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Last-Minute-Remis für Österreich

Veröffentlicht: Freitag, 13. Juni 2008, 13.45MEZ
Österreich - Polen 1:1
Gastgeber Österreich hat durch ein Elfmetertor in der Nachspielzeit von Ivica Vastic weiter Chancen auf das Viertelfinale.
von Markus Juchem
aus dem Ernst-Happel-Stadion
Last-Minute-Remis für Österreich
Torschütze Ivica Vastic (li.) und Jürgen Säumel feiern den späten Ausgleich der Österreicher ©Getty Images
Veröffentlicht: Freitag, 13. Juni 2008, 13.45MEZ

Last-Minute-Remis für Österreich

Österreich - Polen 1:1
Gastgeber Österreich hat durch ein Elfmetertor in der Nachspielzeit von Ivica Vastic weiter Chancen auf das Viertelfinale.

Gastgeber Österreich hat durch ein Elfmetertor in der Nachspielzeit bei der UEFA EURO 2008 den ersten Punkt geholt und somit seine Chance auf das Erreichen des Viertelfinales gewahrt. Vor 51 428 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion gerieten die Österreicher durch ein Tor des gebürtigen Brasilianers Roger Guerreiro nach einer halben Stunde in Rückstand, doch der eingewechselte Routinier Ivica Vastic sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter dafür, dass die österreichischen Hoffnungen weiter am Leben sind.

Österreichs Nationaltrainer Josef Hickersberger veränderte seine Startformation gegenüber der 0:1-Niederlage gegen Kroatien auf drei Positionen. Für Jürgen Säumel, Ronald Gercaliu und Joachim Standfest durften Ümit Korkmaz, György Garics und Christoph Leitgeb von Beginn an spielen. Auch Polens Trainer Leo Beenhakker nahm in seiner Anfangself drei Wechsel vor: Mariusz Jop, Marek Saganowski und Roger Guerreiro kamen für Paweł Golański, Maciej Żurawski und Wojciech Łobodziński in die Partie.

Beiden Teams war von Anfang an die Anspannung anzumerken, Österreichs Kapitän Andreas Ivanschitz setzte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze den ersten Akzent (6.). Ivanschitz war es auch, der mit einem Freistoß aus 32 Metern Polens Torhüter Artur Boruc erstmals prüfte und damit den Startschuss zu einer Drangperiode der Gastgeber gab (10.).

Die Österreicher drückten nun mächtig auf das Tempo, die polnische Elf geriet zunehmend ins Schwimmen. Martin Harnik vergab eine Großchance, als er nach einem Fehler von Mariusz Jop, der einen Rückpass von Marcin Wasilewski passieren ließ, allein aufs Tor zueilte und aus 14 Metern seinen Meister in Boruc fand, der den Ball um den Pfosten drehte (11.).

Die Hickersberger-Elf war nun klar überlegen, Korkmaz spielte am linken Flügel zwei Polen aus und fand Harnik, der jedoch aus sechs Metern erneut aus aussichtsreicher Position am rechten Fuß von Boruc scheiterte (14.). Und auch Leitgeb fand freistehend seinen Meister im starken polnischen Keeper (17.).

Wie aus dem Nichts gingen jedoch die Polen in Führung: Euzebiusz Smolarek schlug eine weite Flanke auf den rechten Flügel zu Saganowski, dessen Hereingabe konnte Torhüter Jürgen Macho mit den Fingerspitzen nur vor die Füße von Roger Guerreiro klären, der aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob (30.).

Der Schwung der Österreicher war nun dahin, Polen kam mit der Führung im Rücken besser ins Spiel. Jacek Krzynówek prüfte Macho mit einem Distanzschuss (37.). Fast mit dem Halbzeitpfiff hatte Österreich nach Freistoß von Leitgeb noch eine gute Ausgleichschance, doch Martin Stranzl verpasste knapp und es ging mit einer glücklichen polnischen Führung in die Pause (45.).

Polen brachte zur zweiten Halbzeit Golánski für Jop. Das Beenhakker-Team hatte nun mehr vom Spiel und vergab die Chance, die Führung auszubauen, Macho klärte einen Schuss von Smolarek (50.). Leitgeb sorgte mit einem Freistoß nur für einen Hauch von Gefahr für die nun nicht mehr so druckvollen und etwas müde wirkenden Gastgeber (59.).

Macho konnte sich gleich zweimal auszeichnen. Erst klärte er einen Schuss von Polens Kapitän Jacek Bąk mit dem Fuß, dann war er beim Nachschuss mit den Fäusten zur Stelle (63.). Routinier Ivica Vastic sollte es nun bei den Österreichern richten, und tatsächlich sollte ihm in der Partie noch eine entscheidende Rolle zukommen.

Nach einem Foul von Mariusz Lewandowski an Sebastian Prödl zeigte Schiedsrichter Howard Webb auf den Elfmeterpunkt. Vastic verwandelte in der dritten Minute der Nachspielzeit zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. Mit seinem Treffer schrieb er EURO-Geschichte, war er doch mit 38 Jahren und 257 Tagen der älteste Spieler, der je bei einer Europameisterschaft ein Tor erzielte.

Der Treffer hält zudem die Viertelfinalchancen der Österreicher intakt. Gruppengegner Kroatien hat eine Viertelfinalteilnahme nach zwei Siegen bereits sicher.

Letzte Aktualisierung: 11.05.12 12.27MEZ

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