Rehhagel warnt vor Stolpersteinen
Montag, 30. Januar 2006
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Nach dem Triumph bei der UEFA EURO 2004™ ist Griechenland in der UEFA EURO 2008™-Qualifikation kein Außenseiter mehr.
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Nach der Auslosung der UEFA EURO 2008™-Qualifikation in Montreux sprach Griechenlands Nationaltrainer Otto Rehhagel mit uefa.com. Der Coach des Titelverteidigers kann es kaum erwarten, ab September die ersten Schritte Richtung Endrunde in Österreich und der Schweiz zu unternehmen.
Keine "Kleinen" mehr
In der Gruppe C spielen zwar ausschließlich Teams, die sich nicht für die FIFA-Weltmeisterschaft im Sommer in Deutschland qualifizieren konnten, dennoch nimmt Rehhagel weder die Türkei noch Norwegen, Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Moldawien oder Malta auf die leichte Schulter. Im uefa.com-Chatroom meinte er: "Es gibt keine leichten Spiele mehr. Die so genannten 'Kleinen' existieren nicht. Daher wird es auch in dieser Gruppe keine einzige Partie geben, in der wir fest mit einem Sieg rechnen können - es wird ein enges Rennen."
"Müssen höllisch aufpassen"
"Norwegen, die Türkei und wir kämpfen meiner Meinung nach um die ersten beiden Plätze", meinte Rehhagel weiter. "Alle drei Teams dürften schwer zu schlagen sein. Aber auch Herzegowina, Ungarn, Malta und Moldawien, also die so genannten kleineren Mannschaften, können einen guten Tag erwischen und einen besiegen. Gegen diese Teams müssen wir höllisch aufpassen." Nach dem sensationellen Triumph seines Teams in Portugal weiß Rehhagel nur zu gut, wie schnell eine Mannschaft für große Überraschungen sorgen kann. Zuletzt sorgte seine Mannschaft jedenfalls eher für negative Schlagzeilen.
Alte Bekannte
Nach der verpassten WM-Teilnahme will Rehhagel seine Schützlinge nun wieder in die Erfolgsspur zurückführen. Dabei geht es erneut gegen einen alten Bekannten. Fatih Terims Türken landeten in der WM-Qualifikation vor den Griechen, auch wenn beide Partien zwischen den Nachbarn jeweils mit einem torlosen Remis endeten.
"Emotionsgeladene Spiele"
"Das sind natürlich sehr emotionsgeladene Spiele", sagte Rehhagel. "Bei unserem letzten Duell herrschte großer Enthusiasmus, und die beiden Spiele haben gezeigt, dass wir in guter Stimmung gegeneinander spielen können. Es war sehr positiv, das bleibt hoffentlich so."
Team im Umbruch
Griechenland hat in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass man jedem Gegner Paroli bieten kann. Rehhagel steht nun jedoch vor dem Problem, auf dem Weg zur EM-Endrunde 2008 einen Umbruch im Team durchzuführen und jüngere Spiele zu integrieren. "Wir haben unlängst gegen Saudi-Arabien und Südkorea gespielt und dabei einige Akteure aus der U21 eingesetzt. Aber wir haben noch genügend Schlüsselspieler", sagte der deutsche Trainerroutinier. "Die jungen Spieler müssen noch beweisen, dass sie gut genug sind, um in die Fußstapfen der alten Hasen zu treten. In den nächsten sechs Monaten wird ein Übergang stattfinden."
Taktik steht im Vordergrund
Doch egal, auf welche Spieler Rehhagel am Ende setzt - er vertraut auf die eigenen Stärken und nicht auf die vermeintlichen Schwächen der Gegner: "Bei der Entscheidung, welche Spieler ich nominiere, steht die Taktik im Vordergrund. In Portugal hatten wir starke Verteidiger und nur wenige gute Angreifer. Daher haben wir mit einem defensiveren 4-5-1-System gespielt. Aber es gibt immer Wege und Mittel, um eine stärkere Mannschaft zu besiegen." Wenn jemand diese These bereits eindrucksvoll belegt hat, dann sicherlich Otto Rehhagel selbst.