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Verfrühtes Entscheidungsspiel für Österreich

Österreich wurde durch die enttäuschende 0:2-Niederlage gegen Belgien auf den Boden der Tatsachen geholt, von der Aufbruchstimmung ist vor dem Auswärtsspiel gegen die Türkei kaum mehr etwas zu spüren.

Österreich muss in der Türkei ohne Kapitän Marc Janko auskommen
Österreich muss in der Türkei ohne Kapitän Marc Janko auskommen ©Getty Images

Nach der enttäuschenden 0:2-Heimniederlage gegen Belgien wurde ganz Fußball-Österreich auf den Boden der Tatsachen geholt. Von der Aufbruchstimmung ist vor dem Auswärtsspiel gegen die Türkei kaum mehr etwas zu spüren. Aber auch die Gastgeber stehen gehörig unter Druck.

"Jetzt sind wir wieder auf dem richtigen Level angekommen. Das Potenzial in der Mannschaft ist da, aber wenn wir uns dadurch gleich in die Favoritenrolle begeben, wird das nicht funktionieren", meinte Paul Scharner, der zuletzt den zu starken Optimismus des Teams kritisierte.

Ein besonderes Spiel wird es natürlich für drei ÖFB-Kicker. Yasin Pehlivan, Ümit Korkmaz und Ekrem Dağ haben türkische Vorfahren. Für den Letztgenannten könnte es sogar fast ein Heimspiel werden. Das Stadion Şükrü Saracoğlu liegt nämlich nur einen Steinwurf von der Wohnung des Beşiktaş-JK-Spielers entfernt.

Fehlen werden Trainer Dietmar Constantini gleich drei wichtige Stützen. Kapitän Marc Janko, Spielmacher Zlatko Junuzović und Defensiv-Allrounder Franz Schiemer wurden verletzungsbedingt aus dem Kader gestrichen. Ersterer reiste allerdings zwecks moralischer Unterstützung mit nach Istanbul. Somit gilt eine Startelf-Nominierung von 2,02-Meter-Mann Stefan Maierhofer als wahrscheinlich.

Auch Erwin Hoffer, sein ehemaliger Sturm-Partner vom SK Rapid Wien, könnte seine Chance erhalten. Generell hat im ÖFB-Team niemand eine Stammplatz-Garantie. "Ich kann mir vorstellen, dass an einigen Positionen etwas verändert wird", kündigte auch schon Didi Constantini an, der ein Zeichen setzen will. Der Teamchef selbst ist auch nicht unumstritten. ÖFB-Präsident Leopold Windtner will sich zur Trainer-Frage aber erst nach dem Spiel äußern.

Ebenfalls unter Druck steht Türkei-Coach Guus Hiddink. Zwei Niederlagen setzte es für den WM-Dritten von 2002 bereits in vier Spielen. Gegen Österreich will man in den beiden Partien – das Rückspiel findet am 6. September im Wiener Ernst-Happel-Stadion statt - nun das Punktemaximum von sechs Zählern erreichen. "Wenn wir das nicht schaffen, werde ich meinen Rücktritt anbieten. Dann liegt es am türkischen Verband", meinte Hiddink selbstkritisch.

Der Niederländer will nun von manchen Spielern Leistungen sehen. Auch Shootingstar Nuri Şahin droht die Ersatzbank, sollte er nicht sein Potenzial voll ausschöpfen. Eine Kampfansage kam von Torhüter Volkan Demirel: "Wir müssen gewinnen. Wir kämpfen darum, die türkische Fahne bei der Euro 2012 wehen zu sehen. Unser erstes Ziel dorthin ist das Spiel gegen Österreich. Darüber sprechen wir überall und zu jeder Zeit."

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