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Griechen trotz Niederlage weiter

Veröffentlicht: Montag, 21. Juni 2004, 0.55MEZ
Russland - Griechenland 2:1
Trainer Otto Rehhagel zog mit den Griechen trotz einer Niederlage ins Viertelfinale ein.
von Justin Schroll
Griechen trotz Niederlage weiter
Theodoros Zagorakis freut sich über Griechenlands Einzug ins Viertelfinale ©Getty Images
Veröffentlicht: Montag, 21. Juni 2004, 0.55MEZ

Griechen trotz Niederlage weiter

Russland - Griechenland 2:1
Trainer Otto Rehhagel zog mit den Griechen trotz einer Niederlage ins Viertelfinale ein.

Griechenland hat zwar das letzte Spiel in der Gruppe A bei der UEFA EURO 2004 mit 1:2 gegen Russland verloren, aber trotzdem als Gruppenzweiter die Qualifikation für das Viertelfinale geschafft.

Dmitri Kirichenko in der zweiten sowie Dmitri Bulykin in der 17. Minute brachten entfesselnd aufspielende Russen mit 2:0 in Front, ehe Zisis Vryzas in der 43. Minute verkürzen konnte.

Gerade einmal vier russische Spieler vom Portugal-Spiel liefen auch gegen die Griechen wieder auf. Kapitän Aleksei Smertin und Torhüter Sergei Ovchinnikov, der gegen Portugal vom Platz flog, fehlten gesperrt. Sie wurden ersetzt von Roman Sharonov, der nach seiner Sperre gegen Portugal wieder an Bord war, und Keeper Viacheslav Malafeev. Aleksei Bugayev und Dmitri Kirichenko bildeten den neuen Sturm, Vladislav Radimov, Rolan Gusev und Aleksandr Anyukov komplettierten das neue Team.

Drei Änderungen gab es bei den Griechen im Gegensatz zum 1:1 gegen Spanien. Spielmacher Georgios Karagounis fehlte nach seiner zweiten Gelben Karte gesperrt, während Flügelspieler Stylianos Giannakopoulos mit Wadenproblemen auf der Bank Platz nahm. Angelos Basinas und Dimitrios Papadopoulos ersetzten die beiden Mittelfeldspieler, während Linksverteidiger Panagiotis Fyssas Stylianos Venetidis weichen musste.

Die bereits ausgeschiedenen Russen, die im Gegensatz zu den ersten beiden verlorenen Spielen wie verwandelt auftraten, erwischten einen Auftakt nach Maß. Nach einem fatalen Fehler von Konstantinos Katsouranis, der bei einem Abwehrversuch über den Ball schlug, war Dmitri Kirichenko zur Stelle und erzielte aus 16 Metern mit der Pike die russische Führung in der zweiten Minute. Der Stürmer geht damit in die Historie ein, da er das schnellste Tor überhaupt bei einer Europameisterschaft erzielen konnte.

Während die Russen von Minute zu Minute besser ins Spiel fanden, wirkten die in den ersten beiden Spielen so selbstbewussten Griechen durch den frühen Gegentreffer wie paralysiert. Haarsträubende Fehler in der Defensive, dazu keine Kreativität im Mittelfeld und harmlos in der Offensive. Ganz anders die technisch versierten Russen, die mit den Griechen machten, was sie wollten.

Bereits nach 17 Minuten konnten die Russen auf 2:0 erhöhen. Nach einer Ecke von Rolan Gusev war es Dmitri Bulykin, der aus sechs Metern völlig freistehend mit einem Kopfball-Torpedo die griechische Unsicherheit noch weiter verstärkte. Für den griechischen Torhüter Antonios Nikopolidis gab es zum zweiten Mal nichts zu halten.

Auch in der nächsten Szene wirkte die griechische Abwehr völlig unsortiert, als Andrei Kariaka in der 24. Minute nach einer Ecke völlig freistehend aus sechs Metern an den Außenpfosten köpfte. Nur eine Minute später jedoch hatten die Griechen ihre erste Gelegenheit. Nach einer flachen Hereingabe von Sylianos Venetidis musste Angelos Charisteas den Ball aus sechs Metern nur über die Linie drücken, jagte in den aber in den portugiesischen Nachthimmel.

Kurz vor der Pause ließen sich die Russen dann doch noch überraschen und kassierten aus heiterem Himmel den 1:2-Anschlusstreffer. Nach einem Einwurf legte Dimitrios Papadopoulos den Ball per Kopf für Zisis Vryzas auf, der den russischen Keeper mit einem Heber aus fünf Metern überwinden konnte.

In der zweiten Hälfte ließen es die Russen etwas ruhiger angehen und verlegten sich verstärkt aufs Kontern, während die Griechen weiterhin ziemlich planlos anrannten, aber am generischen Strafraum mit ihrem Latein zumeist am Ende waren. Chancen waren jedoch Mangelware, wenn es mal gefährlich wurde, dann meistens nach Standardsituationen.

Die besten Chancen hatten auf griechischer Seite Vassilios Tsiartas mit einem Freistoß aus 22 Metern in der 78. Minute, den der russische Torhüter Viacheslav Malafeev aber um den Pfosten drehen konnte. Auf russischer Seite rutschten drei Minuten vor Schluss Dmitri Kirichenko und Rolan Gusev an einer scharfen Hereingabe von Aleksei Bugayev vorbei. Ein weiterer Gegentreffer hätte das Aus für die Griechen bedeutet, die schlussendlich mit einem blauen Auge davon kamen, während sich die Russen ehrenvoll verabschiedeten.

Letzte Aktualisierung: 10.05.12 15.34MEZ

http://de.uefa.com/uefaeuro/season=2004/matches/round=1581/match=1059181/postmatch/report/index.html#griechen+trotz+niederlage+weiter