Valencia triumphiert in Göteborg

Valencia CF - Olympique de Marseille 2:0
Der frisch gekürte spanische Meister holte in Göteborg den UEFA-Pokal.

Valencia gewinnt UEFA-Pokal
Valencia gewinnt UEFA-Pokal ©Bob Thomas/Getty Images

Valencia hat den UEFA-Pokal 2003/04 gewonnen. Vor 40 000 Zuschauern im ausverkauften Ullevi-Stadion in Göteborg bezwang der frisch gekürte spanische Meister im Finale Olympique Marseille mit 2:0.

Vicente Rodríguez per Elfmeter und Mista erzielten die Tore gegen die Franzosen, die in der zweiten Halbzeit mit zehn Mann auskommen mussten. Für die Mannschaft von Trainer Rafael Benítez war es der erste Triumph auf europäischer Bühne seit dem Gewinn des Pokals der Pokalsieger 1980.

Beide Mannschaften starteten verhalten in die Partie, die ersten Minuten waren von vorsichtigem Abtasten geprägt. In der siebten Minute hatten die Spanier dann die erste Chance. Ein Schuss von Rubén Baraja aus rund 20 Metern wurde abgefälscht, und Marseilles französischer Nationaltorwart Fabien Barthez musste all sein Können aufbieten, um den Ball aus dem unteren Toreck zu kratzen. Zwei Minuten später versuchte es Valencias Mittelfeldspieler Francisco Rufete aus der zweiten Reihe, sein Flachschuss ging jedoch am Tor vorbei.

Es dauerte bis zur 15. Minute, ehe Marseille seine erste Torszene verzeichnen konnte. Nach einer Flanke von Torjäger Didier Drogba kam Steve Marlet zum Kopfball. Der französische Nationalspieler nickte den aufsetzenden Ball allerdings über das von Santiago Cañizares gehütete Tor der Spanier.

Wenige Augenblicke später hatte OM seine nächste Chance, als in Valencias Viererkette Verwirrung herrschte, und Roberto Ayala den Ball bei seinem Befreiungsversuch genau vor die Füße von Camel Meriem köpfte. Der Schuss des Franzosen aus etwa 18 Metern verfehlte sein Ziel jedoch. Ein Kopfball von Verteidiger Habib Beye in der 23. Minute war Marseilles letzte gefährliche Szene im ersten Durchgang.

Das Spiel verflachte zunehmend, und Torchancen waren Mangelware. Als alles mit einem torlosen Unentschieden zur Pause rechnete, gelang Valencia doch noch der Führungstreffer. Abwehrspieler Curro Torres war kurz vor dem Halbzeitpfiff mit nach vorne gerückt und flankte von der rechten Seite in Marseilles Strafraum, wo sich Beye verschätzte und unter dem Ball hersprang. Mista nahm die Hereingabe mit der Brust an, legte den Ball an Barthez vorbei und wurde vom Schlussmann - das leere Tor vor Augen - unsanft von den Beinen geholt. Schiedsrichter Pierluigi Collina entschied sofort auf Elfmeter und zeigte Marseilles Torwart die Rote Karte.

OM-Trainer José Anigo war somit gezwungen, Ersatztorwart Jérémy Gavanon einzuwechseln, Meriem musste für ihn den Platz verlassen. Vicente übernahm für Valencia die Verantwortung beim Strafstoß und ließ Gavanon keine Abwehrchance. Dies war gleichzeitig die letzte Aktion der ersten Halbzeit, mit einem 1:0 für die Spanier ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel hatte es Valencia mit einem Mann mehr und der Führung im Rücken einfacher und kontrollierte das Geschehen weitgehend. Der spanische Meister verlegte sich auf Konter und sorgte vor allem über die Flügel für Gefahr.

In der 58. Minute fiel aus genau solch einer Situation das 2:0. Bei einem schnellen Gegenstoß hatte der überragende Vicente auf der linken Außenbahn Platz und das Auge für den in der Mitte freistehenden Mista. Der Stürmer, von dem bis zu diesem Zeitpunkt kaum etwas zu sehen war, nahm Vicentes Zuspiel an und setzte den Ball aus 11 Metern mit dem Außenrist an Gavanon vorbei ins Eck.

Dieser Treffer war ein herber Rückschlag für Marseille, doch trotz des Zwei-Tore-Rückstands und Unterzahl gaben die Franzosen nicht auf und versuchten sich in der Offensive. In der 65. Minute kam Valencia-Keeper Cañizares bei einem Freistoß von Drogba in Verlegenheit und konnte den Ball nur nach vorne wegfausten, den Nachschuss setzte Marlet jedoch deutlich über die Latte.

Die Spanier taten in den letzten 20 Minuten der Partie nicht mehr als nötig, um das Ergebnis zu verwalten. Die letzten nennenswerten Chancen hatten Marseilles Mittelfeldspieler Sylvain N'Diaye, dessen Distanzschuss von Cañizares pariert wurde, und Valencias Kapitän David Albelda, der nach Vorarbeit des eingewechselten Pablo Aimar über das Tor schoss.

Es blieb beim 2:0, und Valencia kann nach dem Gewinn der spanischen Meisterschaft mit dem UEFA-Pokal-Sieg den zweiten großen Triumph der Saison feiern.