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Italien entgeht Blamage

Veröffentlicht: Montag, 18. Juni 2012, 23.42MEZ
Italien – Republik Irland 2:0
Antonio Cassano und ein später Treffer des eingewechselten Mario Balotelli brachten die Squadra Azzurra ins Viertelfinale.
von Klaus Klump
Italien entgeht Blamage
Antonio Cassano schoss das erste Tor für Italien ©Getty Images
Veröffentlicht: Montag, 18. Juni 2012, 23.42MEZ

Italien entgeht Blamage

Italien – Republik Irland 2:0
Antonio Cassano und ein später Treffer des eingewechselten Mario Balotelli brachten die Squadra Azzurra ins Viertelfinale.

Lange mussten die Italiener zittern, am Ende erreichten sie mit dem 2:0 gegen die Republik Irland das Viertelfinale, profitierten aber gleichzeitig vom Sieg Spaniens gegen Kroatien. Im Städtischen Stadion in Poznan brachte Antonio Cassano die Italiener in der 35. Minute in Führung, ehe der eingewechselte Mario Balotelli in der Schlussminute nachlegte, nachdem kurz zuvor bei den Iren Keith Andrews vom Platz geflogen war.

Siegen oder Fliegen hieß es für die Italiener, während die Iren versprochen hatten, noch einmal richtig Gas zu geben, um die treuen Fans, die beim 0:4 gegen Spanien ihre Mannschaft lautstark, begeistert und begeisternd gefeiert hatten, zu belohnen. Dass ausgerechnet mit Iren-Trainer Giovanni Trapattoni ein Italiener sein Heimatland aus dem Wettbewerb werfen wollte, hatte seinen ganz eigenen Charme.

Um dies zu verhindern, stellte Cesare Prandelli nach dem mageren 1:1 gegen Kroatien sein Team deutlich um. Statt einer Dreier- agierte eine Viererkette. In der standen mit Ignazio Abate, Andrea Barzagli und Federico Balzaretti nun drei Neue, während Leonardo Bonucci, Christian Maggio, Emanuele Giaccherini draußen blieben. Für Balotelli stürmte Antonio Di Natale.

Bei den Iren gab es nur eine Umstellung nach dem 0:4 gegen Spanien. Für Simon Cox ging Kevin Doyle auf Torejagd. Und Damian Duff wurde anlässlich sein 100. – und wohl letzten - Länderspiels - für eine Begegnung zum Kapitän ernannt; Robbie Keane hatte freiwillig verzichtet.

Schon nach zehn Sekunden hätten die Iren in Front gehen können, als Doyle allein aufs Tor zusteuerte, dann aber den Überblick verlor und sich von Gianluigi Buffon den Ball abnehmen ließ. Noch in der gleichen Minute feuerte Daniele De Rossi aus 16 Metern ein Geschoss ab, das knapp neben dem Pfosten landete.

Das war es aber schon lange Zeit an nennenswerten Szenen. Die Italiener belagerten den Kasten von Shay Given, aber die Iren standen hinten sicher und ließen nichts zu. Mitte der ersten Hälfte ergab sich abermals eine Kontermöglichkeit für die irische Truppe, die erneut kläglich vergeben wurde - diesmal von Aiden McGeady.

Nach einer halben Stunde wären die Italiener aber um ein Haar in Führung gegangen, als Balzaretti den Ball auf Di Natale spielte, dieser aus elf Metern abzog, aber nur die Schulter von Sean St Ledger traf. Das schien das Signal, denn kurz darauf zwei weitere Möglichkeiten. Wieder war es Di Natale, der diesmal nach Pass von Andrea Pirlo auf und davon lief, Given umspielte, aber aus spitzem Winkel scheiterte. Sekunden später versuchte es Cassano aus 25 Metern, der Ball wurde zur Ecke geklärt.

Und diese hatte es in sich. Die Kugel, getreten von der linken Seite von Pirlo, landete auf dem Hinterkopf von Cassano und von dort im Tor. In diesem Moment hatte Italien – zumindest virtuell - das Viertelfinale erreichte, in der anderen Partie zwischen Spanien und Kroatien stand es noch 0:0. An beiden Ergebnissen sollte sich bis zur Halbzeit nichts ändern.

Die Italiener hatten nach dem Tor ihre Nervosität abgelegt und zeigten auch gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts ein etwas besseres Spiel, und die Abwehr der Iren stand nicht mehr so sicher wie in der ersten halben Stunde. So ergaben sich weitere, wenn auch nicht zwingende Möglichkeiten.

Nach einer Stunde hätte mit etwas Glück Andrews den Ausgleich erzielen können, doch sein strammer Schuss aus 28 Metern geriet etwas zu zentral, sodass Buffon keine großen Probleme damit hatte.

Etwas mehr musste er sich strecken, als zwölf Minuten vor dem Ende Andrews aus 20 Metern einen Freistoß abfeuerte, den der italienische Keeper nicht festhalten konnte. Wie schon in den Spielen zuvor, schienen die Italiener in der Schlussphase Kräfte und Konzentration zu verlassen, dies wussten offenbar die Iren, die noch einmal alles versuchten und immer öfter vor dem Tor der Squadra Azurra auftauchten.

Eine Minute vor Schluss musste Andrews nach seiner zweiten Gelben Karte den Platz verlassen, Sekunden später schoss der eingewechselte Balotelli per Fallrückzieher das verdiente 2:0. Und weil gleichzeitig Spanien das 1:0 gegen Kroatien erzielte hatte, beendet Italien die Gruppe C auf Platz zwei und bekommt es im Viertelfinale am Sonntag in Kyiw mit dem Sieger der Gruppe D zu tun.

Letzte Aktualisierung: 20.06.12 0.15MEZ

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