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Wenn selbst Federer zittert

Chelsea mag zwar zum Sieger der UEFA Europa League erkoren worden sein, die große Überraschung dieser Saison ist wohl aber der FC Basel – ein Verein mit manch prominentem Anhänger.

Mit seinen Erfolgen hat der FC Basel in dieser Saison so manch Prominenten begeistert
Mit seinen Erfolgen hat der FC Basel in dieser Saison so manch Prominenten begeistert ©AFP/Getty Images

Er freute sich wie ein Kind, dass er überhaupt ein Ticket erhascht hatte, rutschte 94 Minuten hin und her auf seinem Sessel, klatschte, griff sich an den Kopf, erhob sich, um zu applaudieren – und verzog schließlich enttäuscht das Gesicht wie fast alle der restlichen 35 999 im St. Jakob-Park, denen das späte 1:2 im Halbfinal-Hinspiel gegen Chelsea FC die Laune verdorben hatte.

Roger Federer, 17-facher Grand-Slam-Sieger, mehr als vier Jahre die Weltnummer eins im Herren-Tennis und "riesiger FCB-Fan", gehörte zu den Prominenten, die den Schweizer Meister nicht nur im vorerst letzten internationalen Heimspiel gegen die Blues auf dem Weg durch die UEFA Europa League verfolgten.

Auch die Duelle mit dem FC Dnipro Dnipropetrovsk, dem FC Zenit St Petersburg und Tottenham Hotspur FC hätten ihn in den Bann gezogen – "egal, wo ich auf der Welt gerade war". Nervöser als bei eigenen Wettkämpfen sei er gewesen, gab das Tennis-Ass zu, stets "heiß auf den FCB", zu dem er vor Spielen auch schon sprach, als moralische Stütze gewissermaßen.

Für das Halbfinal-Hinspiel hatte Federer einen 2:1-Sieg seiner Rot-Blauen vorausgesagt. Doch auch wenn sich Chelsea als zu gut erwies, attestierte der vierfache Weltsportler des Jahres dem FCB eine "grandiose europäische Performance". Und das nicht als Einziger.

Auch Christina Surer, Autorennfahrerin, einst mit Formel-1-Pilot Marc Surer verheiratet, zuweilen Teilnehmerin an Stefan Raabs Wok-WM, verehrt den FC Basel. "Ich bin nicht die größte Fußball-Expertin, aber in Sachen FCB macht mir keiner was vor", sagt sie.

Auch sie habe nach den Erfolgen in den ersten K.-o.-Spielen leise auf das Finale gehofft – "obwohl es aber nicht gereicht hat, bin ich stolz auf das Team". Immerhin, Surers Ehemann, DTM-Fahrer Martin Tomczyk, darf sich über eine Final-Teilnahme freuen: Er ist Fan des FC Bayern München.

Beim deutschen Rekordmeister spielt mit Xherdan Shaqiri ein ehemaliger Basler Spieler. Auch er saß gegen Chelsea mit seinen Brüdern auf der Haupttribüne des St. Jakob-Park, als Beistand aus dem erfolgserprobten München. Auch er litt mit seinen vormaligen Kameraden mit. Wie die meisten schloss er pragmatisch: "Kompliment an die Jungs für die fantastischen Leistungen, gegen Chelsea kann man verlieren."

So ähnlich sieht es auch Andreas Gross, Nationalrat der Sozialdemokratischen Partei und Europaparlamentarier. Obschon er das Stimmvolk des Kantons Zürich in der Schweizerischen Bundesversammlung vertritt, fiebert er mit dem FCB, seit Jahr und Tag.

Nur kurz, im Herbst, nach der Entlassung Heiko Vogels, fühlte er sich seinem Verein so fern wie selten. Doch siehe da: Inzwischen gibt Gross zu, sich geirrt zu haben. So schrieb er zuletzt, erwiesenermaßen beeindruckt von den europäischen Darbietungen des FCB unter Vogel-Nachfolger Murat Yakin: "Das Team spielt oft schöner und besser, mit mehr Zug, mehr Freude und mehr Speed. Die Resultate sind entsprechend; noch besser als in Vogels Sommer."

Unerschütterlich ist auch die Zuneigung der berühmten Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron zum FCB, die nicht nur den St. Jakob-Park entwarfen, sondern auch die Fußball Arena München oder das olympische "Vogelnest" in Peking.

Stets in Fanschal oder- mütze gehüllt, sitzen sie auf der Joggeli-Tribüne – wenn es die Zeit zuließ, auch in dieser Europa-League-Saison. Jacques Herzog, der bekanntlich emotionalere der beiden Architekten, bringt das vorherrschende Bild vom FCB auf den Punkt: "Der FCB ist der beste Imageträger, den die Stadt Basel, der Kanton Basel, ja gar die ganze Schweiz haben kann." Halt fast wie Roger Federer.

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