Sir Bobby Robson geht in Rente
Freitag, 16. November 2007
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Sir Bobby Robson wird sich am Samstag nach dem letzten Qualifikationsspiel nach 60 Jahren aus dem Fußballgeschäft zurückziehen.
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Wenn am Samstag im Millennium-Stadion von Cardiff der Schlusspfiff ertönt und die Qualifikation zur UEFA EURO 2008™ für die Republik Irland beendet ist, geht auch eine der längsten Fußballerkarrieren überhaupt zu Ende. Nach fast 60 Jahren Fußball zieht sich Sir Bobby Robson zurück.
Gesundheitliche Probleme
Der 74-jährige ehemalige englische Nationaltrainer hat seit Januar 2006 als Berater für die irische Nationalmannschaft gearbeitet. Er sollte zusammen mit Stephen Staunton arbeiten. Obwohl dieser letzten Monat nach dem Scheitern der Iren in Gruppe D entlassen wurde, blieb Robson, doch wegen gesundheitlicher Probleme wird er nach dem Spiel gegen Wales zurücktreten. "Als ich unterschrieben habe, war ich sehr gut drauf, ein energiegeladener Mann und stand voll im Saft", sagte Robson. "Ich habe mich wie Tarzan gefühlt und wusste, dass ich auf den Platz gehen konnte. Ich konnte am besten helfen, wenn ich am und auf dem Platz mit den Spielern war, aber mit meiner Gesundheit ging es nun bergab."
Tolle Karriere
Die beeindruckende Karriere von Sir Bobby begann 1950 bei Fulham FC. Für diesen Verein, für den er vor und nach einem Sechsjahresaufenthalt bei West Bromwich Albion FC spielte, sollte er 350 Spiele bestreiten. Er absolvierte zudem 20 Länderspiele für England, wobei er an der FIFA-Weltmeisterschaft 1958 teilnahm. Beim Turnier vier Jahre später musste er allerdings wegen einer Knöchelverletzung passen. 1968 wurde er dann Trainer von Fulham, doch erst bei Ipswich Town FC kam er als Coach groß raus. Er trainierte den Verein 15 Jahre lang, holte 1978 den FA Cup und drei Jahre später den UEFA-Pokal.
Europapokalsieg
Robson verließ 1982 die Portman Road und wurde englischer Nationaltrainer. 1986 führte er England ins WM-Viertelfinale und zwei Jahre darauf zur UEFA-Europameisterschaft. Sein größter Erfolg mit der Nationalmannschaft war allerdings 1990 das Erreichen des Halbfinals in Turin, in dem die Engländer am späteren Sieger Deutschland im Elfmeterschießen scheiterten. Danach war er noch Coach des PSV Eindhoven – mit dem er zwei Mal die Meisterschaft holte –, von Sporting Clube de Portugal, vom FC Porto – auch hier gewann er zwei Mal den nationalen Titel – und des FC Barcelona, den er in seiner einzigen Saison, 1996/97, zum Pokal der Pokalsieger machte und obendrein die Copa del Rey und den spanischen Superpokal holte.
Fachwissen noch da
Im September 1999 kehrte er nach England zurück und übernahm mit Newcastle United FC den Verein, von dem er immer Fan gewesen war. 2004 wurde er dort entlassen. Nun ist er der Meinung, dass er aufgrund seiner Gesundheit keine weiteren Aufgaben übernehmen wird. "Die letzten zwei Jahre habe ich genossen und ich wünschte, ich hätte mehr machen können", sagte Sir Bobby, der 2002 zum Ritter geschlagen wurde. "Staunton hat hart gearbeitet und sein Bestes gegeben und ich wollte unbedingt meinen Vertrag erfüllen und beim letzten Spiel in Cardiff dabei sein. [Meine weiteren Pläne] hängen von meiner Gesundheit ab. Ich habe immer noch das Fachwissen und die Begeisterung, aber wahrscheinlich werde ich nie wieder auf den Rasen zurückkehren."