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Henry zerstört Schweizer Hoffnungen

Veröffentlicht: Dienstag, 22. Juni 2004, 0.55MEZ
Schweiz - Frankreich 1:3
Thierry Henry stellte mit zwei späten Toren den französischen Sieg in der Gruppe B sicher.
von Marco Keller
aus Coimbra
Henry zerstört Schweizer Hoffnungen
Thierry Henry und Zinédine Zidane jubeln über den Sieg gegen die Schweiz ©Getty Images

Spielstatistiken

SchweizFrankreich

Erzielte Tore1
 
3
Schüsse aufs Tor3
 
8
Schüsse vorbei4
 
7
Ecken1
 
7
Begangene Fouls21
 
18
Gelbe Karten3
 
1
Rote Karten0
 
0

Tabellen

Letzte Aktualisierung: 27/06/2012 12:19 MEZ

Legende:

S: Spiele   
Pkt.: Punkte   
Veröffentlicht: Dienstag, 22. Juni 2004, 0.55MEZ

Henry zerstört Schweizer Hoffnungen

Schweiz - Frankreich 1:3
Thierry Henry stellte mit zwei späten Toren den französischen Sieg in der Gruppe B sicher.

Die französische Nationalmannschaft ist ins Viertelfinale eingezogen. In Coimbra siegte der Titelverteidiger gegen die Schweiz mit 3:1. Die Eidgenossen durften aber lange auf eine Sensation hoffen.

Der Schweizer Trainer Jakob Kuhn wählte für das Spiel der allerletzten Chance eine für seine Verhältnisse beinahe revolutionäre Aufstellung, die gegenüber dem England-Spiel auf fünf Positionen verändert war und stark auf Jugend und Tempo setzte. Nach dem Ausfall von Alexander Frei nominierte Kuhn etwas überraschend Johann Vonlanthen als einzige Sturmspitze und verbannte dafür Stephane Chapuisat auf die Ersatzbank. Mit Hakan Yakin und Daniel Gygax dahinter sowie Ricardo Cabanas im rechten Mittelfeld anstelle von Benjamin Huggel war die Grundausrichtung klar offensiver als bisher.

Und die Schweizer zeigten gegen den Weltmeister von 1998 und Titelverteidiger denn auch keinerlei Respekt und hatten nach einer schönen Kombination über Daniel Gygax die erste Chance durch Hakan Yakin, der knapp verzog (9.). Nach einer Viertelstunde war es dann wiederum der Regisseur, der Fabien Barthez mit einem Freistoss aus 20 Metern zu einer Glanztat zwang. Und Yakin setzte seine Rolle als Alleinunterhalter wenige Minuten später fort, verstolperte aber aus günstiger Position.

Praktisch im unmittelbaren Gegenzug zeigten dann die Franzosen ähnliche Effizienz, wie sie den Schweizern schon von den Engländern vorgemacht worden war. Robert Pires zirkelte einen Eckball auf Zinedine Zidane, der mittels Hinterkopf bereits sein drittes Turniertor erzielte. Torwart Jörg Stiel war beim Herauslaufen dabei etwas zu spät, und auch Christoph Spycher verschätzte sich leicht.

Die Schweizer ließen sich aber durch den Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen und wurden sechs Minuten später belohnt. Eine Traumkombination via Gygax, Hakan Yakin, der intelligent durchließ, und Cabanas beendete Vonlanthen mit dem ersten Schweizer Turniertor nach 206 Minuten. Vonlanthen geht damit als bisher jüngster EM-Endrundentorschütze in die geschichtsbücher ein und löst mit seinen 18 Jahren und 141 Tagen Wayne Rooney ab, der diese Marke erst vor vier Tagen gegen die Schweiz aufgestellt hatte. Der Stürmer des PSV Eindhoven zeigte auch in verschiedenen anderen Situationen, dass er ein gewaltiges Versprechen für die Zukunft ist.

Wer gemeint hatte, die Franzosen würden mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ihr angekündigtes Schaulaufen nach der Pause durchführen, sah sich getäuscht. Die von Murat Yakin erneut hervorragend dirigierte Abwehr geriet gegen die Startruppe von Jacques Santini kaum je in echte Gefahr. Am meisten unter Druck geriet Kapitän Jörg Stiel noch bei zwei Distanzschüssen von Robert Pires (55./62.), der im Gegensatz zu blassen Stars wie Zidane und Thierry Henry zumindest kämpferisch voll überzeugte. Die Schweizer ihrerseits setzten immer noch auf ihre Schnelligkeit und waren lange nur einen "Lucky Punch" vom Einzug unter die letzten Acht entfernt, da das Resultat aus Lissabon zwischen England und Kroatien auch stimmte.

In der 76. Minute wurden dann die Schweizer Träume jäh beendet, gleichzeitig atmeten weltweit etwa 60 Millionen Fans der Franzosen erleichtert auf. Der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Louis Saha verlängerte zu Henry und der vorher so enttäuschende Spieler mit der Nummer 12 zeigte, wieso er in England der Schrecken aller Torhüter ist. Zwischen Ballannahme und Schuss vergingen Zehntelsekunden, Stiel war in seinem letzten Auftritt chancenlos. Acht Minuten später legte dann der 26-Jährige in seiner unnachahmlichen Art nach und verlud nach einem Solo auf der rechten Seite auch Stiel.

Letzte Aktualisierung: 24.01.12 17.57MEZ

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