Spätstarter gegen Albträumer
Dienstag, 21. August 2012
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Nach dem gelungenen Auftritt im DFB-Pokal möchte der VfB Stuttgart mit einem Erfolg in den Play-offs gegen den kriselnden FC Dinamo Moskva seinen Ruf als "Vorrunden-Looser" endgültig ablegen.
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Nein, ein Frühstarter ist der VfB Stuttgart wahrlich nicht. In den letzten vier Jahren kamen die Schwaben schon beinahe traditionell so schlecht aus den Startlöchern, dass die jeweiligen Trainer (Armin Veh, Markus Babbel, Christian Gross, Jens Keller) schon vor Weihnachten ihre Koffer packen mussten. Das soll jetzt unter Bruno Labbadia ganz anders werden und dies möchte der VfB mit der erfolgreichen Qualifikation zur UEFA Europa League unterstreichen – dumm nur, dass Play-off-Gegner FC Dinamo Moskva ähnliche Pläne hat.
“Zunächst einmal haben wir mit Dynamo Moskau ein absolutes Hammerlos gezogen. Es wird ein richtig spannendes Duell. Da werden wir uns in bester Form präsentieren müssen. Durch die gute Vorbereitung haben wir jedoch Selbstvertrauen getankt und gehen mit viel Schwung in diese Aufgabe“, freute sich VfB-Trainer Labadia im UEFA.com-Interview auf die Russen, die zudem noch einen alten Bekannten mit ins Schwabenländle bringen – Kevin Kuranyi, der bis 2005 in 99 Bundesligaspielen 40 Tore für die Stuttgarter erzielte, ehe es ihn via FC Schalke 04 nach Moskau zog.
Dort ist er in dieser Saison sogar Kapitän, doch nach zwei durchaus erfolgreichen Jahren befindet sich Dinamo derzeit im Sinkflug, fünf Niederlagen in fünf Saisonspielen bedeuten den letzten Tabellenplatz, der Trainer wurde bereits ausgetauscht. “Schlimmer geht es nicht mehr. Das ist ein Albtraum", stöhnte denn auch Kuranyi bei seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte. “Hoffentlich bringt uns die Europa League auf andere Gedanken. Aus jedem Albtraum wacht man ja mal auf und auch die schwärzeste Serie geht einmal zu Ende."
Dabei hatte sich der heute 30-Jährige wie ein Schneekönig gefreut, als ihn das Los mit seinem Ex-Klub zusammenführte. “Als die Auslosung vorbei war, habe ich gedacht: Das ist überragend! Aber wenn ich es mir hätte aussuchen können, dann wäre es mir noch lieber gewesen, so spät wie möglich auf meinen Ex-Klub zu treffen. Am liebsten im Finale", schrieb der 52-fache deutsche Nationalspieler auf seiner Homepage.
Mit dem Ex-Wolfsburger Zvjezdan Misimović und dem Kroaten Gordon Schildenfeld, der erst vor einigen Wochen von Eintracht Frankfurt nach Moskau wechselte, verfügen weitere Dinamo-Spieler über reichlich Bundesligaerfahrung, dennoch lässt Labbadia keine Ausreden gelten und verspricht den VfB-Fans in beiden Play-off-Duellen den “Rückrunden-VfB“: “Wir wollen an die offensive, aggressive und vor allem leidenschaftliche Spielweise anknüpfen, die uns letzte Saison über weite Strecken ausgezeichnet hat. Das Potenzial unserer Mannschaft ist noch nicht ausgeschöpft, da wollen wir das Maximale rausholen, unsere Spieler weiterentwickeln und dann natürlich eine gute Saison spielen.“
Doch dazu gehört – und da beißt die Maus keinen Faden ab – das Erreichen der Gruppenphase in der UEFA Europa League. Und wenn das klappt, könnte endlich mal wieder ein VfB-Trainer das Weihnachtsfest im heimischen Ländle feiern.