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Santos: Taktik vor Technik

Griechenland testet am Mittwoch in Heraklion gegen Belgien den Ernstfall vor der UEFA EURO 2012 und Trainer Fernando Santos hat vorher erklärt, welche Kriterien ihm bei der Nominierung des EURO-Kaders wichtig sind.

Fernando Santos setzt bei der EURO vor allem auf taktisches Verständnis
Fernando Santos setzt bei der EURO vor allem auf taktisches Verständnis ©Getty Images

Griechenland testet den Ernstfall vor der UEFA EURO 2012 am Mittwoch in Heraklion gegen Belgien und Trainer Fernando Santos hat die Fans aufgefordert, sich keine großen Illusionen über mögliche Erfolge bei der Endrunde zu machen.

Der portugiesische Taktikfuchs weiß, dass seine Mannschaft - in Abwesenheit vieler Stars - nur über den Teamgeist zum Erfolg kommen kann. So kündigte er an, bei der Nominierung seines 23-Mann-Kaders in drei Monaten zuerst auf taktische Fähigkeiten zu setzen, "technische Fähigkeiten kommen erst an zweiter Stelle", sagte er.

"Wenn wir einen Spieler wie Lionel Messi hätten, würden wir ihn nominieren, auch wenn er taktisch nicht in unser Konzept passen würde", fügte der 57-Jährige an. "Aber Griechenland hat keinen Messi, deshalb setzen wir zuerst auf taktisches Verständnis, dann auf individuelle Qualitäten, gefolgt von Teamgeist, Erfahrung in wichtigen Spielen und zuletzt auf Vielseitigkeit."

Diese Aussage legt den Schluss nahe, dass Santos sich in den Fußstapfen von Otto Rehhagel bewegt, der mit ähnlicher Herangehensweise bei der UEFA EURO 2004 triumphierte. Immerhin testete Santos seit seiner Amtsübernahme im Sommer 2010 nicht weniger als 55 Spieler, 16 davon waren Debütanten.

Der ehemalige Leverkusener Fanis Gekas, heute bei Samsunspor unter Vertrag, ist dennoch überzeugt, dass Santos sich ganz schön den Kopf zerbrechen muss, bevor er den Kader bekannt gibt. "Nachdem er in den letzten 18 Monaten so viele Spieler getestet hat, hat er doch eine Riesenauswahl. Das heißt natürlich auch, dass er noch ganz schön überlegen muss, wen er im Mai endgültig nominiert."

Griechenland trifft in der Gruppe A auf Gastgeber Polen, die Tschechische Republik und Russland. Da kommt Belgien am Mittwoch als Sparringspartner gerade recht. "Belgien hat eine gute Mannschaft, deren Spielstil ein wenig an den unserer Gruppengegner im Juni erinnert", erläutert Gekas.

Panathinaikos FC-Torhüter Orestis Karnezis könnte im Pankritio-Stadion sein Debüt feiern, auch der 19-jährige Mittelfeldspieler Kostas Fortounis vom 1. FC Kaiserslautern darf sich durchaus berechtigte Hoffnungen machen, sein erstes Länderspiel zu bestreiten.

Auf jeden Fall erhofft sich Gekas wichtige Erkenntnisse vom Testländerspiel gegen die Belgier: "In so einem Spiel kann der Trainer unsere Schwachstellen prüfen und weiß dann, was bis zur heißen Phase der Vorbereitung im Mai noch zu tun ist."