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Griechen sorgen für Überraschung

Veröffentlicht: Samstag, 16. Juni 2012, 22.45MEZ
Griechenland - Russland 1:0
Dank eines Treffers von Giorgos Karagounis kegelten die Hellenen den großen Favoriten in Gruppe A aus dem Turnier und landeten auf Platz zwei.
von Justin Schroll
Griechen sorgen für Überraschung
Giorgos Karagounis (rechts) jubelt über seinen Siegtreffer gegen Russland ©AFP/Getty Images
Veröffentlicht: Samstag, 16. Juni 2012, 22.45MEZ

Griechen sorgen für Überraschung

Griechenland - Russland 1:0
Dank eines Treffers von Giorgos Karagounis kegelten die Hellenen den großen Favoriten in Gruppe A aus dem Turnier und landeten auf Platz zwei.

Griechenland ist in Gruppe A der UEFA EURO 2012 eine faustdicke Überraschung gelungen und hat den hohen Favoriten Russland aus dem Turnier gekegelt. Die Truppe von Fernando Santos setzte sich in Warschau am dritten Spieltag dank eines Treffers von Giorgos Karagounis, der sein 120. Länderspiel absolvierte und zu Rekordnationalspieler Theodoros Zagorakis aufschloss, mit 1:0 durch und zog als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein.

Beide Teams legten von Beginn an den Vorwärtsgang ein, vor allem die aggressiven Griechen wollten dieses Mal unter allen Umständen vermeiden, den Start zu verschlafen und wie in den ersten beiden Spielen frühzeitig in Rückstand zu geraten. Nach sechs Minuten wurde es dann auch erstmals gefährlich im Strafraum der Russen, als Keeper Vyacheslav Malafeev nach einer Ecke von der rechten Seite eine Direktabnahme von Kostas Katsouranis mit einer Hand zur Seite abwehren konnte.

Vier Minuten später durfte sich auf der Gegenseite auch Michalis Sifakis auszeichnen. Nach einer Hereingabe von Alan Dzagoev von der rechten Seite kam Andrey Arshavin aus kurzer Distanz mit der Sohle zum Abschluss, doch der Torhüter war auf dem Posten. In der 13. Minute hatten die russischen Fans den Torschrei schon auf den Lippen, als Aleksandr Kerzhakov von der Strafraumgrenze abzog, den rechten Winkel aber um Haaresbreite verfehlte.

Die Russen erarbeiteten sich jetzt ein klares Übergewicht, da es die Griechen nicht mehr schafften, für Entlastung zu sorgen, und immer wieder hohe Bälle in die Spitze spielen mussten. Demzufolge wurde es nur auf der anderen Seite hin und wieder brenzlig, beispielsweise in der 17. Minute, als Yuri Zhirkov auf der linken Seite zwei Gegenspieler überlief, im Strafraum flach in die Mitte passte, aber keinen Abnehmer fand. Zwei Minuten später versuchte es Dzagoev aus der Distanz, bereitete Sifakis aber keine Probleme.

In der Folgezeit verflachte die Partie in Warschau zusehends, die Russen hatten alles im Griff, ließen aber jegliche Torgefahr vermissen, und die tief stehenden Griechen fanden in der Offensive überhaupt nicht mehr statt. Doch dann brach die Nachspielzeit des ersten Durchgangs an und Griechenland ging aus dem Nichts in Führung: Nach einem Einwurf landete der Ball bei Kapitän Karagounis, der halbrechter Position in den Strafraum eindrang und Malafeev mit einem Flachschuss aus zehn Metern überwinden konnte.

Im weiten Durchgang war alles wie gehabt: Russland dominierte, biss sich an der starken Abwehr der Griechen aber immer wieder die Zähne aus. So blieben hundertprozentige Torchancen Mangelware, da die Truppe von Dick Advocaat immer wieder den Abschluss aus der Distanz suchen musste. Pech hatte Igor Denisov in der 57. Minute, dessen Distanzschuss aus gut 20 Metern nur knapp rechts am Tor vorbeirauschte. Die Griechen igelten sich aber nicht nur in der eigenen Hälfte ein, sondern versuchten ihrerseits, das vorentscheidende zweite Tor zu erzielen.

Was in der 70. Minute fast gelungen wäre, als Giorgos Tzavellas mit einem Freistoß aus etwa 20 Metern nur das rechte Kreuzeck traf. In der Schlussphase warfen die Russen alles nach vorne, doch die Griechen, die bei den letzten beiden Europameisterschaften immer gegen Russland verloren hatten, gerieten nur ein einziges Mal wirklich in Bedrängnis, als Arshavin in der 84. Minute von der rechten Seite flankte und Dzagoevs Kopfball wenige Zentimeter links am Tor vorbeiging. Wenig später durften die Griechen dann feiern, Siegtorschütze Karagounis wird im Viertelfinale allerdings gesperrt zuschauen müssen.

Letzte Aktualisierung: 18.06.12 0.05MEZ

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