Sensationeller Krimi in Middlesbrough

Middlesbrough - Steaua Bucuresti 4:2
(Gesamt: 4:3)

Massimo Maccarone köpfte seine Mannschaft in letzter Sekunde ins Endspiel in Eindhoven.

Zum zweiten Mal in Folge hat Middlesbrough FC im UEFA-Pokal aus einem Rückstand von drei Toren noch einen Gesamtsieg gemacht und damit die nächste Runde erreicht. Diesmal setzten sich die Engländer gegen den FC Steaua Bucuresti mit 4:2 durch und kamen so erstmals ins Endspiel. Überragender Mann war der eingewechselte Massimo Maccarone, der als Krönung seiner Leistung in der 89. Minute den entscheidenden Treffer köpfte.

Dramatische Wende
Die Rumänen hatten in der vergangenen Woche das Hinspiel mit 1:0 gewonnen, und nachdem sie auch auf der Insel innerhalb von neun Minuten durch Tore von Nicolae Dica und Dorin Goian gar mit 2:0 in Führung gegangen waren, schien der Weg ins Finale am 10. Mai in Eindhoven geebnet. Aber der eingewechselte Maccarone war es, der wieder für Hoffnung sorgte, als er noch im ersten Abschnitt den Anschlusstreffer erzielte. In der zweiten Halbzeit waren es Mark Viduka und Chris Riggott, die Boro in Führung brachten und damit für ein unglaubliches Finale sorgten. Bukarest wäre der erste rumänische Verein gewesen, der jemals das UEFA-Pokal-Finale erreicht hätte, aber diese Träume machte Maccarone Augenblicke vor Ende der regulären Spielzeit mit seinem Kopfball zunichte.

Doppelschlag von Steaua
Doch die erste Gefahr in dieser Partie ging von Steaua aus, als Dica nach einer Ecke von links den Ball nur über das Gehäuse setzte. Middlesbrough aber war diese Chance nicht Warnung genug, und so lagen sie auf einmal in der 16. Minute hinten. Nach einem gelungenen Passspiel der Gäste aus der rumänischen Hauptstadt zog Petre Marin aus 20 Metern einfach ab, Torhüter Brad Jones konnte den Ball nicht festhalten, so dass Dica zum Nachschuss kam und verwandelte. Acht Minuten später schien es dann keinen Zweifel mehr für die Rumänen am Weiterkommen ins Finale zu geben, als die Gastgeber nach einer weiteren Standardsituation gar mit 0:2 hinten lagen. Nach einer Ecke von Gabriel Bostina - diesmal von rechts - kam Goian mit dem Kopf an den Ball, wieder konnte der Keeper die Kugel nicht unter Kontrolle bringen, und so kam Goian zum erfolgreichen Nachschuss.

Maccarone leitet Wende ein
Middlesbrough lag damit also mit insgesamt drei Toren zurück, nichts schien mehr darauf hinzuweisen, dass dieses Spiel noch gedreht werden könnte, zumal die Mannschaft aus der Premier League vier Treffer hätte erzielen müssen - so viele hatte Bukarest in den bisherigen 13 UEFA-Pokal-Spielen insgesamt kassiert. Aber schon gegen den FC Basel 1893 hatte keiner mehr einen Pfifferling auf Boro gesetzt, doch auch da hatten sie sich aus einer ähnlichen Situation befreit und das Halbfinale erreicht. Und auch diesmal kämpften sie weiter. Kapitän Gareth Southgate machte Platz für Maccarone, und bald darauf hätte Jimmy Floyd Hasselbaink beinahe den Schuss von Fábio Rochemback zum Anschlusstreffer ins gegnerische Gehäuse befördert, aber nach etwas mehr als einer halben Stunde war es dann soweit. Viduka, der nach einer Oberschenkelverletzung wieder in der Mannschaft stand, bediente Maccarone auf der rechten Seite, und der italienische Stürmer bezwang Carlos Alberto Fernandes mit einem Flachschuss. Der Torhüter von Steaua hielt in der ersten Hälfte mit zwei Aktionen gegen Viduka die Oberhand.

Maccarone in letzter Minute
Die Gäste gerieten im zweiten Abschnitt immer mehr unter Druck, als Trainer Steve McClaren mit Yakubu Ayegbeni einen vierten Stürmer brachte, welcher gleich für Gefahr sorgte. Dann war es es Hasselbaink, der einen Flachpass von Maccarone aufnahm, aber knapp das Tor verfehlte. Hoffnung keimte auf, als Viduka in der 64. Minute nach einer Hereingabe von links von Stewart Downing mit dem Kopf zur Stelle war und davon profitierte, dass sich Keeper Fernandes verschätzte. Neun Minuten später machte der Torhüter einen weiteren Fehler. Diesmal konnte Riggott davon profitieren und seine Mannschaften erstmals in Führung bringen. Noch aber fehlte ein Tor, das aber in der Schlussminute durch den überragenden Maccarone fiel - das Riverside-Stadion stand Kopf. Im Endspiel bekommen es die Engländer mit dem FC Sevilla zu tun.

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