Dellas über den Triumph mit Hellas
Dienstag, 17. April 2012
Artikel-Zusammenfassung
Griechenland war der absolute Sensationssieger der UEFA EURO 2004, dabei wäre Hellas fast nach der Gruppenphase ausgeschieden. Traianos Dellas erinnert sich, doch den Triumph kann er sich noch immer nicht erklären.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
2004 sorgte Griechenland für den wohl größten Schock in der Geschichte der Europameisterschaften, als bei der UEFA EURO 2004 Gastgeber Portugal im Finale in Lissabon besiegt wurde. Ganz Europa staunte. Mit einem solchen Ergebnis hatte niemand gerechnet, zumal sie am Ende der Gruppenphase schon fast draußen waren, wie Verteidiger Traianos Dellas gegenüber UEFA.com erzählte.
"Ich denke, dass die meisten Leute dachten, dass das Spiel gegen Russland unsere letzte Partie sein würde", sagte Traianos Dellas nach Griechenlands 1:2-Niederlage im letzten Gruppenspiel. "Das war sehr hart."
Doch zum Glück für den Innenverteidiger und seine Mannschaftskollegen verlor Spanien, das punktgleich mit den Griechen war, das andere finale Gruppenspiel mit 0:1 gegen Portugal, sodass die Truppe von Otto Rehhagel bei identischer Tordifferenz aufgrund der mehr geschossenen Tore weiterkam.
Bei solch geringen Unterschieden stand das Fernduell in der Gruppe A von Beginn an auf des Messers Schneide. Aber nach gut einer Viertelstunde lagen die Griechen mit 0:2 zurück, ehe noch vor der Pause der Anschluss gelang. Noch immer wären sie ausgeschieden gewesen.
Irgendwann machten die Hellas-Fans ihrer Mannschaft klar, dass im anderen Gruppenspiel Portugal durch Nuno Gomes in der 57. Minute gegen den iberischen Nachbarn in Führung gegangen war. Nun wäre Griechenland in der nächsten Runde gewesen.
"Wenn Russland in diesem Moment noch einmal getroffen hatte, wären wir ausgeschieden gewesen aus der EURO. Das war einer der schwierigsten Augenblicke, die ich als Fußballer hatte", sagte Dellas.
Am Ende hatten sie also eine Menge Glück, das Viertelfinale erreicht zu haben, ab da an hatten sie ihr Schicksal selbst in der Hand.
Mit entschlossenen Auftritten gestalteten sie es erfolgreich, allen voran ging dabei Kapitän Theodoros Zagorakis. "Mit seiner Leidenschaft und Stärke inspirierte er die Mannschaft und gab uns den Mut, es noch härter zu versuchen", sagte Dellas. "Wie wir wollte auch er in die Fußballgeschichte eingehen, etwas, wozu wir ultimativ in der Lage waren."
Dellas selbst war es, der im Halbfinale gegen die Tschechische Republik mit seinem "Silver Goal" in der 105. Minute diese Chance erst ermöglichte. Rehhagel sprach anschließend von einem "echten Wunder", während Dellas die Worte fehlten.
"Ich glaube nicht, dass es irgendwelche Worte gab, um so etwas zu beschreiben, auch wenn die griechische Sprache eine der reichsten Sprachen ist. Diesen Moment haben wir geteilt – ich und jeder, der das Spiel im Stadion oder im TV gesehen hat. Ich glaube, dass jeder seine eigene Geschichte hat, wenn er erzählen soll, wie er sich in diesem Moment gefühlt hat."
Der Rest ist Geschichte. Der dritte 1:0-Sieg in Folge brachte den Griechen den Finalsieg über Gastgeber Portugal, und das Märchen fand einen krönenden Abschluss mit der Übergabe des Henri-Delaunay-Pokals. Ein Ereignis, das es so noch nicht gegeben hatte und so vielleicht auch nie wieder geben wird.
"Ich kann noch immer nicht genau erklären, was passiert ist", sagte Dellas. "Ich realisierte, dass wir etwas sehr Großes und Wichtiges erreicht hatten. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für das ganze Land, das nie zuvor eine solche Freude erlebt hatte."