Halbfinale - 01.07.2004 - 20:45MEZ (19:45 Ortszeit) - Estádio do Dragão - Porto
1-0
Griechenland gewinnt nach "Silver Goal"  

Griechenland - Tschechische Rep. 1-0 - 01.07.2004 - Spiel-Seite - UEFA EURO 2004

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Griechenland steht im Finale

Veröffentlicht: Freitag, 2. Juli 2004, 0.52MEZ
Griechenland - Tschechische Republik 1:0 n.V.
Traianos Dellas macht per "Silver Goal" die Glückseeligkeit der Mannschaft von "König" Otto perfekt.
von Andreas Alf
Griechenland steht im Finale
Traianos Dellas (links) jubelt mit Konstantinos Katsouranis über sein Siegtor ©AFP

Spielstatistiken

GriechenlandTschechische Rep.

Erzielte Tore1
 
0
Schüsse aufs Tor5
 
5
Schüsse vorbei4
 
9
Ecken4
 
8
Begangene Fouls16
 
27
Gelbe Karten3
 
3
Rote Karten0
 
0

Tabellen

Veröffentlicht: Freitag, 2. Juli 2004, 0.52MEZ

Griechenland steht im Finale

Griechenland - Tschechische Republik 1:0 n.V.
Traianos Dellas macht per "Silver Goal" die Glückseeligkeit der Mannschaft von "König" Otto perfekt.

"König Otto" wird in Griechenland unsterblich. Das Eröffnungsspiel der UEFA EURO 2004 ist zugleich das Endspiel. Die Griechen bezwangen in einer von Dramatik nicht zu übertreffenden Verlängerung die Tschechen im zweiten Halbfinale mit 1:0 und stehen im Finale.

Abwehrchef Traianos Dellas köpfte in der 105. Minute das "Silver Goal" und avancierte damit zum Mann des Abends. Die Tschechen hatten in Portos Estádio do Dragão keine Zeit mehr, um den Rückstand aufzuholen. Griechenland trifft am Sonntag im Lissaboner Estádio da Luz auf Gastgeber Portugal.

"Wir haben nichts zu verlieren und wollen den Tschechen einen schweren Abend bereiten", erklärte Rehhagel unmittelbar vor dem zweiten EURO-Halbfinale. Entsprechend unbekümmert gingen die Griechen mit einem 4-3-3-System in die Partie. Konstantinos Katsouranis bekam im zentralen Mittelfeld den Vorzug vor dem erfahreneren Stylianos Giannakopoulos. Der eher kleingewachsene Mihalis Kapsis sollte sich überraschend um den tschechischen Sturmhühnen Jan Koller kümmern.

Brückner ließ seine sich bei dieser EURO erstmals in der Favoritenrolle befindlichen Tschechen mit Mittfeld-Motor Pavel Nedved auflaufen, obwohl dieser mit Gelb vorbelastet war und möglicherweise einen Ausfall im Finale riskieren musste. Der wiedergenesene René Bolf kehrte neben Tomáš Ujfaluši in die Innenverteidigung zurück, Zdenek Grygera ersetzte den an einer Muskelverletzung laborierenden Martin Jiránek.

Vom Druck auf die Tschechen war jedoch von Beginn an keine Spur. Im überwiegend von griechischen Fans belagerten "Drachen-Stadion" setzte Tomáš Rosický gleich ein erstes Ausrufezeichen, als er nach drei Minuten einen Volleyschuss aus 17 Metern an die Querlatte setzte. Weitere drei Minuten später zeigte Marek Jankulovski ein sehenswertes Solo über die linke Seite, zog aus spitzem Winkel und acht Metern Tordistanz ab, doch Griechenlands Schlussmann Antonios Nikopolidis parierte glänzend.

Fortan bekamen die Griechen die tschechischen Individualisten besser in den Griff und gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe. Dennoch sollte es bis zur 29. Minute andauern, ehe die Rehhagel-Elf zur ersten gefährlichen Einschussmöglichkeit kam: Panagiotis Fyssas tauchte im gegnerischen Strafraum auf, gab das Leder in die Mitte und Torhüter Peter Cech sowie Ujfaluši konnten den heranstürmenden Angelos Charisteas nur mit Mühe am Einschuss hindern.

Vier Minuten später sah das Publikum dann eine folgenschwere Szene. Nach einer Hereingabe von Karel Poborský verpassten zunächst Nedved und Konstantinos Katsouranis den Ball, ehe erneut Jankulovski, stärkster Tscheche der ersten 45 Minuten, mit einer Direktabnahme aus elf Metern in Nikopolidis seinen Meister fand. Doch viel schlimmer: Kapitän Nedved verletzte sich im Zweikampf mit seinem Gegenspieler derart schlimm am Knie, dass er in der 40. Minute unter Tränen für Vladimír Šmicer ausgewechselt werden musste.

Das Konzept Rehhagels ging in der ersten Hälfte einmal mehr voll auf: Die Griechen zermürbten ihren Gegner mit rigoroser Disziplin und starkem Zweikampfverhalten. Wenn sie schließlich die Chance zum Angriff hatten, erwiesen sie sich aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten als durchaus gefährlich. Der Favorit aus Tschechien kam nur sporadisch zur Entfaltung seines Offensiv-Fußballs.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete. Die Mannschaft von Trainer Brückner hatte zwar mehr Spielanteile, kam aber nur ganz selten in Tornähe. Erst in der 57. Minute sorgte Poborský für den nächsten Aufschrei im Stadion, doch sein 27-Meter-Freistoß verfehlte das Tor um mehrere Meter. Drei Minuten später hätte der nach einer Poborský-Ecke am langen Pfosten lauernde Koller für die Führung sorgen können, hätte der Angreifer von Borussia Dortmund nicht aus vier Metern seinen Sturmpartner Milan Baroš angeköpft.

Apropos Baroš: Der Jungstar, der bislang schon fünf Treffer bei diesem Turnier verzeichnen konnte, ging ihm zwangsläufig zu statischen Spiel der Tschechen völlig unter. Und immer dann, wenn der Mann vom Liverpool FC einmal seine Klasse aufblitzen lassen wollte, wurde er per Foul gestoppt. Schiedsrichter Pierluigi Collina hatte in seinem letzten Spiel in einem internationalen Turnier aufgrund der zweikampfbetonten Gangart der Griechen einen arbeitsreichen Abend.

Nach einem schönen Charisteas-Kopfball (67.) nach einem Freistoß von Georgios Karagounis, den Cech aber sicher parierte, witterte Griechenland Morgenluft. Fünf Minuten später brachte Rehhagel für den eigentlich stark aufspielenden Angelos Basinas den offensiveren Stylianos Giannakopoulos.

Doch der griechische Mut zur Offensive wäre fast nach hinten losgegangen. In der 80. Minute bot sich Koller die bis dahin beste Chance des Spiels, als der Angreifer nach doppeltem Doppelpass mit seinem Dortmunder Klubkollegen Rosický aus 14 Metern freistehend zum Schuss kam. Kollers Abschluss zischte aber haarscharf am rechten Torpfosten vorbei. Ebenso wie bei Baroš' Linksschuss nach sehenswertem Solo drei Minuten später. Doch mit einer ebenso konzentrierten wie disziplinierten Leistung retteten sich die Griechen in die Verlängerung.

Um ein Haar wäre die griechische Glückseeligkeit perfekt gewesen, als Giannakopoulos gleich zweimal aussichtsreich vor dem orientierungslos wirkenden Cech an den Ball kam. Doch der quirlige Mittelfeldspieler konnte den Ball nicht zum "Silver Goal" im Tor der Tschechen unterbringen. Ebenso scheiterte Abwehrhühne Traianos Dellas in der 103. Minute per Kopf am tschechischen Keeper. Erstaunlich: Das eher triste Spiel verwandelte sich plötzlich in einen spannenden Fight.

Es sollte eben diesem Dellas gelingen, die Griechen dennoch ins Finale zu bringen. Der Chef der Defensive drückte ausgerechnet in der 105. Minute nach einer Ecke das Leder per Kopf am kurzen Pfosten ins Netz. Die Tschechen hatten keine Zeit mehr, das "Silver Goal" auszugleichen. Die Sensation war perfekt, "König" Otto wird in Griechenland unsterblich.

Letzte Aktualisierung: 01.02.12 8.46MEZ

http://de.uefa.com/uefaeuro/season=2004/matches/round=1583/match=1059193/postmatch/report/index.html#griechenland+steht+finale

Aufstellungen

Griechenland

Griechenland

Tschechische Republik

Tschechische Rep.

1
NikopolidisAntonis Nikopolidis (TW)
1
ČechPetr Čech (TW)
2
SeitaridisGiourkas Seitaridis
Yellow Card23
2
GrygeraZdeněk Grygera
5
DellasTraianos Dellas
Goal105+1 Verl.
4
GalásekTomáš Galásek
Yellow Card48
6
BasinasAngelos Basinas
Substitution72
5
BolfRené Bolf
7
ZagorakisTheodoros Zagorakis (K)
6
JankulovskiMarek Jankulovski
9
CharisteasAngelos Charisteas
Yellow Card70
8
PoborskýKarel Poborský
14
FyssasTakis Fyssas
9
KollerJan Koller
15
VryzasZisis Vryzas
Substitution91 Verl.
10
RosickýTomáš Rosický
19
KapsisMichalis Kapsis
11
NedvědPavel Nedvěd (K)
Substitution40
20
KaragounisGiorgos Karagounis
Yellow Card87
15
BarošMilan Baroš
Yellow Card102 Verl.
21
KatsouranisKostas Katsouranis
21
UjfalušiTomáš Ujfaluši

Ersatzspieler

12
ChalkiasKostas Chalkias (TW)
16
BlažekJaromír Blažek (TW)
13
KatergiannakisFanis Katergiannakis (TW)
23
KinskýAntonín Kinský (TW)
8
GiannakopoulosStelios Giannakopoulos
Substitution72
7
ŠmicerVladimír Šmicer
Substitution40
Yellow Card55
10
TsiartasVasilis Tsiartas
Substitution91 Verl.
3
MarešPavel Mareš
3
VenetidisStelios Venetidis
12
LokvencVratislav Lokvenc
4
DabizasNikos Dabizas
13
JiránekMartin Jiránek
11
NikolaidisDemis Nikolaidis
14
VachoušekŠtěpán Vachoušek
16
KafesPantelis Kafes
17
HübschmanTomáš Hübschman
17
GeorgiadisGiorgos Georgiadis
18
HeinzMarek Heinz
18
GoumasGiannis Goumas
19
TýceRoman Týce
22
PapadopoulosDimitris Papadopoulos
20
PlašilJaroslav Plašil
23
LakisVasilis Lakis
22
RozehnalDavid Rozehnal

Trainer

Otto-Heinz Rehhagel (GER) Karel Brückner (CZE)

Schiedsrichter

Pierluigi Collina (ITA)

Schiedsrichter-Assistenten

Marco Ivaldi (ITA), Narciso Pisacreta (ITA)

Vierter Offizieller

Valentin Ivanov (RUS)

Legende:

  • ToreTore
  • EigentorEigentor
  • StrafstößeStrafstöße
  • Verschossene ElfmeterVerschossene Elfmeter
  • reds_cardRote Karten
  • yellow_cardsGelbe Karten
  • yellow_red_cardsGelb-Rote Karte
  • AuswechslungAuswechslung