Return to Play: Die UEFA bereitet sich auf die sichere Rückkehr ihrer Elite-Wettbewerbe vor.

Mehr erfahren >

EURO-Kulthelden: 1996 – Karel Poborský

Ein Heber, ein Tor - Karel Poborskýs Schuss im Viertelfinale der EURO 1996 hat ihn nicht nur berühmt gemacht, er war auch gleichzeitig für die Tschechen der Türöffner zum Halbfinale.

Karel Poborský bei der EURO '96
Karel Poborský bei der EURO '96 ©Getty Images

"Mir gefiel es halt immer besser, mit Stil und nicht mit brachialer Kraft abzuschließen", so Karel Poborský im Rückblick auf sein Heber-Tor im Viertelfinale der EURO 1996 gegen Portugal, mit dem er das Spiel in der 53. Minute entschied.

"Jiří Nemec spielte mir den Ball zu, ich lief in zwei oder drei Mann hinein und verlor die Kugel, aber der Ball flipperte mir irgendwie wieder vor die Füße und plötzlich lief ich auf das Tor zu", erzählt der Mittelfeldspieler. "Portugals Torwart Vítor Baía stand weit vor seinem Kasten, also war ein Heber das beste Mittel. Ich hätte es fast zu genau gemacht. Der Ball flog sehr hoch und für einen Moment dachte ich, dass er nicht ins Tor geht, aber er ging doch rein. Das war ein sehr wichtiger Treffer für uns."

Unter dem Radar
Vor dem Beginn der EURO 1996 war Poborský ein relativ unbeschriebenes Blatt. Als er 1994 zahlreiche Angebote von Spitzenvereinen vorliegen hatte, entschied er sich für einen Wechsel von České Budějovice zu Viktoria Žižkov. Erst ein Jahr später wagte er den Sprung zu Slavia Praha. Mit dem Hauptstadtklub wurde er in seiner einzigen Saison bei Slavia unter anderem tschechischer Meister und schaffte es bis ins Halbfinale des UEFA-Pokals.

Europäische Abenteuer
Die Tschechen drangen bei der EURO 1996 bis ins Finale vor, wo sie in der zweiten Halbzeit sogar 14 Minuten lang gegen Deutschland führten und dann in der Verlängerung durch das Golden Goal von Oliver Bierhoff verloren. Poborský zog es nach dem Turnier zu Manchester United. Obwohl David Beckham ihm auf dem rechten Flügel bei den Red Devils den Rang ablief, bereute Poborský den Sprung auf die Insel nie. "Durch den Transfer zu Manchester United habe ich die Welt kennengelernt", so der Mittelfeldspieler. "Es war die beste Entscheidung meines Lebens."

So sieht Karel Poborský heute aus
So sieht Karel Poborský heute aus

Nach zwei Jahren in England wechselte Poborský zu Benfica Lissabon. Dort wirbelte er zusammen mit João Pinto die gegnerischen Abwehrreihen ein ums andere Mal durcheinander. Sein Nationalmannschaftskollege Pavel Nedvěd empfahl ihn bei Lazio Rom, wo Poborský unter anderem zusammen mit Alessandro Nesta und Hernán Crespo spielte.

Rekordnationalspieler
Unter Nationaltrainer Dušan Uhrin gab Poborský 1994 beim 4:1-Sieg in einem Testspiel gegen die Türkei sein Debüt für Tschechien. Im Laufe seiner Karriere nahm der Mittelfeldspieler an drei EURO-Endrunden teil - 1996 wurde er Vize-Europameister und 2004 scheiterte er im Halbfinale.

Petr Čech feierte 2002 im Alter von 19 Jahren in einem Team mit Poborský sein Debüt für die Nationalmannschaft und konnte vor Kurzem mit dem bisherigen Rekordnationalspieler mit seinem 118. Länderspiel gleichziehen.

Rückkehr in die Heimat
2002 wechselte Poborský zurück in seine Heimat und spielte für Sparta Praha - den Erzrivalen seinens früheren Klubs. Der Tscheche holte mit Sparta zweimal den Meistertitel, einmal den nationalen Pokal und schaffte es in der Saison 2003/04 mit Sparta ins Achtelfinale der UEFA Champions League. Nach einem zweijährigen Gastspiel bei České Budějovice beendete Poborský im Mai 2007 seine Karriere.

Bei der Euro 1996 hatte Poborský seine stärkste Szene, als er im Spiel gegen Portugal mit seinem Heber ein Traumtor erzielte, das ihn weltweit bekannt machte. Im Rückblick auf seine Karriere zeigt sich der Mittelfeldspieler zufrieden. "Es gibt viele schöne Dinge, an die ich mich gerne erinnere", so Poborský. "Es ist so viel passiert und ich habe es genossen."

Karel Poborský 1997 im Trikot von Manchester United
Karel Poborský 1997 im Trikot von Manchester United©Getty Images

Weitere Inhalte

Oben