Advocaat glaubt an sein Team

Dick Advocaat, Trainer von St. Petersburg, ist sich sicher, dass sein ersatzgeschwächtes Team gegen Bayern alles geben wird, um das Finale zu erreichen.

Dick Advocaat (Zenit) will es den Bayern sehr schwer machen
Dick Advocaat (Zenit) will es den Bayern sehr schwer machen ©Getty Images

Dick Advocaat, Trainer des FC Zenit St. Petersburg, ist sich sicher, dass seine ersatzgeschwächte Mannschaft am Donnerstag gegen den FC Bayern München mehr als 100 Prozent geben wird, um ins Finale des UEFA-Pokals einziehen zu können.

Schlüsselspieler fehlen
Zenit erreichte in der letzten Woche in München ein verdientes 1:1. Im Halbfinal-Rückspiel müssen die Russen aber aufgrund von Sperren ohne ihren Stürmerstar Andrei Arshavin, Linksaußen Radek Šírl und den vielseitigen Fernando Ricksen auskommen. Dazu kommen die verletzten Verteidiger Nicolas Lombaerts und Kim Dong Jin. Dennoch will Advocaat diese Ausfälle nicht als Ausrede für ein mögliches Scheitern anführen. Er sagte: "Es macht keinen Sinn, über Spieler zu sprechen, die nicht zur Verfügung stehen. Wir müssen über die Fußballer sprechen, die auf dem Platz stehen werden. Das Wichtigste ist, dass wir mit dem Gefühl ins Spiel gehen, etwas erreichen zu können."

"Mehr als 100 Prozent"
Advocaat muss auf der linken Abwehrseite stark improvisieren. "Sie werden die Aufstellung morgen [Donnerstag] sehen. Ich kann nur sagen, dass alle, die spielen, mehr als 100 Prozent geben werden. Bayern wird es schwer haben, auch wenn es eines der weltbesten Teams ist", sagte der Niederländer. Eine schwere Aufgabe hat auch die umformierte Abwehr von Zenit zu bewältigen. Schließlich müssen sie mit Luca Toni den mit zehn Toren besten Stürmer des UEFA-Poakls ausschalten. Nach einer abgesessenen Sperre ist der Italiener zurück. "Wir müssen nicht nur auf Toni, sondern auf alle Bayern-Spieler aufpassen. Sie haben viele Stars in ihren Reihen, und wir müssen sie kontrollieren. Ansonsten werden wir Probleme bekommen", warnte Advocaat.

Bayern schlagbar
Der Zenit-Coach weiß aus seiner Zeit als Trainer von Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga-Saison 2004/05, wie gefährlich die Bayern sind. "Bayern gehörte schon zu den besten Klubs des Kontinents und hat sich im letzten Sommer noch einmal mit drei Weltklasse-Spielern verstärkt. Sie können sich die Besten leisten. Das heißt aber nicht, dass wir sie nicht schlagen können." Solch ein Resultat ist für Ottmar Hitzfeld undenkbar. "Jede Niederlage ist für Bayern eine kleine Katastrophe. Aber darüber denke ich nicht nach", sagte der Gäste-Trainer. "Wir wissen aber, wie stark Zenit ist. Das haben wir in Leverkusen und auch in München gesehen. Zenit steht verdientermaßen im Halbfinale, nachdem sie einige Top-Klubs ausgeschaltet haben. Wir wissen nach dem Unentschieden in München genau, was uns erwartet."

Wieder mit Kahn
Hitzfeld bestätigte, dass Oliver Kahn, Philipp Lahm und Miroslav Klose wieder einsatzfähig sind. Auch Lucio, der am Sonntag beim Sieg über den VfB Stuttgart nach seinem Eigentor im Hinspiel geschont wurde, sollte wieder ins Team zurückkehren. Der Trainer ergänzte, dass die Bayern im Petrovsky-Stadion offensiv ins Spiel gehen werden. "Es wird eine sehr enge und interessante Partie werden. Beide Mannschaften respektieren einander, doch wir werden nicht defensiv spielen. Wir brauchen ja mindestens ein Tor." Hitzfeld lehnte Vergleiche mit dem 1:0-Sieg von Bayer 04 Leverkusen in St. Petersburg ab. "Zenit fühte da schon aus dem Hinspiel mit 4:1 und gab nicht mehr alles."

Ambitionen
Die Gastgeber haben sicherlich nicht gerne gehört, dass das Finale in Manchester am 14. Mai eine traumhafte Saison für die Bayern krönen könnte. Den deutschen Liga-Pokal sowie den DFB-Pokal haben sie schon gewonnen, in der Bundesliga sind sie quasi Meister und jetzt können sie auch noch den UEFA-Pokal holen. "Man will immer gewinnen. Die ganze Mannschaft und ich werden alles geben, um das Finale zu erreichen. Das erwarten wir einfach von uns", sagte Hitzfeld.