Schnappschuss: Griechenland feiert Außenseiter-Coup

Einer der ganz großen Momente der EURO-Geschichte: Im Jahr 2004 ging Griechenland als haushoher Underdog ins Turnier, holte sich aber nach einem sensationellen Lauf den Titel.

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Griechenland startete als krasser Außenseiter in die UEFA EURO 2004. Das Team von Otto Rehhagel überraschte alle Experten und schaltete einen Favoriten nach dem anderen aus. Im Finale setzten sich die Griechen – wie schon im Eröffnungsspiel – gegen Portugal durch.

Höhepunkte des Endspiels 2004
Höhepunkte des Endspiels 2004

1 Traianos Dellas
Der Verteidiger war der Schlüsselspieler der Griechen. Im kompletten Turnier kassierte das Team von Trainer Otto Rehhagel nur vier Gegentore, woran Dellas maßgeblichen Anteil hatte. Der Koloss von Rhodos köpfte die Hellenen zudem mit seinem Silver Goal im Halbfinale gegen die Tschechische Republik ins Endspiel. In seiner Karriere als Spieler war Dellas unter anderem für den AS Rom und AEK Athen aktiv, wo er dreimal den griechischen Pokal gewann. Nach seiner Spielerlaufbahn arbeitete Dellas als Trainer für AEK Athen und führte den Klub aus der dritten Liga zurück ins griechische Fußball-Oberhaus. Im Oktober trat er bei AEK zurück und arbeitet jetzt als Trainer für Atromitos Athen.

2 Theodoros Zagorakis
Zagorakis kam mit 101 Länderspielen und ohne eigenen Treffer zur UEFA EURO 2004. Sein erstes Tor für die Nationalmannschaft sollte ihm erst sieben Monate später gelingen. Im Finale war Zagorakis der vielleicht wertvollste Spieler der Griechen. 2007 beendete der Mittelfeldspieler nach 120 Länderspielen seine Karriere. Zu seinen größten Erfolgen zählen der Ligapokalsieg mit Leicester City und der Gewinn des griechischen Pokals mit AEK Athen. Mittlerweile sitzt Zagorakis im europäischen Parlament.

Griechenland verblüfft die Fußballwelt
Griechenland verblüfft die Fußballwelt

3 Otto Rehhagel
Rehhagel ist der einzige Trainer, der in der Geschichte der UEFA-Europameisterschaft als ausländischer Coach den Titel gewann. Der frühere Trainer von Werder Bremen formte aus einem Team von Durchschnittsspielern eine Spitzenmannschaft. "König Otto" führte die Griechen in den Jahren nach der UEFA EURO 2004 zur UEFA EURO 2008 und zur FIFA-Weltmeisterschaft 2010. Sechs Wochen vor seinem 72. Geburtstag trat der Deutsche als Trainer der Griechen zurück. Rehhagel hält bis heute mit über 1.000 Spielen den Rekord für die meisten Einsätze als Trainer und Spieler in der Bundesliga.

4 Michalis Kapsis
Kapsis hatte die Fußball-DNA im Blut. Bereits sein Vater Anthimos war als griechischer Nationalspieler aktiv. Sein erstes Länderspiel bestritt Michalis Kapsis im Juni 2003 gegen Spanien, wo er beim 1:0-Sieg der Griechen Top-Stürmer Raúl González ausschaltete. Bei der UEFA EURO 2004 vollbrachte er im Halbfinale das gleiche Kunststück mit Tschechiens Jan Koller. Auf Vereinsebene gewann er mit Olympiakos Piräus 2006 das Double und holte mit APOEL Nikosia die zypriotische Meisterschaft. 2012 beendete der Verteidiger seine Karriere.

Angelos Basinas
Angelos Basinas©Getty Images

5 Angelos Basinas
Basinas ist nur einer von zwei Spielern, die für Griechenland mehr als 100 Länderspiele absolvierten  – 1999 lief er erstmals für die Griechen auf. Bei der UEFA EURO 2004 war Basinas als Abräumer im Mittelfeld einer der wichtigsten Spieler des Teams von Otto Rehhagel. Im Eröffnungsspiel verwandelte er einen Elfmeter und bereitete das entscheidende Tor im Finale durch Angelos Charisteas vor. Basinas gewann mit Panathinaikos Athen zweimal die griechische Meisterschatft und macht momentan seinen Trainerschein.

6 Takis Fyssas
In Diensten von Benfica Lissabon sorgte Fyssas mit seinem Treffer im portugiesischen Pokalfinale dafür, dass José Mourinho und Porto das Triple verpassten. Kurz darauf feierte er mit der Nationalmannschaft den Titel bei der UEFA EURO 2004. Nach einem Gastspiel bei Hearts, wo er den schottischen Pokal gewann, kehrte er 2008 zurück zu Panathinaikos Athen. Seit 2014 ist Fyssas Technischer Direktor bei Panathinaikos.

Vryzas und Papadopoulos
Vryzas und Papadopoulos©Getty Images

7 Zisis Vryzas
Durch Vryzas Treffer im letzten Gruppenspiel gegen Russland erreichte Griechenland bei der UEFA EURO 2004 das Viertelfinale. Der Stürmer avancierte bei PAOK Saloniki zum Publikumsliebling und spielte außerdem für Perugia, den AC Florenz, Celta Vigo und den AC Turin. 2008 beendete Vryzas seine aktive Karriere. In der Folge war er unter anderem Technischer Direktor und Präsident bei PAOK sowie Co-Trainer der griechischen Nationalmannschaft unter Fernando Santos. Mittlerweile hat er den Posten als Technischer Direktor bei PAE Veria übernommen.

8 Dimitris Papadopoulos
Papadopoulos war mit 22 Jahren das jüngste Mitglied der griechischen Mannschaft bei der UEFA EURO 2004. In der Saison 2003/04 gewann der Stürmer mit Panathinaikos Athen das Double. Der gebürtige Usbeke verschwand nach seinen Erfolgen in jungen Jahren aus der Nationalmannschaft. Erst 2013 wurde er wieder in den Kader berufen. Mittlerweile läuft der Angreifer für Atromitos Athen auf.

9 Stelios Giannakopoulos
Giannkopoulos ersetzte im Finale von Lissabon den gesperrten Giorgos Karagounis. 13 Monate zuvor hatte er für Griechenland gegen Spanien in der Qualifikation zur UEFA EURO 2004 das Siegtor erzielt. In seiner Spielerkarriere war er unter anderem für Bolton, Saragossa und Olympiakos Piräus aktiv, wo er siebenmal griechischer Meister wurde. 2010 beendete Giannakopoulos seine Profikarriere und wurde er Präsident der griechischen Spielervereinigung. Momentan ist Giannakpopoulos für das Fernsehen tätig und arbeitet auch als Feuerwehrmann.

Angelos Charisteas
Angelos Charisteas©Getty Images

10 Angelos Charisteas
Bei der UEFA EURO 2004 traf Charisteas gegen Spanien in der Gruppenphase, gegen Frankreich im Viertelfinale und im Finale gegen Portugal. Mit seinem entscheidenden Kopfballtreffer in der 57. Minute des Endspiels machte sich Charisteas unsterblich. In insgesamt 88 Länderspielen erzielte er für die Hellenen 25 Tore. Auf Klubebene wurde der Stürmer 2004 deutscher Meister und war für zahlreiche Vereine aktiv. Charisteas stand unter anderem in den Niederlanden, Griechenland und Saudi Arabien unter Vertrag. Nach einem kurzen Intermezzo als Technischer Direktor bei Aris Thessaloniki war der Angreifer zuletzt als Spieler in Australien im Einsatz.

11 Giourkas Seitaridis
Nach dem Double-Gewinn mit Panathinaikos Athen in der Saison 2003/04 schaltete Seitaridis bei UEFA EURO 2004 als Rechtsverteidiger unter anderem Thierry Henry und Milan Baroš aus. Nach dem Turnier wechselte er zum FC Porto und spielte in der Folge unter anderem für Dinamo Moskau und Atlético Madrid, bevor er wieder zu Panathinaikos zurückkehrte. 2013 beendete Seitaridis dort seine Karriere.

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