Die Kapitäne der EURO-Sieger: Klinsmann, Ronaldo, Gullit

Wie viele der 14 Spielführer, die ihr Team bei einer EURO zum Titel geführt haben, könnt Ihr aufzählen?

Kapitäne von EURO-Siegern

1960: Igor Netto (UdSSR)
1964: Ferran Olivella (Spanien)
1968: Giacinto Facchetti (Italien)
1972: Franz Beckenbauer (Deutschland)
1976: Anton Ondruš (Tschechoslowakei)
1980: Bernard Dietz (Deutschland)
1984: Michel Platini (Frankreich)
1988: Ruud Gullit (Niederlande)
1992: Lars Olsen (Dänemark)
1996: Jürgen Klinsmann (Deutschland)
2000: Didier Deschamps (Frankreich)
2004: Theodoros Zagorakis (Griechenland)
2008 & 2012: Iker Casillas (Spanien)
2016: Cristiano Ronaldo (Portugal)

Jüngster EURO-Kapitän

25 Jahre und 298 Tage Ruud Gullit (Niederlande, 1988)

Ältester EURO-Kapitän

32 Jahre und 251 Tage Theodoros Zagorakis (Griechenland, 2004)

Fünf der letzten sieben siegreichen EURO-Kapitäne waren 31 Jahre alt!

Positionen der siegreichen EURO-Kapitäne

2 Torhüter
6 Abwehrspieler
3 Mittelfeldspieler
4 Stürmer

Alle EURO-Tore von Cristiano Ronaldo
Alle EURO-Tore von Cristiano Ronaldo

Siegreiche EURO-Kapitäne nach Klubs

3 Real Madrid
2 Bayern
1 Spartak Moskva, Barcelona, Inter, Slovan Bratislava, Duisburg, Juventus, AC Milan, Trabzonspor, Chelsea, AEK Athen

1960: Igor Netto (UdSSR)

Netto führte sein Land 1956 bei den olympischen Spielen in Melbourne und bei der ersten EURO in Frankreich zum Titel. Legendär ist seine sportliche Haltung, als er 1962 bei der WM den Schiedsrichter aufforderte, ein Tor der Sowjets gegen Uruguay zurückzunehmen, da der Ball durch das Außennetz den Weg ins Tor gefunden hatte.

Die schönsten Tore der  EURO 1960
Die schönsten Tore der EURO 1960

1964: Ferran Olivella (Spanien)

Der Katalane absolvierte nur 18 Länderspiele für Spanien, war aber beim FC Barcelona ein ganz wichtiger Bestandteil und bestritt über 500 Partien für Barça.

1968: Giacinto Facchetti (Italien)

Facchetti gilt als einer der besten Linksverteidiger aller Zeiten und stand für Inter in über 600 Pflichtspielen auf dem Platz. Seine wichtigste Aktion bei der EURO 1968: Als nach dem 0:0 gegen die Sowjetunion im Halbfinale ein Münzwurf über den Finaleinzug entscheiden musste, wählte er Kopf ... und stand im Endspiel!

Highlights: die schönsten Tore der EURO 1968
Highlights: die schönsten Tore der EURO 1968

1972: Franz Beckenbauer (Deutschland)

Beckenbauer demonstrierte bei der EURO 1972 erstmals auch international sein grandioses Können und führte das DFB-Team zum ersten EURO-Titel. Als Libero organisierte und kommandierte er seine Abwehr meisterhaft, ähnlich wie es ihm auch 1974 beim Gewinn der WM in Deutschland gelingen sollte. Beckenbauer gewann mit den Bayern drei Jahre in Folge (1974–76) den Landesmeister-Pokal und wurde 1972 und 1976 zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.

1976: Anton Ondruš (Tschechoslowakei)

Ondruš war der herausragende Spieler der Sensationsmannschaft von 1976. Der hoch gewachsene Innenverteidiger war ein exzellenter Organisator seiner Defensive und im Luftkampf nahezu unbezwingbar.

Panenkas legendärer Elfemeter im EURO-Finale 1976
Panenkas legendärer Elfemeter im EURO-Finale 1976

1980: Bernard Dietz (Deutschland)

Dietz war ein kampfstarker, aber extrem zurückhaltender Linksverteidiger, dessen Bedeutung im Team von Jupp Derwall oft unterschätzt wurde. Der Duisburger bestritt 53 Länderspiele und nahm auch an der EURO '76 und der WM 1978 teil.

1984: Michel Platini (Frankreich)

Platini zeigte bei der EURO in seiner Heimat die vielleicht beste Leistung eines Spielers bei einer großen Endrunde. Er traf in allen fünf Spielen, gegen Belgien und Jugoslawien jeweils drei Mal! Der offensive Juventus-Mittelfeldspieler wurde unmittelbar vor der EURO als bester Torschütze der Serie A ausgezeichnet und wurde als bis heute einziger Spieler drei Mal in Folge mit dem Ballon d'Or geehrt.

Highlights: Die neun Tore von Platini bei der EURO 1984
Highlights: Die neun Tore von Platini bei der EURO 1984

1988: Ruud Gullit (Niederlande)

Europas Fußballer des Jahres 1987 war einer der ersten Superstars des Fußballgeschäfts. Der charismatische Niederländer führte den AC Milan zur ersten Meisterschaft seit neun Jahren und die niederländische Nationalelf zum ersten großen Titel überhaupt. Im Finale gegen die Sowjetunion gelang ihm das 1:0. Mit Milan gewann er zwei Mal den Landesmeisterpokal und drei Mal den Scudetto. Er beendete seine internationale Karriere 1994 nach 66 Länderspielen und 17 Toren.

1992: Lars Olsen (Dänemark)

Dänemarks Kapitän saß gerade im Auto und fuhr von der Türkei nach Dänemark, als er von der Disqualifikation Jugoslawiens und der damit verbundenen nachträglichen Teilnahme seines Landes an der EURO erfuhr. Bei der Endrunde in Schweden spielte er jede Minute und war durch seine Leidenschaft und Motivationskünste der ideale Kapitän des späteren Sensations-Europameisters. 69 seiner 84 Länderspiele bestritt er als Kapitän der Dänen.

Highlights: Dänemarks Triumph von 1992
Highlights: Dänemarks Triumph von 1992

1996: Jürgen Klinsmann (Deutschland)

Der Schwabe bestritt in seiner Karriere 108 Länderspiele, in denen er 47 Treffer erzielte und neben der EURO '96 auch die WM 1990 gewann. Da Lothar Matthäus verletzt fehlte, übernahm Klinsmann in England die Kapitänsbinde und sorgte nicht zuletzt mit drei Toren dafür, dass das DFB-Team das Finale in Wembley erreichte und dort auch triumphierte. Mit den Bayern gewann er den UEFA-Pokal und erzielte dabei 15 Tore, nur Falcao gelangen mehr Treffer in einer Saison. Klinsmann nahm mit dem DFB-Team an sechs großen Endrunden teil und traf bei jeder.

2000: Didier Deschamps (Frankreich)

Einst als Wasserträger von Eric Cantona verunglimpft, entwickelte der kampfstarke Mittelfeldspieler später eigenes Profil und führte sein Land bei der WM 1998 und der EURO 2000 zum Titel. Außerdem gewann er mit Marseille und Juventus je einmal die UEFA Champions League und je drei Mal die nationale Meisterschaft. 2001 beendete Deschamps seine Karriere und führte Frankreich 2018 als Trainer zum WM-Titel.

EURO 2000 Endspielhighlights: Frankreich - Italien 2:1
EURO 2000 Endspielhighlights: Frankreich - Italien 2:1

2004: Theodoros Zagorakis (Griechenland)

Der Mittelfeldspieler war 2004 ohne Zweifel der beste Spieler des Turniers. Auch ohne ein eigenes Tor erzielt zu haben - sein erster Länderspieltreffer gelang ihm erst sechs Monate nach dem Finale in seinem 101. Länderspiel - war er die treibende Kraft beim sensationellen Durchmarsch der Griechen zum Titelgewinn. Als er 2007 seine Karriere nach 120 Länderspielen beendete, konnte er nur auf zwei Titel zurückblicken: den EURO-Triumph und den Gewinn des griechischen Pokals mit AEK Athen.

2008 & 2012: Iker Casillas (Spanien)

Im Tor von Real Madrid und Spanien brach Casillas so ziemlich alle Rekorde, die es zu brechen gab: keiner gewann so viele Spiele wie er und kein Torhüter spielte so oft zu Null wie Casillas. Kapitän der Spanier wurde er vor der EURO 2008, wo er sein Team mehrfach vor dem vorzeitigen Aus bewahrte. 2010 triumphierte er mit den Spaniern auch bei der WM und schaffte 2012 die erfolgreiche Titelverteidigung bei der EURO, wobei er im Verlauf des gesamten Turniers nur einen Treffer zuließ.

Grandiose Paraden bei der EURO 2008: Casillas, Buffon und Co.
Grandiose Paraden bei der EURO 2008: Casillas, Buffon und Co.

2016: Cristiano Ronaldo (Portugal)

Ronaldo traf bei der Endrunde drei Mal und wurde damit zum ersten Spieler, der bei vier EUROs erfolgreich war. Im Finale in Paris musste er frühzeitig verletzt den Platz verlassen und von der Seitenlinie mit ansehen, wie Éder Portugal in der Verlängerung zum Titel schoss.

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