Les Bleus nach Lastminute-Treffern weiter

Frankreich - Albanien 2:0 Bis eine Minute vor Schluss waren keine Tore gefallen, dann trafen Antoine Griezmann und Dimitri Payet und schossen Frankreich weiter.

  • Durch den 2:0-Sieg gegen Albanien steht Gastgeber Frankreich als erstes Team im Achtelfinale
  • Bis zur 90. Minute heißt es 0:0, bis Antoine Griezmann trifft
  • Spät in der Nachspielzeit ist – wie schon gegen Rumänien – Dimitri Payet erfolgreich
  • Burim Kukeli fehlt Albanien am dritten Spieltag, nachdem er im zweiten Abschnitt seine zweite Gelbe Karte erhält
  • Die nächsten Spiele in der Gruppe A am 19. Juni: Schweiz – Frankreich, Rumänien – Albanien
  • Alles, was vor dem Spiel und im Spiel geschah, die Reaktionen nach der Partie auf UEFA.com

Albanien merkte man kaum an, dass Kapitän Lorik Cana fehlte, denn der 91-fache Nationalspieler, der einst bei OM kickte, war gesperrt. Das Team von Gianni De Biasi spielte mit einem 4-5-1 und setzte diese Taktik auch diszipliniert um. Im ersten Abschnitt hatten sie nur wenig zu befürchten, was auch an einer Statistik festzumachen ist: In den ersten 45 Minuten schossen Les Bleus kein einziges Mal aufs Tor. Aber auch Albanien schaffte das nicht.

Frankreich überstand eine Schrecksekunde, als sie Probleme hatten, eine Flanke in den Strafraum zu klären. Der Ball traf Bacary Sagna und streifte den linken Pfosten des von Hugo Lloris gehüteten Tors. Als das Spiel dann allmählich offensiver wurde, jagte der eingewechselte Paul Pogba den Ball am langen Pfosten vorbei:

Frankreich drückte aufs Tempo und erarbeitete sich eine Möglichkeit nach der anderen, ehe in der 90. Minute der eingewechselte Antoine Griezmann zuschlug, als er die Kugel mit dem Kopf ins lange Eck beförderte.

Und in der sechsten Minute der Nachspielzeit konterten die Gastgeber und erzielten die endgültige Entscheidung. Gegen Rumänien hatte er das Siegtor erzielt, diesmal ließ er mit seinem Treffer keine Fragen mehr offen: Dimitri Payet drang in den Strafraum ein und jagte den Ball ins rechte Eck.

Spieler des Spiels: Dimitri Payet
Er war der Matchwinner im ersten Spiel der Franzosen, und auch gegen Albanien traf der Spieler von West Ham in seinem alten Stadion in Marseille. Mit seinen Freistößen sorgte er bei Albanien für Probleme, insgesamt bereitete er sechs Chancen für seine Mannschaftskollegen vor. Vor dem heutigen Tag war er die Nummer 1 im Spielerbarometer, mit dem heutigen Spiel hat er seine Stellung untermauert..

Torreigen vorbei
Olivier Giroud hatte in den letzten sechs Spielen acht Treffer erzielt. In der 68. Minute vergab er seine beste Chance, nachdem ihm Kingsley Coman von links eine schöne Flanke serviert hatte. Augenblicke später traf der Arsenal-Stürmer Aluminium. Und dann wurde er am Ende eines für ihn unbefriedigenden Abends gegen Lokalfavorit André-Pierre Gignac ausgetauscht.

Taktische Änderung 
Didier Deschamps wechselte von einem 4-3-3, mit dem er am Freitag gegen Rumänien gespielt hatte, zu einem 4-2-3-1, er brachte Kingsley Coman und Anthony Martial, ließ stattdessen Antoine Griezmann und Paul Pogba draußen. Diese Änderung aber hatte nicht den gewünschten Effekt, weil es vor allem in der ersten Hälfte an flüssigen Angriffsbemühungen fehlte, was sich später änderte.

"Une ambiance extraordinaire"
Das Stade Vélodrome war die Bühne für einige bemerkenswerte Siege von Frankreich. Denken wir nur an den Halbfinalthriller, der gegen Portugal bei der EURO 1984 in die Verlängerung ging. Oder an das 3:0 zum Auftakt der FIFA-WM 1998 im eigenen Land gegen Südafrika. Doch heute Abend taten sie sich sichtlich schwer, da halfen auch die 68.000 Fans nicht. Dabei hatte Emmanuel Petit, der im letztgenannten Spiel aktiv dabei war, am Mittwoch in der regionalen Zeitung La Provence noch von der "fantastischen Atmosphäre" im Stadion geschwärmt.

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