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"Raumdeuter" fraglich: Deutschland rüstet sich für Abwehrbollwerk

Gegen Ungarn muss Deutschland vielleicht die Startelf umbauen, da eine der wichtigsten Stützen auszufallen droht.

Reicht es für Thomas Müller gegen Ungarn?
Reicht es für Thomas Müller gegen Ungarn? POOL/AFP via Getty Images

So überzeugend und wichtig der Sieg gegen Portugal auch war, er hat einiges Kraft und manchen Spieler sogar eine Blessur gekostet. Besonders bangt die deutsche Nationalmannschaft jetzt um den Einsatz von Thomas Müller, der sich kurz vor Schlusspfiff eine Kapselverletzung im rechten Knie zugezogen hat.

Wie schwerwiegend sein Ausfall wiegen würde, lässt sich anhand folgender Aussage von Joachim Löw nach dem Portugal-Sieg herauslesen: "Er hat defensiv sehr viel gearbeitet und hat die Mannschaft mit nach vorne gezogen. Das war wichtig, damit wir den Gegner früh stören. Er ist auch verantwortlich in seiner Position, das Pressing auszulösen."

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Hinter den Kulissen beim DFB-Team

Die Leistungssteigerung in der Offensive war nach dem 4:2-Triumph berechtigterweise in aller Munde, aber dazu gehört eben auch eine Balance und ein aggressives Verteidigen. Ohne Müller, der die günstigen Momente für ein hohes Anlaufen als "Raumdeuter" am besten erkennt, wird der DFB-Elf eine große Qualität fehlen.

Natürlich muss man davon ausgehen, dass Ungarn anders als Frankreich und Portugal nicht so sehr auf viel Ballbesitz und einen geordneten Aufbau setzt. Gelegenheiten, um über Pressing zu hohen Ballgewinnen und damit zu Chancen zu kommen, wird es also vielleicht eher wenige geben.

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Schon im Vorfeld des Turniers wurde seitens der Spieler und des Bundestrainers häufig betont, dass man über zwei Systeme verfügt. Jetzt wird davon jenes gefordert sein, mit dem man Bollwerke sprengen kann. "Das nächste Spiel kann schwieriger werden", meint Löw, "wenn Ungarn mit acht oder neun Leuten verteidigt und auf Konter hofft." Portugal hat Deutschland vor allem über die Außen einfach walten lassen, Ungarn wird sich wohl spezifischer darauf einstellen.

Leon Goretzka, dem nach seinem Comeback als Joker gegen Portugal dieses Mal ein Platz in der Startelf winkt, meint: "Ungarn hat schon beachtliche Leistungen gebracht. Sie stehen mit ganz viel Leidenschaft auf dem Platz. Den Abwehrriegel muss man erstmal knacken. Wir werden schauen, wie sie die ersten beiden Spiele verteidigt haben und wollen versuchen, Lösungen zu finden."

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