Janko, das Stehaufmännchen
Mittwoch, 23. März 2011
Artikel-Zusammenfassung
Marc Janko hat in seiner Karriere schon öfter Rückschläge durch Verletzungen einstecken müssen. Seinem Torhunger hat dies jedoch keinen Abbruch getan.
Top-Medien-Inhalte des Artikels
Artikel-Aufbau
Marc Janko hat in seiner Karriere schon öfter Rückschläge durch Verletzungen einstecken müssen. Seinem Torhunger hat dies jedoch keinen Abbruch getan.
Marc Janko ist immer hungrig. Hungrig nach Toren. In der Saison 2008/09 konnte der gebürtige Wiener im Trikot von FC Salzburg gleich 39 Mal seinen Hunger stillen und bekam als Belohnung hinter Diego Forlán und Samuel Eto'o den ESM Bronzenen Schuh als Europas drittbester Torjäger verliehen.
Nach seinem Wechsel zum amtierenden niederländischen Meister FC Twente im Sommer 2010 hält der 26-Jährige aktuell bei 14 Treffern in 25 Ligaspielen und liegt damit als erfolgreichster Twente-Angreifer auf Rang sechs der niederländischen Torschützenliste.
Doch nicht immer war die Karriere des Sohns der österreichischen Top-Leichtathleten Eva und Herbert Janko von Erfolgen verwöhnt. Erst im Alter von 21 Jahren gelang dem Mittelstürmer bei seinem Stammverein VfB Admira Wacker Mödling der Sprung in den Profifußball. Nach nur einer Saison in der Bundesliga, in der er in 13 Spielen zwei Tore erzielte, folgte der Transfer zu Salzburg. Obwohl Janko auf Anhieb zum Stammpersonal im Angriff der Mozartstädter zählte, kam er in seinen ersten drei Saison auf lediglich 40 Ligaspiele. Zu oft wurde er von Verletzungen gebremst.
Jüngst musste er Österreichs Teamchef Dietmar Constantini für das freundschaftliche Länderspiel gegen die Niederlande im Februar 2011 aufgrund einer Leistenverletzung absagen. "Manchmal geht mir das Verletzungspech schon auf die Nerven", meinte Janko unlängst. Trotzdem lässt er sich von Rückschlägen nicht unterkriegen. "Vielleicht hätte ich mit etwas mehr Vertrauen von meinen damaligen Trainern schon früher Karriere machen können. Aber weil ich so lange auf meine Chance warten musste, habe ich gelernt, dass man manchmal durchhalten und sich eben schrittweise herankämpfen muss. Man muss sich Dinge zutrauen, an sich glauben."
Trotz seiner Körpergröße von stattlichen 1,96 Metern ist Janko keineswegs unbeweglich. Zudem weiß er mit guter Ballbehandlung und der obligatorischen Kopfballstärke zu bestechen. Das Bewegungstalent hat der 26-Jährige von seinen Eltern mitgegeben bekommen. Mutter Eva gewann die Bronzemedaille im Speerwurf bei den Olympischen Spielen 1986 in Mexiko, Vater Hermann war mehrfacher Staatsmeister im Hochsprung. Großen Druck, eine Karriere in einer Sportart einzuschlagen, bekam Janko jedoch nie. "Es ist immer mir selbst überlassen geblieben, was ich machen möchte. Meine Eltern würden mich genauso lieben, wenn ich Jurist geworden wäre."
Vor Österreichs Heimspiel gegen Belgien im Rahmen der Qualifikation zur UEFA EURO 2012 am Freitag plagen den 18-fachen Nationalspieler erneut Verletzungssorgen. Diesmal ist es eine Bänderverletzung im Knöchel, die ihn um einen Einsatz bangen lässt. Doch Marc Janko wäre nicht er selbst, wenn er nicht auch nach diesem Rückschlag stärker als zuvor zurückkommen würde.