Portugal will sich für 2004 revanchieren

Portugal war bei der UEFA EURO 2004 bislang das einzige Team, das ein Endspiel bei der EURO im eigenen Land verlor. Frankreich könnte nun das gleiche Schicksal blühen.

Cristiano Ronaldo war bereits im Finale 2004 mit dabei
Cristiano Ronaldo war bereits im Finale 2004 mit dabei ©Getty Images

Portugal verlor das Endspiel der UEFA EURO 2004 gegen die Griechen im eigenen Land. Nun möchten die Portugiesen den Franzosen die Party vor der eigenen Haustür verderben.

Im portugiesischen Kader befinden sich mit Ricardo Carvalho und Cristiano Ronaldo nur noch zwei Spieler, die bei der Finalpleite von vor zwölf Jahren mit dabei waren.

Bereits im Auftaktspiel unterlag Portugal damals seinem Finalgegner mit 1:2 im Estádio do Dragão. Im Anschluss folgten Siege gegen Spanien und Russland, wodurch das Team von Felipe Scolari die Vorrunde überstand. Griechenland kam nur durch das bessere Torverhältnis gegenüber Spanien ins Viertelfinale.

Portugal setzte sich gegen England im Elfmeterschießen durch und schlug die Niederlande im Halbfinale mit 2:1, wodurch das Team das Endspiel erreichte. Griechenland bezwang auf dem Weg ins Finale Titelverteidiger Frankreich im Viertelfinale und schaltete die Tschechische Republik im Semifinale aus.

Das Finale
Trotz der Auftaktpleite gegen Griechenland ging Portugal mit Spielern wie Luís Figo und Cristiano Ronaldo als Favorit ins Finale. Zudem saß mit Scolari ein Trainer auf der Bank, der Brasilien zwei Jahre zuvor zum WM-Titel führte.

Portugal war in der ersten Halbzeit feldüberlegen, kam aber nur durch Distanzschüsse von Maniche, Pauleta und Miguel zu gefährlichen Abschlussaktionen.

Nach der Halbzeit waren es die Griechen, die nach einer Ecke von Angelos Basinas durch Angelos Charisteas in Führung gingen.

Das Publikum trieb Portugal zwar weiter nach vorne, doch die Gastgeber fanden keinen Weg durch die stabile Abwehr des Teams von Otto Rehhagel.

Griechenland ging als 80:1-Außenseiter in das Turnier, hielt aber am Ende den Titel in den Händen. Im Finale verzeichnete Portugal zwar 16:4 Torschüsse, doch ein Treffer gelang ihnen nicht. "Es ist hart, so zu verlieren. Wir haben gut gespielt, aber keine Tore geschossen", sagte Scolari damals nach der Partie.

Umgekehrte Vorzeichen
Portugal machte den Final-Einzug bei der UEFA EURO 2016 ähnlich wie Griechenland 2004 perfekt. Sie gewannen bis zum Halbfinale gegen Wales kein einziges Spiel binnen 90 Minuten. Außerdem hat die Mannschaft mit Pepe, Ronaldo und Renato Sanches eine herausragende Achse, die an jene der Griechen aus dem Jahr 2004 erinnert.

Insiderwissen
Trainer Fernando Santos coachte sieben Jahre lang in der griechischen Liga und löste Rehhagel 2010 als Nationaltrainer ab. Er weiß also, wie die Griechen damals zu ihrem Erfolg kamen.

"Wir haben unsere Art zu spielen. Es ist uns egal, wenn wir nicht schön spielen", sagte Santos nach dem Halbfinale gegen Wales. "Wir sind nicht die beste Mannschaft der Welt, wir sind aber auch nicht überbewertet."

Mit dem Strategen Santos und dem Anführer Ronaldo hat Portugal nun die Möglichkeit, die bösen Geister des Finals von Lissabon zu vertreiben.

"Die UEFA EURO 2004 war ein besonderes Turnier. Ich war damals noch sehr jung und es war mein erstes Turnier", erinnert sich Ronaldo.

"Jetzt stehen wir wieder im Endspiel und ich hoffe, dass wir gewinnen werden. Die Mannschaft hat es sich verdient, ich habe es mir verdient und auch die Fans haben es sich verdient. Am Ende werden wir hoffentlich lächeln und Freudentränen vergießen."

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