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Nagelprobe für Türken und Kroaten

Die Begegnung zwischen Kroatien und der Türkei dürfte ohne Zweifel das emotionalste der vier Play-off-Duelle sein, die am Freitagabend stattfinden. Dabei haben die Kroaten mit den Türken noch eine Rechnung offen.

Guus Hiddink verspricht den Kroaten einen heißen Tanz in Istanbul
Guus Hiddink verspricht den Kroaten einen heißen Tanz in Istanbul ©Getty Images

Guus Hiddink weiß, dass das Play-off-Duell seiner Türken mit Kroatien womöglich erst nach 210 Minuten oder sogar einem Elfmeterschießen entschieden sein wird: "Wir sollten nicht vergessen, dass es ein Hin- und ein Rückspiel gibt."

Im Viertelfinale der UEFA EURO 2008 warfen die Türken die schon damals von Slaven Bilić trainierten Kroaten mit einem 3:1 nach Elfmeterschießen aus dem Turnier. Doch was damals in Wien passierte, interessiert Hiddink vor dem Hinspiel in Istanbul nicht. "Oberste Priorität hat es für uns, kein Gegentor zu kassieren", sagte der Niederländer. "Deshalb müssen wir ihr Passspiel unterbinden. Ich erwarte ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften haben sehr talentierte Spieler und die Emotionen gehen vor so einem Spiel natürlich sehr hoch. Es ist fast unmöglich, da ein Ergebnis vorherzusagen."

Während manche so genannte Experten den Kroaten die Favoritenrolle zugeschoben haben, sieht man das in der Türkei etwas anders. "Wir sind bereit für diesen Abend und werden ihnen das Leben richtig schwer machen", sagte Hiddink.

Die größte Gefahr für die Kroaten dürfte von Trabzonspor AŞ-Stürmer Burak Yılmaz ausgehen, der in dieser Saison in der Süper Lig in acht Spielen 13 Mal erfolgreich war. "Wenn jeder von uns gegen Kroatien seine beste Leistung abrufen kann, könnte ich einer der gefährlichsten Spieler der Mannschaft sein", erklärte Burak. "Bei der EURO zu spielen, ist für jeden Fußballer ein Traum und wir haben jetzt die Chance, uns diesen Traum zu erfüllen."

Aufgrund einer Verletzung wird Galatasaray AŞ-Stürmer Colin Kazım-Richards zumindest das Hinspiel am Freitagabend verpassen, bei Kroatien verletzte sich Abwehrspieler Vedran Ćorluka im Abschlusstraining vor dem Flug in die Türkei. "Wir haben für ihn einen Spezialschuh konstruiert, der seinen Fuß schützen soll", sagte Mannschaftsarzt Dr. Jurica Rakić. "Wir alle hoffen, dass es nichts Schlimmes ist."

Bilić muss schon auf Abwehrspieler Ivan Strinić, Mittelfeldspieler Niko Kranjčar und Stürmer Mladen Petrić verzichten, dafür wurde FC Bayern Münchens Linksverteidiger Danijel Pranjić nachnominiert. Falls Ćorluka ausfällt, steht Gordon Schildenfeld Gewehr bei Fuß.

"Ich weiß, dass die Türken eine gute Mannschaft haben, aber wir wollen lieber Taten statt Worte sprechen lassen", sagte Bilić. "Wir gehen die Partie an, als ob es das einzige Spiel sei, nicht das Hinspiel. Die Stimmung in unserem Trainingslager ist sehr gut und ich habe ein gutes Gefühl."

Da das Hinspiel an einem kuriosen Datum, dem 11. November, stattfindet (11./11./11), wurde Kroatiens Nummer 11, Kapitän Darijo Srna, besonders von der Presse belagert. Doch der Spieler vom FC Shakhtar Donetsk sieht das als Firlefanz: "Ich glaube nicht an solche Zahlenspiele. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen mehr als 100 Prozent geben, damit wir unseren Fans, Freunden und Familien nach dem Spiel noch in die Augen schauen können. Wenn wir alles geben, werden wir die Play-offs gewinnen."