Fußball in ... Kyiw
Montag, 2. Januar 2012
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Kyiw (Kiew) ist die Heimat des überragenden ukrainischen Fußballklubs, des FC Dynamo Kyiv, der 1975 und 1986 den Pokal der Pokalsieger gewinnen konnte.
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Kyiw (Kiew) ist die Heimat des überragenden ukrainischen Fußballklubs, des FC Dynamo Kyiv. 1927 gegründet, spielte der Klub niemals in der zweiten Liga, weder früher in der UdSSR, noch heute in der Ukraine.
Aber Dynamo ist nicht die einzige Erstligamannschaft aus der ukrainischen Hauptstadt – der FC Arsenal Kyiv, ehemals als Armeeklub CSKA bekannt, und der von einer Brauerei unterstützte FC Obolon Kyiv mischen ebenfalls in der Eliteliga mit. Dynamo ist mit 13 Meisterschaften in der UdSSR der erfolgreichste Klub aus der ehemaligen Sowjetunion, hinzu kommen noch neun Pokalsiege. Nach der Unabhängigkeit der Ukraine sicherte sich Dynamo 13 der 21 seither ausgespielten Meisterschaften plus neun Pokal-Triumphe.
Dynamo war ursprünglich eine Mannschaft, die zum Großteil aus Mitarbeitern des sowjetischen Geheimdienstes bestand. Doch bald wurden auch namhafte Profis "transferiert" und der Klub nahm Ende der 1960er Jahre in der Sowjetunion eine sportliche Vormachtstellung ein. Victor Maslov war der erste Erfolgstrainer des Klubs, ihm folgte der legendäre Valeriy Lobanovskiy, der mit seinem Klub auch internationale Triumphe feiern konnte.
Dynamo gewann 1975 und 1986 den Pokal der Pokalsieger, 1977, 1987 und 1999 erreichte der Klub jeweils das Halbfinale im Pokal der europäischen Meistervereine, in der unabhängigen Ukraine war der Klub eine Klasse für sich. Dabei hatte der Klub in den Anfangsjahren noch im Schatten der Vereine aus Charkiw, Odessa und Lwiw gestanden.
Um 1900 brachten Fabrikarbeiter - vor allem Tschechen - den Fußball nach Kyiw. Die erste Mannschaft repräsentierte Greter und Krivanek, eine Maschinen- und Boiler-Fabrik im Westen der Stadt, und der erste Fußballplatz wurde dort erbaut, wo heute die Dovzhenko Film Studios stehen. Einen Durchbruch erlebte die Stadt 1934, als die Hauptstadt der sowjetischen Ukraine von Charkiw nach Kyiw verlegt wurde.
Bekannte Namen
Unzählige Fußballstars der Ukraine stammen aus Kyiw, darunter auch die beiden Fußballer Europas: Oleh Blokhin (1975) und Andriy Shevchenko (2004). Oleksiy Mykhailychenko, Viktor Kanevskiy und Anatoliy Byshovets sind ebenfalls international bekannt, doch die herausragende Persönlichkeit ist ohne Zweifel Lobanovskiy, der mit Dynamo acht sowjetische Meisterschaften, fünf ukrainische Titel und 1975 und 1986 den Pokal der Pokalsieger gewann. Nach seinem Tod im Jahre 2002 erwiesen ihm Tausende von trauernden Fußballfans die letzte Ehre auf seinem Weg zum Baykove-Friedhof.
Andere Sportarten
Nicht nur der Fußball sorgt in der ukrainischen Hauptstadt für Schlagzeilen. Die Frauen-Handballmannschaft von Spartak Kyiv gewann zwischen 1969 und 1988 insgesamt 20 Mal in Folge die sowjetische Meisterschaft. Turner Borys Shakhlin holte sieben olympische Goldmedaillen, seine Turnkollegin Larysa Latynina neun. Sie wurden zwar nicht in Kyiw geboren, zogen aber früh hierher, ebenso wie Sprinter Valeriy Borzov, der bei den Olympischen Spielen in München 1972 Gold über 100 und 200 Meter gewann. Kyiw ist auch die Heimat des zweifachen Stanley-Cup-Siegers Ruslan Fedotenko.
Hätten Sie es gewusst?
Dynamo war die erste Mannschaft aus der Sowjetunion, die einen europäischen Titel gewinnen konnte - 1975 den Pokal der Pokalsieger.