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Webb und Eriksson dankbar für zusätzliche Unterstützung

Howard Webb und Jonas Eriksson sprechen über die wichtige Rolle der zusätzlichen Schiedsrichterassistenten bei der UEFA EURO 2012, die einen ganz anderen Blickwinkel haben und auf Szenen im Rücken der Schiedsrichter achten.

Webb und Eriksson dankbar für zusätzliche Unterstützung
Webb und Eriksson dankbar für zusätzliche Unterstützung ©UEFA.com

Bei der UEFA EURO 2012 werden zwei zusätzliche Augenpaare im Einsatz sein, um die Schiedsrichter bei allen 31 Partien in Polen und der Ukraine im nächsten Monat zu unterstützen.

Bei der Endrunde werden als Teil eines Experiments des International Football Association Boards (IFAB) zusätzliche Schiedsrichterassistenten eingesetzt. Die beiden zusätzlichen Assistenten befinden sich jeweils auf der Torlinie und sind vor allem auf die Geschehnisse im Strafraum spezialisiert.

Die ersten Versuche mit zwei zusätzlichen Schiedsrichterassistenten gab es bereits im Rahmen der Qualifikation zur UEFA-U19-Europameisterschaft im Herbst 2008, ehe das IFAB grünes Licht gab, dieses Experiment auch bei den Profis einzuführen.

Als Resultat dessen wurden zusätzliche Schiedsrichterassistenten in der UEFA Europa League seit 2009/10, in der UEFA Champions League 2010/11 und 2011/12 und im Finale des UEFA-Superpokals 2010 und 2011 eingesetzt.

Nun werden die zwei zusätzlichen Offiziellen als Teil eines siebenköpfigen Schiedsrichterteams pro Spiel auch bei der Endrunde in Polen und der Ukraine eingesetzt. Das Team setzt sich aus einem Schiedsrichter, seinen zwei Assistenten und dem vierten Offiziellen sowie den zwei zusätzliche Assistenten und einem Ersatzassistenten zusammen.

Die Resonanz auf dieses Experiment war gut. "Das Feedback der Schiedsrichter ist sehr positiv. Sie haben das Spiel damit besser unter Kontrolle", so UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina gegenüber UEFA.com. "Natürlich sind die zusätzlichen Assistenten sehr wichtig, indem sie die Torlinie kontrollieren. Es gab schon viele Situationen, die nicht ganz eindeutig waren. Und einige davon waren sehr wichtig."

„Als Beispiel könnte man das Spiel zwischen Basel und Manchester United am 6. Spieltag der UEFA Champions League nehmen. Das war für die Qualifikation zur K.-o.-Phase ein sehr wichtiges Spiel. Der Treffer von Manchester United war nicht mehr als zehn Zentimeter hinter der Linie, aber der zusätzliche Schiedsrichter hat das sehr gut erkannt und das Tor gegeben. Kein Widerspruch, kein Protest. Die Spieler haben es aufgrund des zusätzlichen Assistenten akzeptiert." Die zusätzlichen Schiedsrichterassistenten dürfen nach dem Regelwerk des IFAB allerdings keine Handzeichen geben, sondern ausschließlich mit dem Schiedsrichter über Funk kommunizieren.

"Der zusätzliche Schiedsrichter ist aber auch eine sehr gute Abschreckung, was Festhalten und Ziehen anbelangt", so Collina weiter. "Wir hatten dieses Problem über viele Jahre und wir mussten die Schiedsrichter immer wieder darauf aufmerksam machen, bei solchen Situationen sehr sorgfältig zu sein. Ich muss zugeben, dass das Halten und Ziehen im Strafraum bei Standardsituation extrem abgenommen hat, seit wir dieses Experiment gestartet haben. Das ist mit Sicherheit auf die beiden zusätzlichen Assistenten zurückzuführen."

Auch die Schiedsrichter, die für die UEFA EURO 2012 ausgewählt wurden, zeigten eine positive Resonanz. "Die Vorteile sind für mich ganz offensichtlich", erklärte der Engländer Howard Webb. "Wenn ich ein Spiel mit diesen zwei zusätzlichen Schiedsrichtern bestreite, habe ich zwei erfahrene - in der Regel - FIFA-Schiedsrichter an meiner Seite. Sie helfen mir bei wichtigen Entscheidungen in und um den Strafraum, die ich als normaler Schiedsrichter auf dem Platz vielleicht niemals so sehen würde."

"Zusätzlich denke ich, sind sie eine wirklich wirksame Abschreckung. Wir werden oft nach Halten im Strafraum gefragt. Es ist natürlich schwer zu erkennen, wenn man auf sich allein gestellt ist und man aufgrund der ganzen Spieler im Strafraum vielleicht keine ganz so gute Sicht hat. Man hat natürlich noch einen Assistenten, aber auch der ist etwas weiter entfernt."

"Mit dem zusätzlichen Assistenten kann man sich die Verantwortung, was Entscheidungen im Strafraum anbelangt, aufteilen. Dadurch können wir besser bewerten, was gerade passiert. Die Spieler gehen darauf ein. Die Spieler wissen Bescheid, dass die Chance, bei einem Vergehen erwischt zu werden, durch den zusätzlichen Assistenten größer ist."

Dank des zusätzlichen Assistenten ist die Fehlerquote bei Entscheidungen in und um den Strafraum deutlich geringer. Für das Spiel kann sich das nur positiv auswirken, indem sich auch die Spieler weniger unfair einsetzen.

Oben sehen Sie ein Video dazu.

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