Pflichtsieg mit Nebengeräuschen
Samstag, 26. März 2011
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Dank der makellosen Bilanz in der EM-Qualifikation herrschte im DFB-Lager prinzipiell große Zufriedenheit. Vor allem über Miroslav Klose nach seinen zwei Toren beim 4:0 gegen Kasachstan. Aber es gab auch Kritik.
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Ein großer Fußballabend war es nicht, denn auch wenn der von Bundestrainer Joachim Löw eingeforderte "klare Sieg" mit dem 4:0 im Qualifikationsspiel zur UEFA EURO 2012 gegen Kasachstan durchaus erreicht wurde, musste Philipp Lahm nach der Partie zugeben: "Wenn ich ehrlich bin, werde ich wahrscheinlich von diesem Spiel auf lange Sicht nichts behalten."
"Es hat heute nicht alles gepasst zu unserer besten Leistung, aber es war ein absoluter Pflichtsieg", meinte auch Per Mertesacker. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht den Schwung von den ersten drei Toren mitgenommen." Nach dem Führungstreffer durch Miroslav Klose in der dritten Minute hatten sich die Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion Hoffnungen auf einen richtigen Kantersieg gemacht, in einer an Höhepunkten extrem armen zweiten Halbzeit aber machte sich am Betzenberg etwas Unmut breit.
"Jeder ist schon einmal ausgepfiffen worden, aber wir können damit leben, denn wichtig ist der Sieg, vor allem für die Zukunft", sinnierte Mertesacker über die Stadion-Atmosphäre gegen Ende der Partie. Etwas deutlicher wurde da Bastian Schweinsteiger: "Es war eine komische Stimmung hier: Wir gewinnen 4:0, sind mit acht Punkten Vorsprung Erster und ich denke, dass es nicht in jedem Land so ist, dass man dann ausgepfiffen wird. Natürlich wollen die Zuschauer immer ein Spektakel sehen, aber es ist nicht einfach, gegen eine Mannschaft zu spielen, die 30 Meter vor dem Tor steht und fast keine Lücken zulässt."
Bejubelt wurden von den knapp 49 000 Zuschauern vor allem die beiden Tore von Miroslav Klose, der sich mit seinen Länderspiel-Treffern Nummer 60 und 61 an alter Wirkungsstätte über einen gelungenen Abend freuen durfte: "Man will natürlich immer Tore schießen. Kaiserslautern ist meine Heimat, hier ist meine Familie und ich komme immer gerne hierhin zurück."
Vielleicht wäre Klose an den Torrekord von Gerd Müller, der mit seinen 68 Treffern noch immer erfolgreichster Akteur der deutschen Länderspiel-Geschichte ist, noch ein wenig näher heran gekommen, hätte Kasachstan in der zweiten Halbzeit etwas mehr am Spiel teilgenommen und mit einer extrem defensiven Einstellung nicht nur Schadensbegrenzung betrieben.
"Es war ein sehr trauriges Spiel für uns gegen einen starken Gegner", meinte Gäste-Trainer Miroslav Beranek. "Wir haben schon mit viel Pech begonnen und nach zwei Minuten ein Tor nach einer Standardsituation kassiert. Wir sind froh, dass wir in der ersten Halbzeit nicht noch mehr Tore bekommen haben."
Bei seinem Gegenüber Joachim Löw fiel das Fazit so aus: "Mit der ersten Halbzeit kann man gegen so einen defensiven Gegner zufrieden sein, aber wir haben nach der Pause das ganz große Tempo vermissen lassen." Dafür gibt Deutschland aber in der Tabelle weiterhin die Geschwindigkeit vor und mit der maximalen Punktausbeute aus fünf Spielen und jetzt acht Zählern Vorsprung auf Österreich das Ticket zur UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine schon fast in der Tasche.