Schär köpft die Schweiz zum Sieg

Albanien - Schweiz 0:1 Fabian Schär brachte den Favoriten schon nach fünf Minuten in Front, trotzdem musste die Schweiz bis zum Ende um den Sieg zittern.

  • Die Schweiz feiert im zehnten EM-Spiel ihren zweiten Sieg
  • Albanien spielt nach Lorik Canas Platzverweis knapp eine Stunde lang in Unterzahl 
  • Yann Sommer rettet mit Glanztaten gegen Shkëlzen Gashi und Armando Sadiku
  • Fabian Schär köpft die Schweiz in Lens schon nach fünf Minuten in Front
  • Albaniens Taulant Xhaka spielt gegen seinen Bruder, den Schweizer Granit


Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Die Schweizer, die von Beginn an Druck machten und auf ein schnelles Tor aus waren, wurden bereits nach fünf Minuten belohnt: Xherdan Shaqiris Ecke von der rechten Seite köpfte Fabian Schär aus sieben Metern ungedeckt ins verwaiste Tor ein, da sich Albaniens Keeper Etrit Berisha bei der Flanke völlig verspekuliert hatte.

Zehn Minuten später hätte es schon 2:0 stehen können, denn nach einem feinen Zusammenspiel zwischen Haris Seferović und Admir Mehmedi tauchte Frankfurts Relegationsheld alleine vor Berisha auf, ehe der Abschluss von Seferović zu zentral geriet. In der Folgezeit schalteten die Eidgenossen einen Gang runter, so dass auch der EM-Neuling den Weg in die Offensive suchen konnte.

Nach einem Abschluss von Taulant Xhaka, der das Tor in der 26. Minute jedoch klar verfehlte, hatten die albanischen Fans den Torschrei fünf Minuten später bereits auf den Lippen: Elseid Hysaj spielte den perfekten Steilpass in den Lauf von Armando Sadiku, der frei vor Yann Sommer aber an einer starken Fußabwehr des Schweizer Keepers scheiterte.

Der Underdog war jetzt gut im Spiel, schwächte sich nach 36 Minuten jedoch selbst, da Kapitän Lorik Cana wegen eines Handspiels mit der Gelb-Roten Karte vom Platz flog. Den folgenden Freistoß von der Strafraumgrenze jagte Blerim Džemaili an den rechten Pfosten (38.). Drei Minuten später wurde Džemaili von Stephan Lichtsteiner bedient und jagte den Ball knapp rechts am Tor vorbei.

Nach der Pause gab weiter die Schweiz den Ton an und drängte auf die Vorentscheidung, die sich Seferović nach 53 Minuten bot, doch der Stürmer scheiterte aus spitzem Winkel mit der Pike an Berisha. Nach 66 Minuten stand erneut Seferović im Mittelpunkt: Nach einem starken Pass von Breel Embolo tauchte der Angreifer erneut frei vor Berisha auf, der jedoch abermals die Oberhand behielt.

Trotz aller Dominanz gelang es den Schweizern nicht, das zweite Tor zu erzielen, und beinahe wären sie dafür noch bestraft worden. In der 87. Minute eilte Shkëlzen Gashi nach Traumpass von Amir Abrashi alleine auf Sommer zu, doch mit einer Wahnsinnstat rettete Gladbachs Torhüter den Schweizern drei Punkte zum EM-Auftakt.

Spieler des Spiels: Granit Xhaka
"Es war besonders für meine Familie, dass zwei Brüder gegeneinander gespielt haben", sagte Xhaka. "Es war auch großartig für uns – für mich war es vielleicht etwas spezieller als für ihn." Der Schweizer Mittelfeldspieler kreierte drei Chancen und brachte 100 Pässe an den Mann, 25 davon im Angriffsdrittel. Er gewann zudem fünf Luftduelle und drei Tacklings.

Erster EM-Auftaktsieg für die Schweiz
Es war bei weitem nicht alles Gold, was glänzt, trotzdem durfte sich die Schweiz über ihren ersten Auftaktsieg bei einer EM und den zweiten insgesamt freuen. Nach dem starken Auftakt samt früher Führung und Überzahl versäumten es die Eidgenossen jedoch, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen, und mussten am Ende sogar noch mächtig zittern, als Yann Sommer gegen Shkëlzen Gashi den Sieg festhielt.

Seferović ohne Fortune
Er reiste als strahlender Frankfurter Relegationsheld zum EM-Turnier an und agierte durchaus selbstbewusst, doch Haris Seferović ließ gegen Albanien jede Menge hochkarätiger Gelegenheiten liegen. Entweder agierte der Angreifer zu ungenau oder er scheiterte an Albaniens Keeper Etrit Berisha.

Albanien schlägt sich wacker
Der Außenseiter wirkte zu Beginn des Spiels noch ein wenig ängstlich, was mit mangelnder Turniererfahrung durchaus zu erklären ist, und kassierte den frühen Gegentreffer. Doch ab Mitte des ersten Durchgangs wurde Albanien immer mutiger und hatte durch Sadiku die Riesenchance zum Ausgleich. Selbst im Unterzahl versteckte sich die Truppe von Gianni De Biasi nicht und brachte die Schweiz immer wieder in Bedrängnis, siehe Gashi nach 87. Minuten.

So sah es der Schweizer Teamreporter in Lens
Matthias Rötters, Schweiz (@UEFAcomMattR)
Die erwartete besonders unangenehme Aufgabe blieb aus. Das lag vor allem am starken Start der Nati mit Fabian Schärs Tor.‎ Sein Treffer zog nicht nur den albanischen Spielern, sondern vor allem den vor Anpfiff immens emotionalen und lautstarken Albanien-Fans ‎den Stecker. Bis auf ganz wenige Ausnahmen brachte die Schweiz das Spiel danach souverän nach Hause. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen!

Oben