Montenegro als Frustabbau
Montag, 10. Oktober 2011
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Die UEFA Euro 2012 liegt außer Reichweite. Nun will sich die Schweiz gegen Montenegro wenigstens "den Frust von der Seele spielen".
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Die Enttäuschung sitzt noch immer tief: Mit dem 0:2 in Wales und dem 2:2 Montenegros gegen England hat die Schweiz keine Möglichkeit mehr, über die Play-offs im November die Qualifikation für die Endrunde zu sichern. Erstmals seit der FIFA-WM 2002 sind die Schweizer an einem großen Turnier nur Zuschauer.
Sie seien "geschockt und enttäuscht", sagte Ottmar Hitzfeld, der Schweizer Nationaltrainer, nach dem Spiel in Swansea am späten Freitagabend. Nun aber, an der Medienkonferenz vor dem Spiel gegen Montenegro, bemühte er sich, Positives hervorzuheben: "Meine Mannschaft ist hart im Nehmen. Und Rückschläge gehören einfach dazu, wenn man eine junge Mannschaft hat, die sich erst noch entwickeln muss." Zwar sei es sicher schwierig, ausgerechnet gegen die erfolgreichen Montenegriner zu spielen – aber: "Es ist auch eine gute Möglichkeit, sich den Frust von der Seele zu spielen", sagte Hitzfeld. Gökhan Inler, sein Captain, fügte an: " Nur schon für die Fans wollen wir alles geben."
Als Grund für das Scheitern nannte Hitzfeld den "großen Umbruch", den seine Mannschaft im Verlauf der Qualifikation durchgemacht habe – einen, den ein Land wie die Schweiz nur schwer verkraften könne. Daher gehe es bis zum Beginn der WM-Ausscheidung im September kommenden Jahres darum, wieder mehr Stabilität zu erreichen.
Zunächst soll das mit einem guten Spiel am Dienstag gelingen. "Im Sinne der Kontinuität" wird Hitzfeld zu großen Teilen auf das Team vom Wales-Spiel zurückgreifen. Einzig in der Defensive kündigen sich Änderungen an: Ricardo Rodriguez wird in seinem ersten Nationalmannschaftspflichtspiel von Beginn weg den gesperrten Linksverteidiger Reto Ziegler ersetzen. Zudem gilt es als sicher, dass Johan Djourou, am Freitag gesperrt, wieder in die Innenverteidigung rücken wird.