Die fünf Baustellen von Bayer Leverkusen

Die 1:2-Niederlage gegen Lok Moskau legte einige Baustellen bei Leverkusen offen. UEFA.com-Reporter Matthias Rötters zählt sie auf - und analysiert sie.

See how the visitors got the better of this Group D clash.

Die 1:2-Niederlage gegen Lokomotive Moskau legte einige Baustellen bei Bayer Leverkusen offen. UEFA.com-Reporter Matthias Rötters zählt sie auf - und analysiert sie.

1. Die Defensive wackelt
In der ersten Halbzeit gegen Moskau kamen die Bayer-Anhänger aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Der Grund: Ihr Team spielte hinten einen missglückten Pass nach dem anderen. Das 0:1 leitete Leon Bailey mit einem Stockfehler ein. Beim 1:2 legte Keeper Lukas Hradecky vollkommen unnötig für Dmitri Barinov auf. Auch Coach Peter Bosz erklärte: "In einigen Momenten haben wir leider geschlafen."

2. Der Offensive fehlen die Ideen
Vorne sah es am Mittwochabend deutlich besser aus als hinten. Doch auch hier ist Luft nach oben. Bayer hatte am Ende 69% Ballbesitz, brachte aber nur fünf Schüsse aufs Tor (Moskau: 4). Karim Bellarabi schlug in der zweiten Hälfte gefühlt alle zwei Minuten eine Flanke von rechts hinein - ohne Erfolg. Hier fehlten bessere Ideen.

©Getty Images

3. Zu viel liegt an Kai Havertz
Diese Ideen kann bei Bayer aktuell vor allem Top-Mann Kai Havertz liefern. Fällt er ab, wird es schnell dunkel für die Werkself - zumindest in der Königsklasse. Wo letzte Saison Julian Brandt noch für weiteren Esprit sorgte, klafft jetzt eine Lücke. Bailey, Bellarabi oder Charles Aránguiz sind sehr gute Fußballer. Doch sie müssen mehr Verantwortung übernehmen. 

4. Das Feuer fehlt
Auch im Bereich Einsatz gab es im Duell mit Moskau Luft nach oben. Nicht bei jedem Spieler wurde von Beginn an klar, dass es sich um das vielleicht wichtigste Spiel überhaupt in dieser Champions-League-Saison handelte. Geht man nämlich davon aus, dass die Trauben gegen Juve und Atlético sehr hoch hängen werden für Bayer und Moskau, könnte ein Heimsieg schon fast Pflicht gewesen sein. 

5. Bayer muss sich das Glück erarbeiten
Fairerweise muss man sagen, dass Bayer durchaus einen Punkt verdient gehabt hätte. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatten Havertz, Kevin Volland und der eingewechselte Nadiem Amiri gute Chancen auf den verdienten Ausgleich. "Wir haben es uns heute selbst schwer gemacht", fasste Kapitän Lars Bender den Abend zusammen, nachdem er die eigenen Fans in der Kurve beruhigt hatte.

Oben