Ein Fingerzeig, aber keine Vorentscheidung

Der FC Bayern lässt im Spitzenduell die Muskeln spielen. Dortmund hadert mit Taktik und Einstellung.

5:0! Der FC Bayern ist zurück auf dem Platz an der Sonne
5:0! Der FC Bayern ist zurück auf dem Platz an der Sonne ©Getty Images

Erstmals seit dem 5. Spieltag hat der FC Bayern wieder einen Punkte-Vorsprung auf Borussia Dortmund. Zwar ist es nur ein Zähler, aber das Momentum wechselte aus dem Ruhrpott zurück an die Isar.

Bei der 5:0-Machtdemonstration holte sich der Rekordmeister nicht nur die Tabellenführung zurück, sondern zeigte anders als gegen Liverpool, wie man sich im eigenen Stadion verkaufen will.

Lewandowski markierte seine Bundesliga-Tore 200 und 201
Lewandowski markierte seine Bundesliga-Tore 200 und 201©Getty Images

"Passivität ist halt nicht unser Ding", erklärte Mats Hummels nach dem Spitzenspiel bei Sky. Der FCB zog die Lehren aus dem Aus in der UEFA Champions League und ist dem 29. Titel in der Bundesliga einen großen Schritt näher gekommen.

In Sachen Tempo, Zielstrebigkeit und Effektivität zeigten die Hausherren den Dortmundern klar die Grenzen auf. "Wir haben uns alle zusammen geholfen", bilanzierte Rückkehrer Manuel Neuer, dessen Tor nur in der Anfangsphase beim Pfostenschuss von Mo Dahoud einmal in Gefahr geraten war. "Auf diese Dominanz mussten wir lange warten."

Der Leistungsunterschied beim Topspiel war so deutlich, dass der BVB nach Schlusspfiff harte Selbstkritik übte. Kapitän Marco Reus: "Das war katastrophal, wir hatten 0,0 Druck auf den Ball."

Marco Reus schien von der Taktik nicht sehr überzeugt
Marco Reus schien von der Taktik nicht sehr überzeugt©Getty Images

Hatte Lucien Favre, der von einer "Lehrstunde" sprach, vielleicht die falsch Taktik gewählt? "Wir standen zu tief. Wenn der Weg zum gegnerischen Tor so weit ist, dann ist es ein Ding der Unmöglichkeit", meinte Reus weiter. "Du musst hier einfach offensiv spielen." 

Der FC Bayern hatte in einer beeindruckenden ersten Halbzeit aber genau die richtigen Mittel, um dies zu unterbinden. Der Aggressivität und Zweikampfstärke hatte Dortmund nichts entgegenzusetzen und wechselte jetzt, sechs Spieltage vor dem Ende der Saison, wieder in die Rolle des Jägers.

Aber reicht diese meisterliche "Dortmontage" schon für den Titel? Die Antwort ist wohl ein klares Jein. Ein "Endspiel um die Meisterschaft", wie die Partie im Vorfeld gerne bezeichnet wurde, war es nie. Das schwere Restprogramm beider Teams lässt alle Optionen offen. Bei noch 18 zu vergebenen Punkten bleibt es die spannendste Saison seit langem.  

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