Stuttgart in der Favoritenrolle

Gruppe G: Der VfB Stuttgart ist nach tollem Saisonstart Favorit, aber auch mit SL Benfica ist zu rechnen.

Vor Beginn der UEFA-Pokal-Gruppenphase am 21. Oktober nimmt uefa.com die Form der Teilnehmer der Gruppe G unter die Lupe.

* VfB STUTTGART

Nach dem grandiosen UEFA Champions League-Debüt letzte Saison hat der VfB Stuttgart in der Bundesliga und auch im europäischen Wettbewerb weiter für Furore gesorgt.

Seit der Niederlage gegen Werder Bremen im Halbfinale des Ligapokals hat Stuttgart kein Spiel mehr verloren. Die Schwaben liegen in der Bundesliga auf dem zweiten Tabellenplatz, nur einen Punkte hinter Spitzenreiter VfL Wolfsburg. In der ersten UEFA-Pokal-Runde setzte sich das Team souverän mit 7:1 gegen Újpesti TE durch.

Und dies, obwohl im Sommer Trainer Felix Magath zum FC Bayern München und Abwehrchef Marcelo Bordon zum FC Schalke 04 wechselten. Magaths Nachfolger Matthias Sammer hat das Team mit einigen Schnäppchen, darunter die Verteidiger Markus Babbel von Liverpool FC, Mathieu Delpierre von LOSC Lille Métropole und Martin Stranzl vom TSV 1860 München, gezielt verstärkt.

Vor Nationaltorwart Timo Hildebrand bilden Philipp Lahm, Babbel, Stranzl und Andreas Hinkel eine großartige und extrem torgefährliche Abwehrreihe. Im Mittelfeld ziehen Spieler wie Silvio Meissner, Aliaksandr Hleb, Horst Heldt, Zvonimir Soldo und Jurica Vranješ die Fäden und versuchen die Stürmer Kevin Kuranyi, Imre Szabics und Cacau mit Vorlagen zu füttern. Sammer kann mit diesem Team einiges erreichen.

Auf der Verletztenliste derzeit allerdings Kuranyi, der nach einem üblen Foul im Hinspiel in Budapest noch einige Wochen pausieren muss, auch auf den Schweizer Stürmer Marco Streller kann Sammer nach dessen Beinbruch frühestens im neuen Jahr wieder zurückgreifen.

* SL BENFICA

Als SL Benfica zu Saisonbeginn das Spiel um den portugiesischen Superpokal gegen den FC Porto verlor und in der Qualifikation zur UEFA Champions League gegen den RSC Anderlecht ausschied - nach einem 1:0-Sieg im Hinspiel setzte es in Brüssel eine 1:3-Niederlage - stand der neue Trainer Giovanni Trapattoni in seiner ersten Saison bei dem Lissabonner Verein vor einem Scherbenhaufen.

Doch in der Folgezeit ging es für Benfica steil bergauf. In den ersten fünf Spielen der neuen SuperLiga-Saison gab es vier Siege und ein Unentschieden. Das Team ist Tabellenführer und hat vier Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger Porto. In der ersten UEFA-Pokal-Runde setzten sich die Portugiesen locker mit 5:0 gegen FK Dukla Banská Bystrica durch. Am 3. Oktober tat sich Benfica im Ligaspiel bei Vitória SC schwer, doch Geovanni sorgte in letzter Minute mit einem Freistoßtor aus 30 Metern noch für einen 2:1-Sieg.

Da Porto im Sommer einige wichtige Spieler verlor, und Sporting Clube de Portugal noch nicht zu seiner Form gefunden hat, steht Benfica vor einer erfolgreichen Saison 2004/05, in der nach elfjähriger Durststrecke der 28. Meistertitel der Vereinsgeschichte gewonnen werden soll.

* NK DINAMO ZAGREB

Dinamo qualifizierte sich zwar durch Erfolge über NK Primorje und IF Elfsborg für die UEFA-Pokal-Gruppenphase, startete aber ansonsten mäßig in die Saison.

In der Meisterschaft legte das Team einen Fehlstart hin. Nach zehn Spieltagen in der höchsten kroatischen Spielklasse belegt Dinamo gerade einmal den sechsten Tabellenplatz. Vor allem die Formschwäche von Kapitän Niko Kranjcar wiegt schwer. Der Jungstar musste das Amt des Spielführers an seinen Mittelfeldkollegen Jasmin Agic abgeben.

Aufgrund des schlechten Saisonstarts wurde Trainer Nikola Jurcevic im August entlassen, zwei Wochen später löste Nenad Gracan von NK Kamen Ingrad Interimstrainer Djuro Bago ab. Der neue Übungsleiter verpflichtete gleich einige neue Spieler, darunter Verteidiger Vedran Ješe von NK Zagreb und zwei kroatische Nationalspieler von NK Varteks - Stürmer Veldin Karic und Torwart Vladimir Vasilj. Die Neuzugänge verliehen dem Team neuen Schwung. Mittelfeldroutinier Edin Mujcin laboriert dafür an einer Oberschenkelverletzung und könnte daher den Auftakt der Gruppenphase verpassen.

* SC HEERENVEEN

Der SC Heerenveen qualifizierte sich auf ungewöhnliche Art und Weise für die UEFA-Pokal-Gruppenphase. Das Duell mit Maccabi Petach-Tikva FC wurde in einer Partie zu Hause entschieden, da das Team aufgrund eines Streiks in Israel nicht zum Hinspiel reisen konnte.

Heerenveen gewann die Partie mit 5:0. In der Eredivisie ist man dagegen weit von der Form entfernt, die der Mannschaft letzte Saison einen vierten Platz einbrachte. Derzeit belegt das Team mit zehn Punkten aus sieben Spielen den zehnten Tabellenplatz. Trainer Foppe de Haan legte nach zwölf Jahren sein Amt nieder, was sich zurzeit deutlich bemerkbar macht.

Gert-Jan Verbeek wurde neuer Coach, die Stürmer Gerald Sibon und Richard Knopper sowie Torwart Hans Vonk verließen den Verein. Am 31. August konnte Torjäger Arnold Bruggink von RCD Mallorca verpflichtet werden, er erzielte auch gleich den ersten Treffer gegen Petach-Tikva.

* KSK BEVEREN

Beveren ist die unbekannte Größe in dieser Gruppe. Nur zwei Spieler im Kader der Belgier wurden vor 1980 geboren, im entscheidenden Spiel der ersten UEFA-Pokal-Runde gegen PFC Levski Sofia stammten alle Feldspieler von der Elfenbeinküste.

Letzte Saison erreichte das Team das belgische Pokalfinale, das gegen UEFA Champions League-Teilnehmer Club Brugge KV verloren ging. Beveren setzte sich vor dem Erfolg über Levski mit 5:2 gegen den FC Vaduz aus Liechtenstein durch. In Bulgarien gab es ein 1:1, das Rückspiel zu Hause gewann man mit 1:0. Letzte Saison wurde Beveren in der belgischen Meisterschaft nur Zwölfter. Diese Saison läuft es bislang sogar noch schlechter, auch wenn am 3. Oktober gegen K. Lierse SK mit 2:1 der erste Heimsieg der Saison gelang.

Spieler von der Elfenbeinküste prägen den Klub: Manager Jean-Marc Guillou holt jede Saison vier bis fünf Spieler aus seiner Fußballakademie in dem afrikanischen Land. Torwart Mark Volders war beim Sieg über Levski der einzige belgische Akteur in der Startelf.