Kriegt Ronaldo die (Form-)Kurve?

In den Wochen vor seiner vielleicht letzten WM war bei Cristiano Ronaldo eine leichte Ladehemmung festzustellen. Platzt gegen Spanien der Knoten?

©AFP/Getty Images

Seit Mitte April ist die Tormaschine etwas ins Stocken geraten. Zwar erzielte Cristiano Ronaldo in seinen letzten vier Einsätzen in der Liga noch je einen Treffer, verglichen mit der phänomenalen Torquote aus den Wochen davor (im Schnitt 2,3 Tore pro Partie im Februar und März) kann man aber durchaus von einer absteigenden Form sprechen.

In der UEFA Champions League wurde er zum sechsten Mal in Folge Torschützenkönig, ging aber in den letzten drei Partien des Wettbewerbs leer aus. Hält diese Durststrecke auch in Russland an, wird sich Portugal strecken müssen, um die große Erwartungshaltung der Fans nach dem Triumph bei der UEFA EURO 2016 zu erfüllen.

In 60 Sekunden: Ronaldos #UCL-Tore 17/18
In 60 Sekunden: Ronaldos #UCL-Tore 17/18

Was zu der – für seine Verhältnisse – mageren Ausbeute der letzten Wochen hinzukommt: Bei WM-Endrunden hat man den fünfmaligen Weltfußballer noch kein Feuerwerk abbrennen sehen. Drei Tore hat Ronaldo in 13 WM-Spielen erst erzielt.

Befürchtungen, dass Ronaldo ohne sein Lebenselixier die Stimmung im Lager drücken könnte, gibt es obendrauf. Gewinnen will jeder, doch während anderen Spielern neben dem Gefühl des Sieges eine gute Massage zur Seligkeit ausreicht, wird Ronaldos Ego vor allem durch Tore massiert.

Portugals Trainer widerspricht dieser These. "Cristiano ist nicht nur ein außergewöhnlicher Spieler, sondern auch ein außergewöhnlicher Kapitän", so Fernando Santos. "Wichtiger als er ist die Mannschaft und er hat einen entscheidenden und positiven Einfluss auf das Team. Er tut alles dafür, damit wir als Mannschaft Erfolg haben."

Ronaldos Fallrückzieher und andere Traumtore
Ronaldos Fallrückzieher und andere Traumtore

Im Auftaktspiel trifft Portugal auf Spanien und dabei kommt es zu der höchst spannenden Konstellation, dass Ronaldo mit Sergio Ramos seinen eigenen Vereinskapitän als Gegenspieler bekommt. Ob die beiden auch in der kommenden Saison Teamkollegen sein werden, ist angesichts der erneuten Wechselspekulationen um CR7 noch fraglich, schenken werden sie sich auf dem Rasen in Sotschi aber so oder so nichts.

Anschließend kommt es für Portugal noch zu Partien gegen Iran und Marokko. Unabhängig vom Ausgang gegen Spanien sollte der Europameister also bei einem normalen Verlauf die Gruppe überstehen. Wie es dann aber weitergeht, hängt sicher nicht zuletzt von Form und Laune ihres Superstars Ronaldo ab…

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