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Sagnol verteidigt Philosophie

Laut Willy Sagnol werden die Franzosen auch in ihrem zweiten Gruppenspiel gegen die Niederlande ihr Hauptaugenmerk zunächst auf die Defensive legen.

Willy Sagnol (li.) im Duell mit Adrian Mutu
Willy Sagnol (li.) im Duell mit Adrian Mutu ©Getty Images

Frankreich blieb im ersten Spiel der Gruppe C ohne Treffer, doch laut Verteidiger Willy Sagnol wird sich deshalb an der taktischen Ausrichtung der Les Bleus nichts ändern. Auch gegen die Niederlande im Stade de Suisse werden die Franzosen ihr Hauptaugenmerk zunächst auf die Defensive legen.

Defensive Pflichten
Nach dem torlosen Remis gegen Rumänien am Montag wurden die Les Bleus wegen ihrer vorsichtigen Spielweise teilweise hart kritisiert. Die beiden Mittelfeldspieler Claude Makelele und Jérémy Toulalan standen zumeist genau vor der Viererkette, während sich die Außenverteidiger Sagnol und Eric Abidal fast nur auf ihre defensiven Pflichten konzentrierten und daher kaum einmal für Gefahr sorgen konnten. Gegen die Niederländer wurde eine offensivere Ausrichtung gefordert, doch für Sagnol wäre es keine kluge Entscheidung, die Philosophie des Teams zu verändern. "In den letzten Jahren haben wir unsere Priorität auf die Defensive gelegt", erklärte der Rechtsverteidiger des FC Bayern München.

"Ewige Diskussion"
"Wir wissen, dass wir gute Siegchancen haben, wenn wir kompakt stehen. Mit Spielern wie Thierry Henry, Karim Benzema, Franck Ribéry und Nicolas Anelka werden wir immer zu Möglichkeiten kommen." Auf die Frage, ob er selbst vielleicht etwas offensiver agieren werde, meinte Sagnol: "Es ist eine ewige Diskussion, ob sich ein Verteidiger in den Angriff einschalten oder nur auf die Defensive konzentrieren soll. An erster Stelle müssen wir sicherstellen, dass wir kein Gegentor kassieren. Dann könnte man es durchaus machen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet."

Durchwachsener Start
In der letzten Zeit sind die Franzosen mit dieser defensiven Philosophie gut gefahren. Auf dem Weg ins Finale der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 sind sie gegen Brasilien und Portugal ohne Gegentreffer geblieben, dazu wurde ihre Abwehr in den zwölf Qualifikationsspielen für die UEFA EURO 2008™ nur fünfmal bezwungen. Die starke Abwehr und der übliche durchwachsene Start der Franzosen in ein Turnier lässt Sagnol hoffen, dass sich seine Mannschaft in dieser harten Gruppe am Ende doch noch durchsetzen kann. "Ich weiß nicht, warum wir immer so schwer aus den Startlöchern kommen, aber manchmal ist es besser, langsam zu starten und sich dann im Turnierverlauf zu steigern", so der 31-Jährige.

"Erfolgsformel"
Bei der WM in Deutschland begann die Elf von Raymond Domenech ebenfalls mit einem torlosen Remis. Sagnol meinte: "Italien und Frankreich haben bei der WM zwar nicht den besten Fußball gespielt, am Ende aber das Finale erreicht. Spanien und Argentinien waren dagegen in der Vorrunde überragend, doch sie haben es nicht sehr weit geschafft. Es ist schwer, die Balance zu finden. Bei der WM haben wir mit der Zeit unsere Erfolgsformel gefunden. Wir hatten auch gegen Brasilien nicht viele Chancen, das Tor fiel nach einem Freistoß. Gegen Portugal haben wir mit einem Elfmeter getroffen."

Gefährliche Niederländer
Sagnols Vorsicht könnte auch mit der herausragenden Vorstellung der Niederländer am Montag gegen Italien zusammenhängen. "Sie waren überragend", meinte der frühere Spieler des AS Saint-Etienne. "Die Abwehr der Italiener ist eigentlich ihre Stärke, doch die Niederländer haben ein Mittel dagegen gefunden. Wir müssen aufpassen, denn sie können sogar gefährlich werden, wenn wir in Ballbesitz sind. Mit Spielern wie [Rafael] van der Vaart, [Wesley] Snijder und [Dirk] Kuyt greifen sie sehr schnell an. Der Schlüssel für uns wird sein, eine gute Mischung aus Abwehr und Angriff zu finden."