unser Gegner spielt seit vielen Jahren regelmäßig im Europapokal, aber wir wissen auch um unsere Qualitäten."

Wie lange Turnovo auf internationaler Bühne auf sich aufmerksam machen darf, wird nicht zuletzt von Dejan Blazhevski und Zoran Baldovaliev abhängen. Das Sturmduo erzielte in der letzten Saison immerhin 34 der 49 Ligatore des Klubs. "Die Litauer haben vielleicht einen kleinen Vorteil, weil viele ihrer Spieler schon internationale Erfahrungen sammeln konnten", weiß Baldovaliev, der bisher elf Mal für die mazedonische Nationalelf auflaufen durfte. "Dafür sind wir unglaublich motiviert, hatten eine tolle Vorbereitung und hoffen sehr auf ein Weiterkommen."

Auf Präsident Orce Todorov würde im Falle eines Erfolges gegen Sūduva eine weitere Belohnung warten, denn nächster Gegner wäre HNK Hajduk Split, der absolute Lieblingsklub Todorovs. "Nach der Auslosung habe ich meinen Spielern erklärt, dass wir die Chance haben, gegen einen der größten Klubs aus dem ehemaligen Jugoslawien zu spielen - einen Klub, dem ich die Daumen gedrückt habe, seit ich ein Kind war", sagte der Präsident. "Es wäre fantastisch, gegen Hajduk zu spielen. Damit würden wir ein weiteres Kapitel in unserer Klubgeschichte schreiben."