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Griechenland im Siegestaumel

Durch den Finaleinzug der Griechen wurde die Fußball-Welt komplett auf den Kopf gestellt.

Der europäische Fußball ist an diesem Abend aus seinen Grundfesten gehoben worden. Außenseiter Griechenland setzte sich im Estádio do Dragão in Porto per Silver Goal gegen Favorit Tschechische Republik durch und bestreitet nun am Sonntag gegen Portugal das Endspiel.

Drama in der Verlängerung
In der letzten Minute der ersten Hälfte der Verlängerung war es soweit. Der eingewechselte Vasillios Tsiartis trat von rechts eine Ecke in den Strafraum, und der hoch gewachsene  Verteidiger Traianos Dellas köpfte die Kugel am kurzen Pfosten ins Gehäuse. Damit versetzte er Griechenland in den Zustand kollektiver Ekstase.

Siegesserie
Damit setzte der Außenseiter, der nie zuvor ein Spiel bei einer großen Endrunde gewonnen hatte, seinen unglaublichen Siegeszug fort. Im Eröffnungsspiel hatten die Hellenen Portugal geschlagen, im Viertelfinale musste Frankreich dran glauben und nun war Geheimfavorit Tschechien dran, das bisher alle vier Spiele gewonnen hatte.

Verdienst von Otto
Der Sieg war letztlich verdient. Trainerfuchs Otto Rehhagel hat es verstanden, eine fleißig arbeitende Mannschaft aufzubauen. Ein Team, in dem jeder für den anderen kämpft, das auch unter Druck besteht und das das Unmögliche möglich machen kann.

Wiedersehen im Finale
Die Griechen blieben ruhig, selbst nach der starken Anfangsphase der Tschechen mit einem Lattentreffer von Tomáš Rosický. Die Griechen glaubten immer an ihre Möglichkeiten und wurden belohnt. Otto Rehhagel und sein Team treffen jetzt im Finale erneut auf die Portugiesen, die sie bereits in der Gruppe A mit 2:1 besiegen konnten. Das Eröffnungsspiel ist also zugleich auch das Finale.

Tschechen enttäuschend
Die Tschechen wiederum fanden kaum Mittel, das griechische Abwehrbollwerk mit Dellas, dem "Koloss von Rhodos", entscheidend in Gefahr zu bringen. Zu keiner Zeit konnten die Tschechen ihren Powerfußball zur Geltung bringen, der sie so weit gebracht hatte. Trotz ihres Potenzials und ihrer technischen Überlegenheit versagten sie gerade dann, als der Druck am höchsten war. Darüber hinaus vergaben sie ihre wenigen guten Chancen kläglich, und die Auswechslung des verletzten Spielmachers Pavel Nedved in der ersten Hälfte war ein zu großer Schock.

Griechischer Gott
Rehhagel hat jetzt schon Kult-Status in Griechenland und wird definitiv vergöttert werden, wenn er jetzt auch noch den Titel holt. "Das Märchen geht weiter. Es ist unglaublich, was meine Mannschaft vollbracht hat. Das ist wie ein Wunder. Die Tschechen sind technisch besser, aber unsere Leidenschaft und der unbedingte Wille zum Sieg haben entschieden. Wir hatten nichts zu verlieren, wir konnten voll auf Risiko setzen und alles oder nichts spielen."

Aus ganzem Herzen dankbar
”Ich habe realisiert, dass wir die Ecke nach genau 14 Minuten und 36 Sekunden der Verlängerung bekommen haben”, sagte der Siegtorschütz Dellas. „Ich habe zu mir selbst gesagt, dass wir es jetzt tun müssen. Irgendjemand hörte mich, und danach habe ich getroffen. Ich danke den griechischen Fans, die hier waren, und die zuhause geblieben sind, aus tiefstem Herzen; wir haben etwas Historisches geschafft.”

Giannakopoulos im Glückstaumel
Griechenlands Mittelfeldspieler Stelios Giannakopoulos war nach dem Schlusspfiff ebenfalls im siebten Himmel: “Es war eine fantastische Art, um zu gewinnen, das ist das Schöne am Fußball. Es ist ein großartiger Tag für uns und ein schwarzer Tag für die Tschechen.“

“Wie ein Traum"
”Wir haben nun nur zwei Tage, um uns zu erholen, deshalb müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, denn das ist fast zu wenig Zeit. Es ist wie ein Traum, als ob wir noch schlafen würden, aber einfach nicht aufwachen wollen. Wir hatten natürlich ein bisschen Glück, aber wir haben ein Tor erzielt und stehen im Endspiel.“

"So ist das Leben"
Der tschechische Trainer Karel Brückner nahm das Aus philosophisch gelassen: „Wir müssen die Niederlage akzeptieren, so ist das Leben. Wir brauchen uns nicht zu schämen, im Gegenteil, wir können sogar stolz sein, selbst auf dieses Spiel mit so traurigem Ausgang.“

"Märchenhaftes Endspiel"
Weiter geht es nun am Sonntag im Estádio da Luz. „Jetzt haben wir ein märchenhaftes Endspiel“, sagte Rehhagel. “Wir haben die Portugiesen im ersten Spiel geschlagen und sie sind dennoch im Turnier geblieben, jetzt kommt es zum Traumfinale gegen uns, sie können sich jetzt revanchieren. Wir waren die Außenseiter. Aber im Fußball ist alles möglich, wir haben nichts mehr zu verlieren.“

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