Becks-Appeal: Wieso David Beckham so außergewöhnlich ist

Seine Frau hat ihm den Spitznamen "Golden Balls" verpasst und das nicht ohne Grund: UEFA.com bringt euch den Mann näher, der in diesem Jahr die Auszeichnung des UEFA-Präsidenten erhalten wird.

©Getty Images

David Beckham bekommt dieses Jahr die Auszeichnung des UEFA-Präsidenten verliehen. Der 43-Jährige erhält den Preis für seinen bemerkenswerten Beitrag im europäischen Fußball.

Einsätze

International: 115 Spiele, 17 Tore
UEFA-Klubwettbewerbe: 119 Spiele, 17 Tore
Nationale Wettbewerbe in Europa: 484 Spiele, 92 Tore

Seine Leidenschaft für den Sport

Auch wenn er in London geboren wurde, erbte er seine Leidenschaft für Manchester United von seinen Eltern. Sein südlicher Akzent verwirrte aber zunächst einige Teamkollegen, als er 1991 zum Team stieß. Ryan Giggs:"Es war nicht einfach für uns. Wir sind in der Gegend aufgewachsen und zu den Spielen gegangen. Aber er war United-Fan und wir haben ihn sofort aufgenommen."

Mittelfeldspieler Paul Ince erinnert sich: "Becks arbeitete wirklich professionell. Sobald wir mit dem Training fertig waren, feilte er noch eine Stunde lang an seinen Freistößen und Ecken."

"Als er zum ersten Mal bei uns war, trainierte er morgens und am Nachmittag. Zum Abendtraining mit den Schuljungs war er dann auch da", berichtet sein United-Trainer Sir Alex Ferguson. "Wenn wir zum Start der Saison die Fitness der Spieler testeten, waren seine Werte immer überragend."

Kein Schönwetter-Fußballer

Beckham war schon früh eine Stilikone
Beckham war schon früh eine Stilikone©Getty Images

 Durch seine Frau, die ein Pop-Star war, und seinen Showbiz-Lifestyle zog man oft die falschen Schlüsse über seine Fähigkeiten. "Die Leute haben sich auf andere Sachen meiner Karriere fokussiert und das hat dann manchmal das überschattet, was ich eigentlich auf dem Platz geleistet und erreicht habe", erinnert sich Beckham reumütig. "Egal wie oft ich sage, dass mich das nicht stört - natürlich stört es mich."

Seinen Teamkollegen bleibt aber immer seine Hingabe und sein Wille um jeden Ball zu kämpfen in Erinnerung - was auch viele Leute bei Real Madrid, AC Milan oder Paris Saint-Germain überraschte. "Ich will nur, dass mich die Leute als einen hart arbeitenden Fußballer sehen, der dieses Spiel liebt", sagt Beckham.

Rio Ferdinand über Becks Fähigkeiten: "David Beckham ist einer der besten Passgeber, mit denen ich je gespielt habe - gerade bei langen Bällen. Es hat sich schon einfach nur toll angehört, wenn er den Ball berührt hat."

Seine Spezialität: Traumtore

Zinédine Zidane, Beckham und Roberto Carlos bei Real Madrid
Zinédine Zidane, Beckham und Roberto Carlos bei Real Madrid©Getty Images

Beckham gab sein Ligadebüt 1994, während er auf Leihbasis bei Preston North End spielte. Teamkollege Paul Raynor: "Ich wurde für ihn ausgewechselt und war etwas angefressen. Aber er erzielte gleich ein Tor nach einer Ecke - da musste ich meinen Mund halten."

Durch sein Tor von der Mittellinie gegen Wimbledon am ersten Spieltag der Premier League-Saison 1996/97 wurde er endgültig für seine Traumtore bekannt. "Das hat mein Leben verändert. Der Ball war gefühlt Stunden in der Luft und alle waren leise. Dann ist er reingegangen und alle haben gefeiert."

Freistöße waren seine Spezialität, was auch Freistoßmeister Roberto Carlos neidlos anerkennen muss: "Beckham schießt bessere Freistöße als ich. Es macht Spaß ihm dabei zuzuschauen und er hat bewiesen, dass es dabei nicht nur um Kraft geht."

In schweren Zeiten blieb er standhaft

Beckham erzielt 2001 ein Tor gegen Griechenland
Beckham erzielt 2001 ein Tor gegen Griechenland©Getty Images

Nachdem er für ein Foul an Diego Simeone im Achtelfinale der FIFA-WM 1998 gegen Argentinien vom Platz gestellt wurde, machten ihn viele für Englands Aus im Elfmeterschießen verantwortlich. Aber durch sein Freistoßtor gegen Griechenland im Oktober 2001, das England das Ticket zur WM 2002 sicherte, konnte er sich wieder in die Herzen der Fans und Mitspieler spielen. Er führte sein Land insgesamt 59 Mal als Kapitän auf den Platz.

2003 verließ Beckham nach sechs Ligatiteln, zwei FA-Cups und einem Champions League-Sieg (1998/1999) United in Richtung Madrid. Es soll Spannungen zwischen ihm und Sir Alex gegebenen haben: "Er war nie ein Problem, bis er geheiratet hat", äußerte sich Letzterer.

Beckham war verletzt: "Als man mir eröffnete, dass ich verkauft werde, war es das erste Mal, dass ich mit Madrid gesprochen habe. Ich konnte mir kein Spiel von United in den nächsten zwei Jahren anschauen - so enttäuscht war ich."

Trotzdem erzielte er in seinem Debüt gegen Real Betis am 30. August 2003 gleich nach zwei Minuten seinen ersten Treffer für Madrid. "Das war das wichtigste Tor, das ich in Spanien erzielt habe. Denn die Leute waren misstrauisch und dachten, ich sei nur hier, um Trikots zu verkaufen."

Man muss aber auch zugeben, dass seine Präsenz einen gewissen Einfluss hatte. Auch wenn er "nur" 2006/07 den Titel gewinnen konnte, brachte er Real Madrid angeblich Merchandise-Einnahmen von über 500 Mio. € ein.

Er zeigte seine Klasse - egal wo

Zlatan Ibrahimović:
Zlatan Ibrahimović:©Getty Images

Nur Cristiano Ronaldo und Lionel Messi sind mit der Aufmerksamkeit vertraut, die Beckham im Laufe seiner Karriere erfahren hat. Es war beachtlich, wie er im Rampenlicht immer seine Leistung gebracht hat.

"Ich weiß nicht, wie er das macht, auf dem Platz so unbekümmert zu sein. Er ist fast ein Pop-Star. Ich könnte das nicht. Es ist unglaublich, vor allem weil er genauso schüchtern wie ich ist", bewundert ihn sein ehemaliger Mitspieler bei Real Madrid, Zinédine Zidane.

Gegen Ende seiner Karriere gewann er mit LA Galaxy zwei Mal den MLS Cup und wurde zweimal zu Milan ausgeliehen, um sich für internationale Spiele fit zu halten. Im Januar 2013 unterschrieb er für fünf Monate bei Paris und spielte noch ein letztes Mal um einen Titel. "Ich werde kein Gehalt bekommen. Es wird an eine lokale Kinderhilfsorganisation gehen", erklärte er damals. 

"Die Person, die schlecht über ihn redet, ist entweder neidisch oder hasst ihn", sagte sein früherer Teamkollege bei Paris, Zlatan Ibrahimović. "Über ihn gibt es nichts Negatives zu sagen."

Oben