Diego Godín: Der beste Verteidiger der Welt?

Diego Godín steht vor seinem 100. Einsatz in UEFA-Wettbewerben. Für Luis Suárez ist er "eine Plage", sein Nationaltrainer bezeichnet ihn als "das Beste aus Uruguay" und Diego Simeone würde ihn "niemals gehen lassen".

©Getty Images

Diego Godín ist manchmal Herr der Lüfte, manchmal der Mann für die entscheidende Tore und eigentlich immer Mr. 100 Prozent. Seit August 2010 dirigiert der Kapitän der uruguayischen Nationalmannschaft die Abwehr von Atlético Madrid mit Bravour. Doch wie gut ist er wirklich? UEFA.com hat nachgeforscht.

Das sagen die Experten
"Ich würde ihn niemals gehen lassen. Er hat in sich in allen Bereichen enorm verbessert - als Fußballer, als Führungsfigur und als Mensch. Ich schätze ihn sehr."
Diego Simeone, Atlético-Trainer 

"Diego übernimmt immer Verantwortung - mit jedem Ballkontakt, jedem Spielzug, in jeder Partie. Es ist schwer, einen Spieler auf nur eine Eigenschaft zu reduzieren, doch meiner Meinung nach ist Godíns wichtigste Eigenschaft seine mentale Stärke. Er will sich jeder Herausforderung stellen und diese dann auch gewinnen. Er repräsentiert das Beste aus Uruguay."
Óscar Tabárez, Uruguay-Trainer 

"Godín ist der Leader in der Kabine. Ihm fällt es leicht, mit der Mannschaft zu reden - das würde ich auch gerne, doch ich kann es nicht. Er findet immer für jeden die richtigen Worte."
Antoine Griezmann, Atlético-Stürmer 

Diego Godín bewacht Luis Suárez
Diego Godín bewacht Luis Suárez©Getty Images

"Nichts treibt mich mehr an, als gegen Atlético zu spielen. Die sind so lästig und Godín ist eine Plage. Er steht immer direkt neben mir, lässt mich nie aus den Augen."
Luis Suárez, Barcelona und Uruguay-Stürmer 

"Er ist der geborene Anführer. Als er anfing, sagte er nicht viel, doch mittlerweile genießt er in der Umkleide verdientermaßen großen Respekt."
Diego Forlán, ehemaliger Uruguay und Atlético-Stürmer 

Das Finale 2012: Falcao trifft doppelt bei Atléticos Sieg
Das Finale 2012: Falcao trifft doppelt bei Atléticos Sieg

Seine Geschichte
▪ Godín, in einer Bauernfamilie außerhalb von Rosario aufgewachsen, begann als Mittelstürmer, wechselte im Alter von 12 Jahren aber auf die Spielmacherposition.

Mit 15 zog er in die uruguayische Hauptstadt Montevideo, um für die Jugendmannschaft von Defensor Sporting zu spielen. Seinen Durchbruch erlebte er jedoch als Innenverteidiger bei Club Atlético Cerro. Nach seiner Zeit bei der uruguayischen Spitzenmannschaft Nacional wechselte er 2007 zu Villarreal und im Sommer 2010 zu Atlético. Dort hat er, seit Diego Simeones Amtsantritt im Dezember 2011, große Fortschritte gemacht.

Seine Nachweise
▪ Godín ist Chef einer Abwehr, die gerade auf dem besten Wege ist, in der am höchsten eingestuften Liga Europas zum vierten Mal in Folge die wenigsten Gegentore zu kassieren. 

▪ Er hat bei den Rojiblancos schon mit vielen verschiedenen Abwehrkollegen zusammen gespielt - darunter auch João Miranda, José Gimenez, Stefan Savić und Lucas Hernández - doch sein Stammplatz wurde nie in Frage gestellt.

▪ Er verhalf Atlético in den letzten acht K.-o.-Heimspielen der UEFA Champions League jeweils zur weißen Weste.

Das Finale 2014: Godín trifft, doch Atlético verliert
Das Finale 2014: Godín trifft, doch Atlético verliert

▪ Er verhalf Atlético zum Sieg der UEFA Europa League 2012 und später zum Sieg der Copa del Rey 2013. Am letzten Spieltag der Saison 2013/14 erzielte er zudem das Tor zum 1:1-Unentschieden im Camp Nou und machte Atlético damit zum spanischen Meister.

▪ Als Mann für die großen Momente erzielte er auch im Finale der UEFA Champions League 2014 ein Tor. Auch bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2014 glänzte er als treffsicherer Abwehrchef.

▪ Mittlerweile hat er 378 Mal das Trikot von Atlético getragen - Rekord für einen Ausländer.

Seine schönsten Zitate
"Als ich bei Atlético ankam, war es eine riesige Herausforderung, doch ich hatte auch große Erwartungen, bei einer der größten Mannschaften in Europa zu spielen. Das erste Jahr war hart, doch nachdem Cholo [Diego Simeone] gekommen ist, fand der Klub zur Stabilität zurück und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten."

"Ich habe immer gesagt, dass es mein größtes Ziel sei, für Uruguay zu spielen. Ich habe davon geträumt, seitdem ich klein war und Kapitän zu sein macht mich enorm stolz und ist eine große Verantwortung."

"Ich bin stolz und glücklich, wenn das Vicente Calderón meinen Namen skandiert, denn wenn die Fans einen akzeptieren und einem das zeigen, indem das ganze Stadion singt, ist das eines der schönsten Dinge, die der Fußball einem bieten kann."

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