Basel lässt sich überrumpeln

FC Basel 1893 - FC Spartak Moskva 2:3
Die Schweizer führten nach Toren von Alex Frei und Marco Streller bereits mit 2:0, ehe die Russen aufdrehten.

Spartaks Torschütze Artem Dzyuba im Duell mit David Angel Abraham
Spartaks Torschütze Artem Dzyuba im Duell mit David Angel Abraham ©Getty Images

Die Schweizer führten im Hinspiel der Runde der letzten 32 in der UEFA Europa League nach Toren von Alex Frei und Marco Streller bereits mit 2:0, ehe die Russen die Partie noch komplett drehten.

Als der FC Basel 1893 im Jahr 2002 die Gruppenphase der UEFA Champions League erfolgreich bestritten hatte, stand am Ursprung des Weiterkommens ein Heimerfolg gegen Spartak. 2:0 gewannen die Basler damals unter Trainer Christian Gross, das Negativste am Basler Auftritt war noch das Resultat, das zu knapp ausfiel. Auch das Rückspiel in Moskau entschieden die Basler für sich. Und dass die Russen den Baslern offenbar liegen, war lange auch in diesem Sechzehntelfinale der UEFA Europa League offensichtlich. Der FCB brillierte zwar nicht, war aber dennoch über eine Stunde die bessere Mannschaft. Am Ende aber nützte weder die Serie noch die gute Stunde etwas.

Das Spiel begann nicht sonderlich gut; beide Teams machten Fehler. Nach 14 Minuten aber waren die Basler einem Führungstreffer nahe: Frei flankte, Streller leitete den Ball am ersten Pfosten per Kopf weiter, Valentin Stocker verpasste die Vorlage am zweiten Pfosten aber um eine Schrittlänge. Fünf Minuten später fehlten dem FCB erneut nur wenige Meter zum 1:0: Stocker schickte Streller in die Tiefe, dieser legte den Ball quer, Frei war aber in der Mitte zu langsam nachgerückt. Rechtzeitig am Ball, aber zu schwach im Abschluss war nach 21 Minuten Stocker, dessen Schuss mit der Hacke Keeper Andriy Dykan problemlos hielt. Einen Schuss Freis nach einer halben Stunde in die rechte obere Ecke parierte der Keeper ebenso.

Wenig später war aber auch er geschlagen: Xherdan Shaqiri trat eine Ecke, Stocker verlängerte und Frei lief mit voller Wucht in den Ball - 1:0 nach 35 Minuten. Shaqiris Ecken blieben gefährlich: In der 41. Minute unterlief Dykan eine Ecke und Streller nickte am zweiten Pfosten zum 2:0 ein.

Auch in der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte deutete wenig darauf hin, dass Moskau noch eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel schaffen würde. Der FCB spielte so weiter, wie er vor der Pause aufgehört hatte. Ab der 60. Minute kippte jedoch das Spiel: Spartak drehte auf, wurde risikofreudiger - die Russen riefen schlicht mehr von ihrem Potenzial ab. Nachdem Franco Costanzo in der 60. Minute Artem Dzyuba noch hatte stoppen können, erzielte Kirill Kombarov per Innenrist den Anschlusstreffer, nachdem Génsérix Kusunga einen Schuss abgeblockt hatte.

Das Tor schien den Gästen weiteren Auftrieb zu geben. In der 70. Minute traf Dzyuba dann mit einem Heber zum Ausgleich. Erst in der Schlussphase erholte sich der FCB vom Schock der Gegentore. Doch ein Platzverweis gegen Shaqiri in der 78. Minute verringerte die Chancen auf einen Basler Erfolg. Es waren vielmehr die Gäste, die mit ihren Gegenangriffen für Gefahr sorgten. Zur Dramaturgie des Spiels passte, dass am Ende ein strammer Freistoss von Jano Ananidze via Pfosten im Tor landete.