Mannschaft des Turniers der UEFA EURO 2004

Griechenland, Portugal und die Tschechische Republik stellen je drei Spieler für die Mannschaft der UEFA EURO 2004, mit dabei auch die beiden Topstars Wayne Rooney und Cristiano Ronaldo.

©Getty Images

TW: Petr Čech (Tschechische Republik)
Schon vor der Endrunde hatte Čech seinen Wechsel von Rennes zu Chelsea perfekt gemacht. Der damals 22-Jährige spielte nicht nur eine überragende Endrunde, sondern stieg in den folgenden Monaten und Jahren in London zu einem der weltbesten Torhüter auf. Mit Chelsea gewann er 2004/05 die erste Meisterschaft für die Blues seit 50 Jahren, verteidigte im folgenden Jahr diesen Titel und holte 2009/10 sogar das nationale Double. Schon bei der UEFA-U21-Europameisterschaft 2002 hatte Čech sein unglaubliches Talent angedeutet. Seine schwerste Stunde erlebte er 2006, als er bei einem Zusammenprall eine schwere Kopfverletzung erlitt, monatelang pausieren musste und seither mit einer Art Rugby-Helm spielt.

AW: Traianos Dellas (Griechenland)
Vor der UEFA EURO 2004 war der hünenhafte Innenverteidiger nur Insidern bekannt, doch mit seinen überragenden Leistungen hatte er großen Anteil daran, dass das Team von Otto Rehhagel in sechs Spielen auf dem Weg zum Titel nur vier Tore kassierte. Dellas stand in Portugal in jeder Minute des Turniers auf dem Platz und köpfte im Halbfinale gegen die Tschechen das Silver Goal – sein einziges Tor in 53 Länderspielen. Die zwei Jahre vor der Endrunde hatte er beim AS Rom gespielt, 2005 kehrte er zu AEK Athen zurück. 2011 gewann  er noch einmal den griechischen Pokal, doch hauptsächlich hatte er nach dem EM-Triumph mit vielen hartnäckigen Verletzungen zu kämpfen.

AW: Ricardo Carvalho (Portugal)
Er war eines der neuen Gesichter im portugiesischen Team. Carvalho kam erst im zweiten Gruppenspiel gegen Russland in das Team von Luiz Felipe Scolari. Anschließend brillierte er mit fehlerlosen Partien und schaffte auch den internationalen Durchbruch. Mit Porto gewann er den UEFA-Pokal und die UEFA Champions League, dann folgte er seinem Trainer José Mourinho für eine Ablöse von rund 30 Millionen Euro zu Chelsea. Mit den Blues holte er sich zwei aufeinanderfolgende Meisterschaften, ähnliches war ihm zuvor schon in Porto gelungen. Nach einem nationalen Double mit Chelsea in der Saison 2009/10 folgte er Mourinho zu Real Madrid, mittlerweile spielt er bei Monaco.

AW: Giourkas Seitaridis (Griechenland)
Er war einer von drei Griechen, die nach der UEFA EURO 2004 in die Mannschaft des Turniers gewählt wurden. Seitaridis hatte seine Stärken als Rechtsverteidiger nicht nur in der Defensive, sondern trieb das Spiel auch immer wieder auf dem rechten Flügel nach vorne: einer seiner Sturmläufe bescherte den Griechen im Auftaktspiel gegen Portugal einen Elfmeter. Später verurteilte er Thierry Henry und Milan Baroš zur Bedeutungslosigkeit. Für ihn war der Triumph bei der EURO der Höhepunkt einer grandiosen Saison, nachdem er zuvor schon mit Panathinaikos das nationale Double geholt hatte. Nach der Endrunde wechselte er zum FC Porto, später spielte er auch noch für Dinamo Moskau und Atlético Madrid, ehe er zu Panathinaikos zurückkehrte.

AW: Gianluca Zambrotta (Italien)
Obwohl Italien bereits in der Gruppenphase scheiterte, konnte zumindest Außenverteidiger Zambrotta die UEFA EURO 2004 hoch erhobenen Hauptes verlassen, vor allem beim 1:1 gegen Schweden zeigte er eine überragende Vorstellung. Die UEFA EURO 2000 endete für Zambrotta mit einem bitteren Beigeschmack (ein Platzverweis brachte ihn um seine Endspielteilnahme), aber sechs Jahre später bei der FIFA-WM in Deutschland stand er endlich auf der Siegerseite. Nach erfolgreichen sieben Jahren bei Juventus, trug er auch die Trikots von Barcelona und Milan, mit dem er seinen dritten Scudetto gewann.

MF: Maniche (Portugal)
Maniche war für viele Fans und Experten der beste Spieler dieser Endrunde. Obwohl er zuvor mit Porto das nationale Double und die UEFA Champions League gewonnen hatte, brillierte er auch bei der EURO mit seinem kraftvollen und spritzigen Auftritten. Gegen Russland gelang ihm in der Gruppenphase ein extrem wichtiges Tor, im Viertelfinale gegen England traf er im Elfmeterschießen unter extremem Druck und im Halbfinale gelang ihm ein Traumtor gegen die Niederlande. Nach seinem Abschied von Porto im Jahre 2005 konnte Maniche aber kaum noch an solche Galaauftritte anknüpfen, zu seinem künftigen Klubs gehörten: Dinamo Moskau, Chelsea, Atlético Madrid, Inter Mailand, Köln und Sporting Lissabon.

MF: Pavel Nedvěd (Tschechische Republik)
Europas Fußballer des Jahres brillierte auch bei diesem Turnier, ehe ihn eine Verletzung im Halbfinale gegen die Griechen außer Gefecht setzte. Nach seinem Rücktritt vom Rücktritt führte Nedvěd sein Land 2006 bei der WM in Deutschland wieder aufs Feld, konnte trotz starker Auftritte aber das frühe Aus der Tschechen nicht verhindern. Nach der EURO '96 war er von Sparta Prag zu Lazio gewechselt, wo er den Scudetto gewann. Zwei weitere Titel holte er mit Juventus, beim Finale der UEFA Champions League 2003 fehlte er allerdings gesperrt.

MF: Theodoros Zagorakis (Griechenland)
Er durfte den Henri-Delaunay-Pokal nicht nur als Kapitän der Griechen als Erster in den Nachthimmel recken, Zagorakis wurde von der UEFA auch zum besten Spieler des Turniers gewählt. Der Mittelfeldspieler erzielte bei der Endrunde zwar kein Tor - sein erstes Länderspieltor gelang ihm erst im 101. Anlauf sieben Monate später gegen Dänemark -  dennoch war der Star von Bologna ohne Zweifel der effektivste Grieche bei dieser Endrunde. Zagorakis war zuvor bei seinen Klubs Kavala, PAOK und Leicester City nicht groß aufgefallen. 2007 beendete er nach 120 Länderspielen seine Karriere, neben dem Triumph bei der EURO holte er nur einen Titel: 2002 den griechischen Pokal mit AEK Athen.

MF: Cristiano Ronaldo (Portugal)
Der Stern des damals 19-jährigen Ronaldo ging bei der UEFA EURO 2004 auf, bis hin zum Finale zeigte er alle Qualitäten, die ihn seither zu einem der begehrtesten Kicker des Kontinents gemacht haben. Gleich im Eröffnungsspiel gelang ihm sein erster Länderspieltreffer. Er stammt aus der Jugendabteilung von Sporting, später verhalf er Manchester United zu drei Meisterschaften in Folge, 2008 gewann er mit ManU die UEFA Champions League. Überhaupt war 2008 ein denkwürdiges Jahr für ihn: nach 42 Toren in 49 Pflichtspielen wurde er UEFA-Klubfußballer des Jahres, holte sich zudem den Ballon d'Or für Europas besten Fußballer und die Auszeichnung als FIFA-Weltfußballer des Jahres. Anschließend wechselte er für die Weltrekordsumme von 92 Millionen Euro zu Real Madrid. 2014 gewann er erneut den FIFA Ballon d'Or.

ST: Milan Baroš (Tschechische Republik)
Baroš war mit fünf Treffern bester Torschütze der UEFA EURO 2004. Das einzige Spiel, in dem er nicht traf, war das einzige Spiel, das die Tschechen nicht gewinnen konnten - das Halbfinale gegen Griechenland. Im folgenden Jahr gewann er mit Liverpool die UEFA Champions League. Es folgten Engagements bei Aston Villa, Olympique Lyon – wo er den Titel in der Ligue 1 gewann – und Galatasaray.

ST: Wayne Rooney (England)
Rooney zeigte sich bei der UEFA EURO 2004 in bestechender Form. Als er im Viertelfinale gegen Portugal mit einem Fußbruch vom Platz humpelte, brach das englische Spiel wie ein Kartenhaus zusammen. Mit seinen damals 18 Jahren war Rooney in den Partien gegen Frankreich, Schweiz und Kroatien der überragende Mann auf dem Platz. Auch bei der WM 2006 war Rooney nicht vom Glück verfolgt und brach sich kurz vor Turnierbeginn erneut den Mittelfuß. In der Folge spielte er erschreckend schwach und flog zudem im Viertelfinale gegen Portugal vom Platz. Mit Manchester United, wohin er nach der EURO von Everton gewechselt war, gewann er viermal die Meisterschaft, 2008 holte ManU mit Rooney auch die UEFA Champions League.

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