Ponedelnik köpft Sowjetunion ins Glück

UdSSR - Jugoslawien 2:1 n.V.
Dank des überragenden Lev Yashin drehte die Sowjetunion das Spiel und sicherte sich durch den Treffer von Viktor Ponedelnik in der Verlängerung den Titel.

UdSSR-Kapitän Igor Netto mit der Henri-Delaunay-Trophäe
UdSSR-Kapitän Igor Netto mit der Henri-Delaunay-Trophäe ©UEFA.com

Nachdem Torhüter Lev Yashin hinten den Laden zusammenhielt und Viktor Ponedelnik in der Verlängerung den entscheidenden Treffer erzielte, gewann die Sowjetunion mit 2:1 gegen Jugoslawien und durfte als erstes Team den Henri-Delaunay-Pokal in Händen halten.

Jugoslawien gelang bei der ersten Endrunde einer UEFA-Europameisterschaft in der Runde der letzten Vier beim 5:4-Sieg gegen Frankreich bereits ein sensationelles Comeback, und sie spielten auch im Finale munter drauf los. Milan Galić brachte sein Team auf kuriose Art und Weise in Führung, und danach war es einzig und allein Torhüter Yashin, der einen höheren Rückstand für die UdSSR verhinderte. Nachdem Slava Metreveli dann den Ausgleichstreffer erzielt hatte, vollendete Ponedelnik die sowjetische Glückseligkeit.

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Szene aus dem Parc des Princes
Szene aus dem Parc des PrincesAFP via Getty Images

Einstellung und taktisches Können brachten Jugoslawien in der ersten Hälfte auf einem rutschigen Rasen Vorteile ein, und Dragoslav Sekularac und Bora Kostic konnten ihre Gefährlichkeit wie auch schon im Halbfinale immer wieder unter Beweis stellen. Der Führungstreffer entsprach dann aber nicht ganz der anfänglichen Leichtfüßigkeit: ein Schussversuch von Drazen Jerkovic wurde von Galić abgefälscht, wobei auch noch Igor Netto seine Finger im Spiel hatte. Am Ende wurde der Treffer dann aber Galić zugeschrieben, womit er mit mindestens einem Treffer in zehn aufeinanderfolgenden Spielen einen Weltrekord einstellte.

Doch dann sollte der 30-jährige Torhüter Yashin ein ums andere Mal im Mittelpunkt stehen, als er sein Team mit einigen sensationellen Paraden, besonders gegen die gefährlichen Freistöße von Kostić, im Spiel hielt. Sein Gegenüber Blagoje Vidinic, erlebte dagegen einen rabenschwarzen Tag, als er einen Distanzschuss von Valentin Bubukin fallen ließ, wodurch Metreveli ausgleichen konnte.

Die besten Tore der EURO 1960
Die besten Tore der EURO 1960

Drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit vergab Valentin Ivanov dann eine Großchance für die UdSSR, doch in der Verlängerung tat es ihm Jerkovic gleich, und ließ auf der Torlinie den Ball unter seinem Fuß hindurchrutschen. Schließlich war es dann Ponedelnik, der sein Team sieben Minuten vor dem Ende ins Glück köpfte.

Ponedelnik wurde als erster Spieler, der nur bei einem Zweitligaverein spielte, in die Nationalmannschaft der UdSSR berufen, und er rechtfertigte seine Nominierung bereits in seinem ersten Spiel, als er im Mai 1960 beim 7:1-Sieg gegen Polen einen Dreierpack erzielte. Nun war er der Held einer ganzen Nation. "Es gibt Spiele und Tore, die etwas ganz Besonderes sind - die Höhepunkte einer Sportlerkarriere", sagte er später.

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Jugoslawiens Torhüter Blagoje Vidinić schnappt sich den Ball
Jugoslawiens Torhüter Blagoje Vidinić schnappt sich den BallAFP via Getty Images

Aufstellungen

UdSSR: Yashin - Chokheli, Maslyonkin, Krutikov, Voynov, Netto (C), Metreveli, Ivanov, Ponedelnik, Bubukin, Meskhi
Trainer: Gavriil Kachalin

Jugoslawien: Vidinić - Durković, Jusufi - Žanetić, Miladinović, Perušić - Šekularac, Jerković, Galić, Matuš, Kostić
Trainer: Ljubomir Lovrić

Schiedsrichter: Arthur Ellis (England)

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