Pogba verdirbt YB-Premiere in der Königsklasse

Die Young Boys schlagen sich bei ihrem ersten Spiel in der Champions League achtbar. Gegen Manchester United gibt es jedoch nichts zu holen, auch weil Paul Pogba zwei Tore erzielt.

Watch the best of the action from matchday one in Berne, including a moment of magic from Paul Pogba.

Der BSC Young Boys musste beim Debüt in der UEFA Champions League die erwartete Niederlage hinnehmen. Gegen den englischen Rekordmeister Manchester United verlor der Schweizer Titelträger in Gruppe H trotz einer ansprechenden Leistung mit 0:3. Mann des Abends im Stade de Suisse war Paul Pogba. Der Weltmeister brachte die Gäste mit einem sehenswerten Schuss in Führung und baute diese höchstselbst per Elfmeter noch vor der Pause aus. In der zweiten Halbzeit stellte Anthony Martial mit seinem Tor den Endstand her.

Der Außenseiter präsentierte sich zu Beginn sehr couragiert und war über weite Strecken der ersten Halbzeit sogar torgefährlicher als der große Favorit aus Manchester. Schon in der ersten Viertelstunde hatte das Team aus Bern zwei Chancen. Zunächst köpfte Guillaume Hoarau den Ball nur knapp am Pfosten vorbei. Nur wenige Minuten später fand Mohamed Ali Camara mit einem Distanzschuss in United-Keeper David de Gea seinen Meister. 

Nach einer halben Stunde wurden die Gäste aber stärker - und belohnten sich prompt durch ein Traumtor von Pogba. Der Franzose spielte zunächst Doppelpass mit Fred und setzte dann die Kugel mit links ansatzlos ins linke obere Kreuzeck (35.). Eine Minue vor der Pause sorgte der 25-Jährige dann bereits für die Vorentscheidung - mit einem verwandelten Handelfmeter in den rechten Knick.

Die Youngs Boys hielten auch in der zweiten Halbzeit gut mit, ließen aber vor dem Tor die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Ganz anders die Gäste von der Insel: Diesmal agierte Pogba als Vorbereiter und setzte Martial auf der halblinken Seite stark in Szene. Martials Schuss aus etwa Metern wurde noch leicht abgefälscht und schlug unhaltbar für YB-Torwart David von Ballmoos im Netz ein.

Genauso routiniert, wie sie die Tore erzielte hatten, brachten die Engländer die Partie auch zu Ende. Am zweiten Spieltag muss YB bei Juventus in Turin antreten. Manchester United empfängt dann den FC Valencia aus Spanien.

Die Stimmen zum Spiel

Steve von Bergen, Kapitän Young Boys

Steve von Bergen (l.) war stolz auf die Leistung seiner Mannschaft
Steve von Bergen (l.) war stolz auf die Leistung seiner Mannschaft©AFP/Getty Images

Fußball kann hart sein, wir haben eine sehr gute erste Halbzeit
gespielt, aber Manchester hat 2:0 geführt. Wir saßen in der Kabine und
waren fassungslos. Wir haben eigentlich fast alles richtig gemacht, aber sie haben zwei Tore geschossen. Das liegt natürlich auch an der Klasse des Gegners, das hat man besonders beim ersten Tor von Pogba gesehen.

Schade, weil wir haben die Emotionen nicht nutzen können. Die ganze
Stadt war in gelb, das hat uns gepuscht und Kraft gegeben, aber der
Elfmeter in der 43. Minute hat uns weh getan. Aber so ist Fußball, wir müssen die Leistung aus der ersten Halbzeit mitnehmen und schnell, schnell wachsen, auch im Kopf. Wir waren stolz darauf, erstmals in dieser Stadt Champions League zu spielen vor 31.000  Zuschauern, das war wirklich schön. Wir haben viel, viel richtig gemacht, aber auf diesem Niveau muss man perfekt sein und das waren wir nicht.

David von Ballmoos, Torwart Young Boys

Wir haben in der ersten Halbzeit super gespielt. Aber sie haben zwei Tore gemacht, und wir keins. Wir haben uns in der Pause noch einmal versucht aufzumuntern. In der zweiten Halbzeit ist uns dann aber nicht mehr so viel gelungen. Manchester United hat einfach die Klasse, das Spiel über die Zeit zu bringen. Sie waren extrem effizient.

Paul Pogba, Mittelfeldspieler Manchester United

Ich freue mich sehr darüber, dass ich getroffen habe. Wir wollten hier unbedingt gewinnen. Das war ein sehr guter Start für uns, so müssen wir aber auch weitermachen. Wir hatten zu Beginn ein paar Probleme, weil sie sehr aggressiv begonnen hatten. Mit meinem Tor haben wir ihnen aber ein wenig den Wind aus den Segeln genommen. Danach haben wir gleich das zweite nachgelegt. Ich denke, die Erfahrung und die individuelle Klasse haben den Unterschied gemacht.


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