"Das war Werbung für die Bundesliga"

Der BVB hat ein hochklassiges Spitzenspiel gegen den FC Bayern gewonnen. Wie urteilten die Trainer über den dramatischen Abend in Dortmund?

Borussia Dortmund hat jetzt ein Polster von sieben Punkten auf den FC Bayern
Borussia Dortmund hat jetzt ein Polster von sieben Punkten auf den FC Bayern ©Getty Images

Dortmunds Trainer Lucien Favre hatte am Samstagabend gleich zwei Mal Grund, erleichtert zu sein. Mit einem dicken Grinsen im Gesicht klatschte er nach dem 3:2-Erfolg über den FC Bayern seine Spieler ab, doch schon rund 50 Minuten zuvor, als es noch überhaupt nicht nach einem BVB-Triumph ausgesehen hatte, war ihm ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Reus besorgte zwei Mal den Ausgleich
Reus besorgte zwei Mal den Ausgleich©Getty Images

"Ich war froh, dass wir es mit einem 0:1 in die Kabine geschafft haben", verriet Favre nach dem Schlusspfiff. "In den ersten 30 Minuten war Bayern viel besser als wir. Sie haben das Spiel beherrscht. Wir konnten den Ball nicht halten, denn Bayern war sehr intensiv im Gegenpressing."

Die Gäste aus München, die sich vorher selbst als Außenseiter bezeichnet hatten, drückten von Beginn an aufs Gaspedal und waren durch Robert Lewandowski verdient in Führung gegangen. "So stark wie in den ersten 30 Minuten habe ich den FC Bayern noch nie gesehen", analysierte Favre. "Aber mir war klar, dass sie dieses Tempo in der zweiten Halbzeit nicht halten konnte."

Goldrichtiger Wechsel von Favre

Der Schweizer behielt Recht, hatte aber auch großen Anteil daran, dass die Partie nach dem Seitenwechsel kippte. Mit der Einwechselung von Mo Dahoud bekamen die Hausherren mehr Zugriff im Zentrum und raubten den FC Bayern damit den bis dato größten Vorteil.

"In der ersten Halbzeit wollten wir die Mitte kompakt halten und den Gegner nach außen zwingen, was uns gut gelungen ist", so Niko Kovač. Die Kontrolle ging in der zweiten Hälfte verloren - für den Bayern-Trainer "der entscheidende Grund" für die Niederlage.

Joker Paco Alcacer markiert den 3:2-Endstand
Joker Paco Alcacer markiert den 3:2-Endstand©Getty Images

"Wir wussten, dass der BVB mit diesem Publikum solche Spiele biegen kann. Das habe ich meiner Mannschaft in der Halbzeit auch gesagt. Man muss dann nicht immer versuchen wollen, den Ball hinten herauszuspielen. Da muss man auch mal einen langen Ball spielen."

"Haben Dortmund eingeladen" 

Kovač ging in diesem Aspekt mit seinem Team hart ins Gericht: "Wir haben Dortmund zum Pressing eingeladen. Als erfahrene Mannschaft hätten wir da anders agieren müssen."

Es war bei weitem nicht so, dass sich der FCB kampflos ergab, doch in einem Fight zweier Schwergewichte in Topform hatte Dortmund den härteren Punch. "Nach dem 2:2 haben wir gespürt, dass ein Sieg möglich ist. Es war ein verrücktes Spiel, das war Werbung für die Bundesliga", so Favre. "Am Ende kann ich sagen, dass es kein unverdienter Sieg war.

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