Heynckes-Nachfolger: Warum die Wahl auf Niko Kovač fiel

Und plötzlich ging es ganz schnell: Niko Kovač wird im Sommer neuer Trainer des FC Bayern. Warum hat sich der Rekordmeister für den 46-Jährigen entschieden und was wird sich am dem 1. Juli ändern?

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Als Niko Kovač am Donnerstagmorgen zur Arbeit fuhr, hatte er laut eigener Aussage noch keine Ahnung, dass er wenige Stunden später einem Dreijahresvertrag beim FC Bayern zustimmen würde. 

Wenige Tage nach dem Gewinn der 28. Meisterschaft machten die Münchner Nägel mit Köpfen und beendeten vor der heißen Phase in der UEFA Champions League sämtliche Spekulationen.

Warum Kovač?

Kovač spielte von 2001 bis 2003 beim FC Bayern
Kovač spielte von 2001 bis 2003 beim FC Bayern©Getty Images

Lange hatten die Bayern-Bosse darauf gehofft, Heynckes für ein weiteres Jahr überreden zu können. Der 72-Jährige will aber nun endgültig in den Ruhestand gehen und weil auch Thomas Tuchel nicht für den Job zur Verfügung steht, musste sich der Rekordmeister anderweitig umschauen.

Mit Kovač hat man nun jemanden gefunden, der "die DNA des FC Bayern kennt", so Sportdirektor Hasan Salihamidžić, der einst an der Seite von des Kroaten im FCB-Mittelfeld wirbelte. Weiterhin schätzt man Kovač' Umgang mit Spielern (in Frankfurt hat er 18 verschiedene Nationalitäten in der Kabine), sowie seine Akribie und die Zielstrebigkeit. 

Was wird sich im Sommer ändern?

Kovač bringt zum FC Bayern seinen Bruder Robert als Co-Trainer mit
Kovač bringt zum FC Bayern seinen Bruder Robert als Co-Trainer mit©AFP

Die kroatische Nationalmannschaft war während Kovač' Amtszeit nicht für ihr Offensivfeuerwerk bekannt und auch in seiner Zeit bei Frankfurt lag der Fokus eher auf der Defensive. Man darf sich also fragen, ob die Philosophie des ehemaligen Mittelfeldabräumers zum FC Bayern passt. 

Heynckes hat da keine großen Bedenken: "Niko macht auf mich einen guten und positiven Eindruck. Er ist sehr fleißig und innovativ. Der FC Bayern hat eine gute Wahl getroffen."

Kovač findet beim FCB ein ganz anderes Spielermaterial vor und wird sich als Trainer an der Säbener Straße anpassen und weiterentwickeln. Carlo Ancelotti hat versucht, dem FC Bayern einen eher passiveren Stil zu verpassen und ist damit gescheitert. Kovač ist viel zu intelligent, um diesen Fehler ebenfalls zu begehen.

Welche Herausforderungen warten?

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Mit Serge Gnabry und Leon Goretzka erhält er zwei Neuzugänge, die weiter zum knallharten Konkurrenzkampf in der Offensive beitragen werden. Zudem stehen Arjen Robben und Franck Ribéry kurz davor, für ein weiteres Jahr zu verlängern. In Sachen Kader-Management hinterlässt Heynckes besonders große Fußstapfen, da muss sich Kovač erst beweisen.

Der gebürtige Berliner weiß auch, dass der Titelhunger nach sechs Meisterschaften in Folge in München längst nicht gestillt ist. Kovač darf sich in der Bundesliga keine Blöße geben und steht gleichzeitig vor seiner ersten Europapokalsaison als Trainer. Auch in der UEFA Champions League wird er liefern müssen. Mit welcher Überzeugung er solch knifflige Aufgaben angeht, hat man aber schon in Frankfurt gesehen.

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