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Benfica und Chelsea kämpfen um Historisches

Ihre Höhepunkte im Europapokal fanden zu unterschiedlichen Zeiten statt, jetzt aber kämpfen das legendäre SL Benfica und Chelsea FC um ihren ersten Titel in der UEFA Europa League.

Benfica am Dienstag beim Aufwärmen
Benfica am Dienstag beim Aufwärmen ©Getty Images

"Es ist das wichtigste Spiel meiner Karriere" meinte Jorge Jesus, während Rafael Benítez von der Belohnung für eine schwierige Saison sprach. SL Benfica und Chelsea FC gehen mit verschiedenen Gedanken in das Finale der UEFA Europa League 2013, doch einer eint sie – der an den Sieg.

Wenn man nach den Europapokalergebnissen der vergangenen Jahre geht, kann es nur einen Sieger geben. Obwohl Eden Hazard mit einer Oberschenkelverletzung fehlt, ist Chelsea immer noch der amtierende Sieger der UEFA Champions League – wenn auch nur noch für eineinhalb Wochen. Außerdem wollen die Blues der vierte Verein werden, der alle großen Europapokale (Königsklasse, UEFA-Pokal/UEFA Europa League und Pokal der Pokalsieger) gewinnen konnte.

Mit Benítez, dessen ereignisreiche Zeit an der Stamford Bridge fast zu Ende ist, haben sie einen Trainer, der alles gewonnen hat, und der sich eine Bemerkung zum Endspiel der UEFA Champions League 2005 nicht verkneifen konnte. Benficas Geschichte ist reich an Europapokalerfolgen, aber man muss dafür halt lange und tief in den Geschichtsbüchern blättern.

Es gibt aber ein tolles Omen für Benfica: Im letzten Endspiel in Amsterdam, im alten Olympisch Stadion von 1962, setzte sich eine von Eusébio angeführte Mannschaft trotz eines Hattricks von Ferenc Puskás vor der Pause gegen Real Madrid mit CF mit 5:3 durch. Damals gewann Benfica zum zweiten Mal in Folge die Königsklasse, hat seitdem aber alle sechs (!) folgenden Europapokalendspiele verloren. Die Adler sind gelandet und haben sich seitdem nicht mehr in die Lüfte geschwungen.

"Benfica hat sich in den 1960ern und 1970ern einen Namen gemacht", sagte Jesus. "So erfolgreich waren wir in den letzten Jahren nicht, aber wir haben unseren Hunger wiederentdeckt und einiges an altem Prestige zurückgewonnen. Wenn man unsere letzten Erfolge im Europapokal mit denen von Chelsea vergleicht, ist natürlich Chelsea der Favorit. Aber ein Finale ist ein Finale und wir bei Benfica sehen das etwas anderes."

Die Anwesenheit von Eusébio in der Delegation der Portugiesen weist darauf hin – es handelt sich um einen stolzen Verein, der an seine Traditionen denkt. Daher ist Jesus zuversichtlich, dass seine Spieler auch den "schweren Rückschlag" vom vergangenen Samstag hinter sich lassen können, als man in der Nachspielzeit mit 1:2 beim FC Porto verlor und damit wohl die Meisterschaft abschreiben kann.

Jesus betont, dass Benficas Rückschlag am Wochenende "keine Auswirkung auf das Finale der Europa League" haben werde. Ebenso gelte das für die Abwesenheit des gesperrten Maxi Pereira – mit André Almeida gibt es als Rechtsverteidiger einen passenden Ersatz. Mehr Kopfzerbrechen dürfte ihm wohl bereiten, wie er eine Chelsea-Elf knacken will, die er für "stärker" als jene hält, die im letzten Jahr "glücklich" das Viertelfinale der UEFA Champions League gegen Benfica gewann. "Sie haben bessere Einzelspiele, technisch starke Jungspieler. Sie sind daher eine bessere Mannschaft."

Die Abwesenheit von Spielmacher Hazard schwächt Chelsea, während John Terry aufgrund eines Knöchelproblems sehr fraglich ist. Doch die Blues und ihr Trainer sind kämpferisch. Das Ende von Chelseas Marathon-Saison nähert sich (66 Spiele absolviert, noch zwei zu spielen. Benfica kommt auf 53/2). Die Partie am Mittwoch ist ihre 15. in den vergangenen 47 Tagen. Seit acht Spielen sind sie ungeschlagen, das 2:1 bei Aston Villa FC am Samstag sorgte dafür, dass der Platz in der UEFA Champions League in der kommenden Saison quasi gebucht ist.

"Wenn wir es schaffen, werde ich so stolz sein, denn wir haben so hart dafür gearbeitet", sagte Benítez. "Das Lob gilt den Spielern. Jeden Tag gehe ich nach dem Training nach Hause und denke, dass wir unser Bestes gegeben haben. Dass wir jetzt hier sind unterstreicht das. Wir haben seit einigen Wochen nun zwei Spiele pro Woche. Man muss mit einem schrumpfenden Kader, mit Sperren und Verletzungen klarkommen. Wir haben bis hierher einen guten Job gemacht, hoffentlich können wir es sogar noch besser machen."

Seinen Worten fehlte zwar die Kraft von Jesus, aber Benítez und Chelsea werden sich für einen letzten Kraftakt zusammenreißen.