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Bulgarien muss auf bessere Tage hoffen

Veröffentlicht: Samstag, 19. Juni 2004, 0.49MEZ
Der bulgarische Trainer Plamen Markov gab nach der Niederlage und dem damit verbundenen Ausscheiden zu, dass "Dänemark den Sieg verdient hatte".
von Alex O'Henley
aus Braga
Veröffentlicht: Samstag, 19. Juni 2004, 0.49MEZ

Bulgarien muss auf bessere Tage hoffen

Der bulgarische Trainer Plamen Markov gab nach der Niederlage und dem damit verbundenen Ausscheiden zu, dass "Dänemark den Sieg verdient hatte".

Bulgarien muss seinen Abschied von der UEFA EURO 2004™ nehmen, ohne bisher ein Tor erzielt zu haben. Zudem verlor man im Spiel gegen die Dänen, die absolut verdient gewannen, auch noch Kapitän Stilian Petrov nach einem Platzverweis.

Auftaktniederlage
Der bulgarische Trainer Plamen Markov hatte vor dem Spiel eingestanden, dass er mit einem unattraktiven Sieg mehr als zufrieden wäre, nachdem seine Mannschaft am Montag gegen Schweden eine bittere 0:5-Niederlage hinnehmen musste. Doch ein Sieg war in Braga niemals in Reichweite.

Kompaktes Mittelfeld
Markov versuchte, die gefährlichen Dänen mit fünf Mann im Mittelfeld zu bekämpfen und nominierte damit mit Dimitar Berbatov nur eine Spitze. Mit dieser Taktik wollte man die Dänen bremsen und selber das Spiel machen, doch vom Anpfiff weg sah man ein demoralisiertes Bulgarien. Die Mannschaft hatte Form und Selbstvertrauen, die sie als Gruppensieger ihrer Qualifikationsgruppe nach Portugal brachten, absolut verloren.

Positives Dänemark
Auf der anderen Seite gaben die Dänen von Beginn an Gas, und Dennis Rommedahl und Martin Jørgensen setzten die bulgarische Abwehr unter Druck und lieferten eine Reihe gefährlicher Flanken. Nach all den Möglichkeiten, die sich die Dänen in der ersten Hälfte erarbeiteten, hätten sie bereits vor der 44. Minute in Führung gehen müssen. Und für eine Weile sah es danach aus, als ob ihre verschwenderische Chancenverwertung ihnen noch Probleme bereiten würde.

Tomasson trifft wieder
Doch kurz vor der Halbzeit traf wieder einmal Jon Dahl Tomasson und beruhigte so die dänischen Nerven. Er hatte auch schon beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Länder in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2002 die beiden Treffer erzielt. Jesper Grønkjærs Tor in der Nachspielzeit war noch das Sahnehäubchen, doch Dänemark hätte das Spiel schon lange vorher klar machen müssen.

Gravesen kontrolliert
Es war eine erfolgreiche Rückkehr für Thomas Gravesen, der zum Carlsberg Mann des Spiels gewählt wurde. Seine Autorität im dänischen Mittelfeld war offenkundig, und er spielte auch den klugen Pass in die Tiefe, der zum ersten Tor führte. "Die Mannschaft hat in der ersten Hälfte gut gespielt", meinte Gravesen, der im ersten Spiel der Dänen noch gesperrt war. "Es ist leicht, in einer guten Mannschaft gut zu spielen. Wir haben noch Raum für Verbesserungen, und wir müssen mehr Tore schießen."

Gute Ausgangslage
Dänemarks Trainer Morten Olsen sagte: “Hier geht es nur darum, Punkte zu sammeln, und wir haben jetzt schon vier. Wir haben eine solide erste Hälfte gespielt, sind im zweiten Durchgang aber mit dem Fuß vom Gaspedal gegangen. Massive Auswirkungen hatte die Tatsache, dass wir auf Gravesen und Grønkjær zurückgreifen konnten. Wir haben zwei wunderbare Tore erzielt und Jon Dahl Tomasson gebührt viel Lob dafür, wie er in Angriff und Abwehr gearbeitet hat. Es geht nur darum, mehr Tore als unser Gegner zu schießen, und das haben wir heute geschafft.“

Unverdiente Niederlage
Markov empfand die Niederlage als unverdient, und hätte Martin Petrov seine Chance am Ende der ersten Hälfte genutzt, hätte das Endergebnis in der Tat anders aussehen können. „Wir haben heute eine Niederlage mit zwei Toren Abstand nicht verdient“, sagte er. „[Aber] Dänemark hat den Sieg verdient.“

Dänische Qualitäten
”Wir wussten, wie gut sie sind und das haben sie heute auf dem Platz auch bewiesen. Ich bin sehr enttäuscht, dass Martin Petrov seine Chance ausgelassen hat, wie er es schon gegen die Schweden tat. Nach dem Platzverweis für Stilian Petrov brachen wir völlig auseinander. Das Verhalten der Spieler nach der Roten Karte war weder angemessen noch professionell.“

Aufstellungsprobleme
Markov muss seine Mannschaft für das letzte Spiel gegen Italien komplett umstellen, denn Petrov und Rossen Kirilov, der seine zweite Gelbe Karte sah, sowie der heute verletzt ausgeschiedene Ivailo Petkov werden nicht zur Verfügung stehen. Derzeit kann Bulgarien wirklich nur auf bessere Zeiten hoffen.

Letzte Aktualisierung: 19.06.04 0.09MEZ

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