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Warum Spanien die EURO 2020 gewinnt

"Luis Enrique hat gerade einen Lauf", weiß unser spanischer Teamreporter Graham Hunter, der zu erklären versucht, warum die Spanier nach 2008 und 2012 in diesem Jahr zum dritten Mal bei einer EURO triumphieren werden.

Es läuft für Luis Enrique
Es läuft für Luis Enrique UEFA via Getty Images

Wenn Spanien ins Rollen kommt, ist der Gegner nicht zu beneiden, dies kommt vielleicht nicht mehr so oft vor wie in den vergangenen Jahren, aber noch immer ist diese Charakteristik in der spanischen DNA tief verwurzelt.

In der jüngeren Vergangenheit schossen die Spanier je sechs Tore gegen Argentinien und Deutschland, fünf gegen die Slowakei und Kroatien, vier gegen die Ukraine und - vor nicht allzu langer Zeit - drei gegen Italien. Auch bei der UEFA EURO 2020 haben die Iberer schon 12 Mal getroffen, genauso oft wie bei den siegreichen EUROs 2008 and 2012 – und damals hießen die Stürmer noch David Villa und/oder Fernando Torres!

Jedes Tor von Spanien auf dem Weg zur EURO 2020
Jedes Tor von Spanien auf dem Weg zur EURO 2020

Klar ist, dass Spanien eine tolle Moral mitbringt und sich durch nichts und niemanden von seinem Weg abbringen lässt, egal, ob dies nun Verletzungen von wichtigen Spielern wie Sergio Ramos oder Iñigo Martínez sind, oder Missgeschicke wie eine verschenkte 3:1-Führung gegen Kroatien oder das wenig verheißungsvoll begonnene Elfmeterschießen gegen die Schweiz.

Luis Enrique hat einfach einen Lauf. Klar muss ein Coach zunächst einmal sein Handwerk beherrschen und seine analytischen Hausaufgaben machen, aber Glück und das richtige Fingerspitzengefühl bei Personalentscheidungen gehören eben auch dazu und beides hat Enrique in den letzten Spielen ausreichend gehabt.

Trick des Tages: Ferrán Torres (Spanien)
Trick des Tages: Ferrán Torres (Spanien)

Er vertraute weiter auf Álvaro Morata, der es ihm nach langer Anlaufzeit zurückgezahlt hat. Als er sich nach langem Zögern dazu entschied, Rechtsverteidiger Marcos Llorente gegen César Azpilicueta zu tauschen, kam Spanien richtig in Fahrt. Seine Einwechselspieler trafen in schöner Regelmäßigkeit, Torres war zweimal gegen die Slowakei erfolgreich und Dani Olmo und Mikel Oyarzabal zeichneten sich gegen Kroatien ebenso als Torschützen/Vorbereiter aus wie Oyarzabal gegen die Schweiz. Enrique hat sich seinen Spitznamen ‘Lucho’ (der Kämpfer) ehrlich verdient – er ist nicht nur ein Kämpfer, er ist auch ein Siegertyp.

Warum Spanien vielleicht dennoch leer ausgeht

Um ehrlich zu sein, gibt es da noch ein klitzekleines Problem, das zwischen Spanien und dem Siegerpokal steht. Die Spanier schießen zwar unendlich viele Tore, aber sie vergeben auch unendlich viele Chancen auf manchmal spektakuläre Art und Weise, ihre kapitalen Fehlschüsse der letzten Monate haben schon so manchem YouTube-Video zu hunderttausenden von Klicks verholfen.

Was mag in den Köpfen der spanischen Spielern vorgehen, wenn sie im nächsten Spiel gegen Italien wieder einmal aus ein bis zwei Metern statt dem leeren Tor den Torhüter, den Pfosten oder das eigene Schienbein treffen? Wenn Luis Enrique es schafft, diese Gedanken gar nicht erst aufkommen zu lassen, könnte er tatsächlich als Siegertyp diese EURO verlassen.