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Prandelli will Italien stürmen lassen

Veröffentlicht: Mittwoch, 13. Juni 2012, 19.40MEZ
"Wr müssen rausgehen und das Spiel gewinnen", forderte Cesare Prandelli von seinen Italienern vor dem Spiel gegen Kroatien. Slaven Bilić glaubt indes, dass sein Team die Azzurri stoppen kann.
von Sam Adams
aus Poznan
Prandelli will Italien stürmen lassen
Italiens Trainer Cesare Prandelli freute sich über das Remis gegen Spanien. Jetzt will er es noch besser machen ©Getty Images
Veröffentlicht: Mittwoch, 13. Juni 2012, 19.40MEZ

Prandelli will Italien stürmen lassen

"Wr müssen rausgehen und das Spiel gewinnen", forderte Cesare Prandelli von seinen Italienern vor dem Spiel gegen Kroatien. Slaven Bilić glaubt indes, dass sein Team die Azzurri stoppen kann.

Nach dem viel versprechenden Autaktremis gegen Europameister Spanien sagte Cesare Prandelli, die Italiener seien nun bereit zu attackieren. In Poznan trifft seine Mannschaft bei der UEFA EURO 2012 auf Kroatien.

Wichtig ist, dass die Jungs offen für meine Vorstellungen sind. Es ist großartig, auf dieser Basis zu arbeiten
Cesare Prandelli
Ich bin froh, diese Generation von Spielern zu trainieren
Slaven Bilić

Verletzungssorgen in der Abwehr zwangen Prandelli dazu, Mittelfeldspieler Daniele De Rossi im ersten Spiel der Gruppe C gegen Spanien als Innenverteidiger aufzubieten. Das 1:1 bezeichnete er als "ein großartiges Ergebnis". Nun aber will er mit seinem Team alle drei Zähler holen. "Morgen müssen wir rausgehen und das Spiel gewinnen", forderte er. "Gegen Spanien ist jede Mannschaft schon froh, wenn man sie in Schach halten kann."

Auch wenn er den Sieg als Ziel vorgibt, nimmt Prandelli die Kroaten – 3:1-Sieger am Sonntag gegen die Republik Irland – nicht auf die leichte Schulter. "Sie sind sehr gut organisiert und spielen gerne offensiv", sagte er. "Sie sind auch dazu fähig, ihre Formation während des Spiels zu ändern. Wir haben sie einige Zeit lang beobachtet. Sie spielen ganz anders als die Spanier. Wir haben die Klasse, dieses Spiel zu gewinnen."

Prandelli meinte, er habe sich noch nicht entschieden, ob er personelle Veränderungen vornehmen werde. Aber: "Ich schon eine Idee im Kopf". Er sei zuversichtlich, dass seine Mannschaft sich dem Spielverlauf anpassen könne. Dabei vertraut er besonders auf die Flexibilität von De Rossi. "Wir haben zwei verschiedene Systeme ausprobiert. Mit Daniele haben wir zusätzliche Optionen, je nach dem, wie sich das Spiel entwickelt. Wichtig ist, dass die Jungs offen für meine Vorstellungen sind. Es ist großartig, auf dieser Basis zu arbeiten."

Viele Beobachter glauben, dass das Spiel im Mittelfeld entschieden wird, wo Andrea Pirlo und Luka Modrić aufeinandertreffen. Slaven Bilić meint, dass beide die Fähigkeiten haben, das Spiel zu diktieren. "Wenn sie gut spielen, spielt auch ihre Mannschaft gut", sagte der kroatische Trainer.

Prandelli, der schon angekündigt hat, dass er sein Kontingent von drei Wechseln ausschöpfen werde, macht sich mehr Gedanken über seine gesamtes Team. "In dieser Partie müssen wir hochkonzentriert sein und auf die Details aufpassen. Denn es könnte eine sehr ausgeglichene Begegnung werden", erklärte der 54-Jährige. "Wir müssen das Spiel gut lesen können und unser System durchbringen. Und das mit der größtmöglichen Entschlossenheit."

Auch Bilić möchte mit seinen Kroaten das Bestmögliche erreichen. "Ich bin froh, diese Generation von Spielern zu trainieren", sagte er. "Diese Gruppe hat einen großartigen Teamgeist. Sie spielen überall in Europa, aber sie halten miteinander Kontakt. Das ist wichtig für eine Mannschaft." Er möchte, dass die Kroaten auch weiterhin angriffsorientiert spielen. "Gegen Italien kann man nicht auf Unentschieden spielen. Wir müssen solide, kompakt und aggressiv sein, um sie zu stoppen."

Die Kroaten haben eine sehr gute Bilanz gegen die Italiener, gegen die sie in fünf Spielen noch nie verloren haben. Mit einem weiteren Sieg hätten sie schon vor ihrem letzten Gruppenspiel das Viertelfinale erreicht. Doch Bilić betont, dass vergangene Resultate irrelevant seien. "Das bedeutet gar nichts für dieses Spiel", behauptete er. "Unser Gegner spielt nicht mehr wie das Italien der Vergangenheit. Die Bilanz sieht gut aus, ist aber nicht so wichtig. Daran denken wir nicht. Wir müssen eher an unsere Stärke glauben."

Letzte Aktualisierung: 13.11.14 9.01MEZ

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