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Thuram ist immer noch nervös

Veröffentlicht: Sonntag, 8. Juni 2008, 20.50MEZ
Der Franzose Lilian Thuram ist ein überaus erfahrener Spieler, dennoch hat auch der 36-Jährige vor dem Auftaktspiel gegen Rumänien ein Kribbeln im Bauch.
von Matthew Spiro
aus Letzigrund Stadion
Thuram ist immer noch nervös
Lilian Thuram, routinierter Verteidiger der französischen Nationalmannschaft ©AFP

Turnier-Statistiken

RumänienFrankreich

Tore1
 
1
Versuche gesamt33
 
47
Schüsse aufs Tor7
 
13
Schüsse vorbei16
 
24
Abgeblockte Schüsse0
 
0
Pfostentreffer1
 
0
Ecken9
 
12
Abseits10
 
3
Gelbe Karten7
 
7
Rote Karten0
1
Begangene Fouls47
 
61
Erlittene Fouls46
 
56
Veröffentlicht: Sonntag, 8. Juni 2008, 20.50MEZ

Thuram ist immer noch nervös

Der Franzose Lilian Thuram ist ein überaus erfahrener Spieler, dennoch hat auch der 36-Jährige vor dem Auftaktspiel gegen Rumänien ein Kribbeln im Bauch.

Nur wenige Spieler können eine ähnlich lange und erfolgreiche Karriere vorweisen wie Lilian Thuram. Trotz seiner großen Erfahrung gibt der französische Verteidiger zu, vor dem Auftaktspiel gegen Rumänien einige schlaflose Nächte gehabt zu haben.

"Anspannung"
Nach bereits 140 absolvierten Länderspielen, nach dem Gewinn der FIFA-Weltmeisterschaft 1998 und der UEFA-Europameisterschaft zwei Jahre später, haben nicht viele eine Auftaktnervosität beim 36-Jährigen vor dessen siebtem großen Turnier erwartet. Der Verteidiger des FC Barcelona, der die französische Nationalelf bei einem verletzungsbedingten Ausfall von Patrick Vieira als Kapitän anführen würde, steht vor dem Spiel am Montag in Zürich unter Strom. "Vor so einem großen und schweren Turnier ist eine gewisse Anspannung absolut normal", erklärte er. "Ich habe ein paar Zweifel. Wenn du gegen eine Spitzenmannschaft wie Rumänien in ein Turnier startest, ist eine kleine Unsicherheit verständlich."

Chance auf Rekord
In seiner langen Karriere bei den Les Bleus hat Thuram schon einige Höhen und Tiefen erlebt. Nach den historischen Triumphen 1998 und 2000 war er auch in den eher erfolglosen Zeiten dabei. In den Jahren 2002 und 2004 blieb er mit der französischen Nationalmannschaft deutlich hinter den Erwartungen zurück. Durch seine langjährige Erfahrung kann er die Chancen des aktuellen Kaders besonders gut einschätzen. "Ich merke, dass wir bereit sind", sagte Thuram, der als erster Spieler 15 Einsätze bei einer EM-Endrunde absolvieren kann. "Die Mannschaft ist mental topfit, und die Zweifel vor einem Turnier sind ein gutes Zeichen. Eine gewisse Anspannung hilft einem, besser zu spielen. Es gibt keine spezielle Zauberformel für den Sieg. Aber wenn wir absolut fokussiert sind, haben wir eine gute Chance."

Lob für Mutu
Der ehemalige Spieler des AS Monaco FC ist der einzige verbliebene Franzose, der schon bei der EURO '96™ dabei war. Unter Trainer Aimé Jacquet feierte Frankreich damals im ersten Spiel einen 1:0-Sieg gegen Rumänien und zog anschließend ins Halbfinale ein. Thuram hat aber keine Erinnerungen an das Spiel vor zwölf Jahren, er beschäftigt sich lieber mit dem kommenden Gegner. Er sagte: "Sie sind sehr stark. Schon in der Qualifikation haben sie die Niederlande einmal besiegt und ein Unentschieden gegen sie geholt. Vielleicht sollten wir die Rumänen am meisten fürchten." Grund zur Sorge bereitet Thuram vor allem Adrian Mutu, mit dem er früher gemeinsam bei Juventus aktiv war. "Auf seiner Position ist er einer der besten Spieler der Welt. In Italien hat er die letzten Jahre sein Talent regelmäßig unter Beweis gestellt. Er kann zu jedem Zeitpunkt für den entscheidenden Moment sorgen", sagte Thuram.

"Solide Basis"
Mutu muss sich in absoluter Topform präsentieren, wenn er gegen eine der besten Defensivreihen der Welt zum Torerfolg kommen will. Schon in der EM-Qualifikation stellten die Franzosen ihre Klasse unter Beweis, als sie in zwölf Spielen nur fünf Gegentreffer kassierten. Seit seiner Rückkehr in die Nationalmannschaft im Jahr 2005 bildet Thuram mit William Gallas eine herausragende Innenverteidigung. Bei der Europameisterschaft hofft er auf eine starke Abwehr. "Für die Mannschaft ist es besonders wichtig, über eine solide Basis in der Defensive zu verfügen. Ein Unentschieden im ersten Spiel wäre schon ein gutes Resultat. Das Wichtigste für uns ist, das Auftaktspiel nicht zu verlieren."

Letzte Aktualisierung: 09.06.08 18.02MEZ

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